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Fahrbericht zum neuen Flaggschiff

Wie ein Sternenkreuzer bei Star Wars: So abgefahren ist die neue Mercedes S-Klasse

Mercedes S-Klasse
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Hier kommt der Boss. Die neue S-Klasse bietet luxuriösen Komfort mit dynamischen Antriebs-Momenten.

Die neue S-Klasse konnte man bislang nur auf zwei Arten fahren. Selbst oder mit Chauffeur. Jetzt gibt es eine dritte Möglichkeit. Einfach den Computer fahren lassen und dabei die E-Mails checken. Und das völlig legal.

  • Das Mercedes Spitzenmodell ist mit vollgestopft mit High-Tech.
  • Der Luxus Liner fährt selbst, liest aus dem Internet vor und massiert.
  • Die Bildschirme gibt’s in 3D, den Sound sogar in 4D.

Technologieträger S-Klasse*. Von außen würde man das nicht vermuten. Hier gilt: S-Klasse bleibt S-Klasse fürs konservative Publikum aus der Führungsetage. Selbst die Türgriffe aus Chrom kann man noch bestellen, obwohl die Limousine eigentlich mit versenkbaren Griffen ausgestattet ist. Dass das Interieur mit schwelgerischem Luxus von dezent bis protzig aufwartet – nicht verwunderlich. Sobald aber der Startknopf gedrückt wird, zeigt die S-Klasse, was sie wirklich ist. Raumschiff Surprise: Ein Cockpit wie in einem George-Lucas-Sternenkreuzer. 

Die neue S-Klasse von Mercedes: Dreidimensional ganz ohne Brille

Mit eingeblendeten Pfeilen hilft das Navi, um die richtige Straße beim Abbiegen zu nehmen. Augmented Reality heißt diese Technik.

Informationen gibt es gleich auf drei Wegen. Einmal auf der digitalen 12,3 Zoll großen Tacholandschaft hinter dem Lenkrad, die sich entweder mit den zwei bekannten silberfarbenen Rundinstrumente bestücken lässt oder mit einem tiefroten Science-Fiction-Layout aufwartet. Alles in gestochen scharfer 3D-Optik, die verblüffenderweise ganz ohne Spezial-Brille funktioniert.

Wer sich auf die Straße konzentrieren will, benützt das neue und riesige Head-Up-Display (HUD). Es liegt tiefer als sonst, so als ob es auf die Straße direkt vor das Auto gebeamt würde. Über das HUD erfährt man übersichtlich alles wichtige wie Tempo, Limit und Navi-Daten. Außerdem jagt ein kleiner blauer Pfeil über die Scheibe und zeigt exakt an, wo man abbiegen muss. Augmented Reality (AR) nennt man das heutzutage. 

Ein Display wie im Raumschiff. Je nach Geschmack kann sich der Fahrer der S-Klasse den Bilschirm selbst gestalten. Von progressiv bis konservativ.

Die neue S-Klasse von Mercedes: Beim Einparken kann man von oben zusehen

Und dann gibt es noch den zentralen Bildschirm, der brettlbreit auf der Mittelkonsole zwischen Fahrer und Beifahrer thront. Optional 12,8 Zoll groß und in hochauflösender OLED-Technik. Er ist quasi die Schaltzentrale des Raumschiffs. Hier kann man seine S-Klasse bedienen oder überwachen.

Beim Einparken beispielsweise sieht man das Auto nicht nur von oben in 360-Grad-Optik, sondern sogar von der Seite, so als ob eine Drohne darüber schweben und Echtzeit-Bilder schicken würde. Sieht nicht nur lässig aus, ist auch praktisch, wenn man die Bordsteinkante der teuren Felgen wegen genau sehen will.

Beim automatischen und selbständigen Einparken behält das System immer den Überblick, erkennt Gefahrensituationen und bremst wie hier in diesem Fall.

Beim Fahren mit Navi zeigt der Giga-Schirm zum einen die riesige Karte (mit Mini-S-Klasse statt Pfeil). Beim Abbiegen hilft auch hier die AR. Nur, dass die blauen Pfeile dieses Mal über das Livebild der Frontkameras flitzen, um Orientierung zu geben. So praktisch und gut das auch sein mag: Wer alle Systeme gleichzeitig in Betrieb hat, fühlt sich von der farbigen Digitalwelt leicht überfordert. Auch wenn sie grafisch mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde.

MBUX sucht im Internet und liest aus der Wikipedia vor

Über das Giga-Tablett stellt man die Heizung ein, sucht den Radiosender, regelt die Assistenten. Schlicht alles. Per Bildschirmberührung natürlich. Oder man macht alles mit der Sprachsteuerung. Das MBUX der neuen Generation ist noch besser geworden. Bei der Testfahrt durchs Schwabenland gab es von Anfang an keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Ob Temperatur, Klang, Verbrauchswerte – die digitale Helferin funktioniert perfekt. Sie kann aber noch mehr. Wer während der Fahrt partout etwas wissen will, lässt sich einfach den entsprechenden Wikipedia-Eintrag vorlesen.

Zum Weiterlesen: Hier parkt der Assistent: Elektronische Helfer machen das Autofahren einfacher und sicherer.

Das Auto fährt, und der Besitzer mailt

Hände weg vom Lenkrad. Das ist ab Mitte 2021 mit der neuen S-Klasse von Daimler möglich. Zumindest bis Tempo 60.

Noch verblüffender sind die Fähigkeiten der S-Klasse, wenn es um selbständiges Fahren geht. Das bereits gut funktionierende System wurde mit Features wie Ampelerkennung aufgerüstet. Ab Mitte 2021 bietet Daimler Stufe 3 an. Hoch automatisiertes Fahren auf geeigneten Autobahn-Abschnitten. Das heißt: Bis Tempo 60 bewegt sich das Auto wirklich selbständig. Entscheidend dabei ist: Erstmalig gibt der Fahrer die Verantwortung ab. In diesem Moment bewegt Daimler die S-Klasse mit allen Konsequenzen und der Fahrer kann sich anderen Dingen widmen, wie zum Beispiel dem Checken und Schreiben der E-Mails. 

S-Klasse bildet automatisch eine Rettungsgasse

Wie gut das jetzt schon funktioniert, zeigten Mercedes-Techniker auf dem konzerneignen Testgelände in Immendingen. Die S-Klasse bewegte sich in einem Pulk von Autos nicht nur sicher mit oder leitete die nötige Notbremsung am Stauende ein, sondern bildete sogar eine Rettungsgasse. Möglich ist das nur, weil neue Techniken an Bord sind. Mit dem Laser-Radar Lidar“ zum Beispiel lässt ich die Gegend viel genauer anschauen aber auch die hochauflösenden Karten spielen eine Rolle. Ab Level 3 müssen die Werte bis auf Zentimeter genau stimmen – sogar die Kontinentaldrift wird mitberechnet.

Lesen Sie auch: Verhalten im Stau: Dürfen Motorradfahrer durch Rettungsgassen fahren?

Aussteigen – die neue S-Klasse sucht selbst einen Parkplatz

Einfach das Auto im Parkhaus abstelle und weggehen. Das Einparken übernimmt die neue S-Klasse von selbst. Natürlich nur in entsprechend ausgerüsteten Parkhäusern.

Dass die S-Klasse selbständig einparken kann, ist ein alter Hut! Dass der Luxusliner mit dem Stern das jetzt auch ganz ohne Fahrer macht ist brandneu. Zusammen mit Bosch hat Mercedes ein Parkhaus am Stuttgarter Flughafen entsprechend ausgerüstet. Das funktioniert dann wie beim Valet-Parking. Der Fahrer stellt seine S-Klasse auf einem gekennzeichneten Platz ab. Gibt man mit einer Handy-App das „Go“, setzt sich die Limousine wie von Geisterhand in Bewegung und sucht sich selbst einen Parkplatz. Auch hier übergibt der Fahrer seine Verantwortung – in diesem Fall an den Betreiber des Parkhauses. 

Zwei Diesel und zwei Benziner zum Start

Bewegt wird die S-Klasse konventionell. Am Start stehen vorerst die beiden Reihensechszylinder. Als Benziner leistet die Maschine 367 respektive 435 PS, zusätzlich wird sie von einem Starter-Generator angeschoben. Das Diesel-Aggregat verfügt über 286 oder 330 PS. Das Drehmoment steigt beim Selbstzünder um 100 auf 600 Nm.

Mit beiden Maschinen ist man souverän unterwegs, der Diesel macht trotzdem mehr Spaß und ist sparsamer. Bei der Testfahrt brauchte er knapp acht Liter, ein wirklich guter Wert für das 2,1 Tonnen schwere Schlachtschiff. Der Benziner genehmigte sich zwei Liter mehr

Natürlich ist die S-Klasse auch hinten bequem, schließilch wird sie vor allen Dingen in Asien auch als Chaffeurs-Limousine eingesetzt.

Auch interessant: Verbraucht Ihr Auto weniger Benzin, wenn die Klimaanlage aus ist? Ein Experte klärt auf.

Mercedes S-Klasse: Erste Fahrt im Plug-In-Hybrid verblüfft

Richtig spannend wird es bei den alternativen Antrieben. Die rein elektrische S-Klasse steht 2021 an, aber eher erst in der zweiten Jahreshälfte. In greifbare Nähe rückt der Plug-In-Hybrid, der wohl im Frühjahr kommt.

Wir durften den Mercedes S 580e schon fahren – und haben dadurch einen ersten Eindruck bekommen, wie sich die elektrische S-Klasse anfühlen wird. Denn der Plug-In-Hybrid kommt mit seiner 143 PS großen E-Maschine schon rund 100 Kilometer weit. Sie ist so stark, dass auf der Testfahrt über Landstraßen der 367-PS-Benziner nie eingreifen musste. Das ist umso erstaunlicher als er PHEV um rund 200 Kilogramm schwerer ist. Dank des tiefen Schwerpunkts ließ sich die S-Klasse jedoch ziemlich sportlich und ziemlich dynamisch bewegen. Und alles so schön leise. Erwähnenswert auch ist die realistische Reichweitenanzeige: Von den 80 Kilometer zu Beginn der Fahrt, schmolzen in Wirklichkeit auch nur die gefahrenen Kilometer dahin. 

Behält Daimler mit der neuen S-Klasse die Lufthoheit bei den Luxus-Limousinen? Autor Rudol Bögel ging dieser Frage beim Fahrtest nach.

Lesen Sie auch: Unverschämtheit: Diebe stehlen Reifen von Mercedes CLK - allerdings nicht alle.

Mercedes S-Klasse: Sound satt mit 31 Lautsprechern und 1.750 Watt

Was wäre die S-Klasse ohne den ein oder anderem Luxus? Mal ganz abgesehen von solch analogen Dingen wie Luftfederung, Geräuschdämmung, Lack und Leder, sowie dem erstmalig bestellbaren separaten Kuschelkissen für alle Kopflehnen – auch hier dominiert die digitale Welt. Beim Sound beispielsweise bietet der Hifi-Spezialist Burmester nun eine 4D-Anlage an. Die vierte Dimension sind so genannte Exciter, also bewegliche Teile im Sitzpolster, die auf Klang reagierten und so zum Beispiel das Wummern einer Bassbox simulieren. Funktioniert tatsächlich – ist aber vor allem für Konzertgänger geeignet, die am liebsten direkt neben der Anlage stehen. Auch hier bietet die S-Klasse Rekorde. 31 Lautsprecher sind eingebaut – bedient werden sie von nicht weniger als 1.750 Watt Leistung. 

Wellness auf Rädern mit einer frischen Brise

Mit veränderbaren LEDs lässt sich der S-Klassen-Innenraum in verschiedene Lichtsituationen tauchen.

Wem das zu aufregend ist, der kann sich an das bordeigene Verwöhnprogramm wenden. Es heißt Energizing Comfort und bietet Wellness auf Rädern. Also Massagen kombiniert mit Licht- und Soundeffekten. Sogar die Klimaanlage spielt mit. So weht beim Programm „Frische“ tatsächlich eine sanfte Brise durch das Auto, blaugrünes Licht simuliert Meer und den Himmel und der Sitz steuert eine Tiefenwellen-Massage dazu bei. (Rudolf Bögel) *rosenheim24.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Und so sieht die S-Klasse nachts und mit voller Beleuchtung von oben aus. Richtig gemütlich.

Datenblatt Mercedes Benz S 350d 4matic (kurzer Radstand)

Hubraum: 2.925 ccm
Leistung:286 PS bei 3.400 – 4.600 U/min
Drehmoment:600 Nm bei 1.200 – 3.200 U/min
Länge/Breite/Höhe:5,18/2,11/1,50 m
Radstand:3,11 m
Kofferraum:550 l
0 – 100 km/h:6,2 s
Top-Tempo: 250 km/h
Normverbrauch: 6,6 – 8,0 l
CO2-Ausstoß:172 – 211 g/km
Leergewicht / Zuladung:2.070 / 700 kg
Anhängelast (gebr) 2.100 kg
Preis:ab 93.438 Euro

Auch interessant: Mercedes E-Klasse T-Modell All-Terrain im Test: Auf Du und Du.

Youngtimer-Kauftipps: Erst Schnäppchen, dann Klassiker?

Unter Liebhabern schon jetzt recht begehrt: Ein Golf II GTI (1989) als Zweitürer. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn
Unter Liebhabern schon jetzt recht begehrt: Ein Golf II GTI (1989) als Zweitürer. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn © Volkswagen AG
Bei extravaganten Modellen wie dem Renault Avantime (2001 - 2003) scheiden sich die Expertengeister. Foto: Renault/dpa-tmn
Bei extravaganten Modellen wie dem Renault Avantime (2001 - 2003) scheiden sich die Expertengeister. Foto: Renault/dpa-tmn © Renault
Bunter Hund: Der Polo Harlekin wurde in den 90er Jahren als Sondermodell produziert. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn
Bunter Hund: Der Polo Harlekin wurde in den 90er Jahren als Sondermodell produziert. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn © Volkswagen AG
Mercedes-Benz CLK Coupé 55 AMG (Baureihe 209): Bei diesem Modell schätzen Experten die Chancen auf eine Wertsteigerung als "nicht so schlecht" ein. Foto: Mercedes-Benz AG/dpa-tmn
Mercedes-Benz CLK Coupé 55 AMG (Baureihe 209): Bei diesem Modell schätzen Experten die Chancen auf eine Wertsteigerung als «nicht so schlecht» ein. Foto: Mercedes-Benz AG/dpa-tmn © Mercedes-Benz AG
Marcel Mühlich ist Berater für Technik, Verkehr und Umwelt beim Auto Club Europa (ACE). Foto: Angelika Emmerling/ACE Auto Club Europa e.V./dpa-tmn
Marcel Mühlich ist Berater für Technik, Verkehr und Umwelt beim Auto Club Europa (ACE). Foto: Angelika Emmerling/ACE Auto Club Europa e.V./dpa-tmn © Angelika Emmerling
Mercedes-Benz 500 E: Dieser Limousine der Baureihe 124 sagen Experte geringere Wertsteigerungschancen voraus als den Coupé- und Cabrio-Versionen derselben Baureihe. Foto: Mercedes-Benz AG/dpa-tmn
Mercedes-Benz 500 E: Dieser Limousine der Baureihe 124 sagen Experte geringere Wertsteigerungschancen voraus als den Coupé- und Cabrio-Versionen derselben Baureihe. Foto: Mercedes-Benz AG/dpa-tmn © Mercedes-Benz AG

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