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Fakten rund um den Stillstand

Stau-Alarm! Hier stehen Autofahrer am längsten

Wie viel Zeit verbringen Autofahrer im Stau?
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Wie viel Zeit verbringen Autofahrer im Stau?

Stoßstange an Stoßstange quälen sich Autofahrer täglich durch den Berufsverkehr. Aber in einigen deutschen Städten sind besonders gute Nerven gefragt, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.

Köln hat Stuttgart einer Studie zufolge als Stadt mit den längsten Staus abgelöst. Autofahrer in Köln verbrachten 65 Stunden im Stau -  9 Stunden mehr als 2013. So das Ergebnis einer Studie des Verkehrsdatenanbieters Inrix. Erstmals hat Köln Stuttgart als Stadt mit den meisten Staus abgelöst. Stuttgart blieb demnach mit einem Plus von 60 auf 64 Stunden knapp dahinter. Besonders flüssig fließt der Verkehr dagegen in Augsburg (Bayern): Hier verschwendeten Autofahrer "nur" 20 Stunden im Stau.

39 Stunden im Stau

Durchschnittlich haben deutsche Autofahrer im vergangenen Jahr 39 Stunden im Stau verbracht. Im europaweiten Vergleich lag Deutschland den Angaben zufolge auf Platz drei hinter Belgien mit 51 und den Niederlanden mit 41 Stunden. Lediglich 5 Stunden seien es in Ungarn.

Die staureichsten Straße in Deutschland 2014

Ein 26 Kilometer langer Teil der B2R in München ist laut dem Inrix Traffic Scorecard Report 2014 die staureichste Straße Deutschlands – Autofahrer verschwendeten dort letztes Jahr bis zu 68 Stunden.

In 17 der 22 untersuchten deutschen Ballungsräume hat die Staudauer nach den Untersuchungen von Inrix zugenommen. Als Gründe nennt das Unternehmen starke Wirtschaft, Bevölkerungswachstum und die wachsende Urbanisierung. Zudem sei Deutschland als Transitland nach wie vor attraktiv.

Im europaweiten Vergleich lag Deutschland den Angaben zufolge damit auf Platz drei hinter Belgien mit 51 und den Niederlanden mit 41 Stunden. Lediglich 5 Stunden seien es in Ungarn.

PlatzBallungsraumVerschwendete Stunden in 2014Unterschied zu 2013 (in Stunden)
1Köln659
2Stuttgart644
3Karlsruhe6310
4Düsseldorf534
5Hamburg480
6München484
7Bonn424
8Ruhrgebiet422
9Nürnberg386
10Freiburg im Breisgau375
11Frankfurt am Main375
12Saarbrücken361
13Hannover351
14Bielefeld34-1
15Darmstadt330
16Magdeburg3010
17Dresden284
18Leipzig264
19Bremen253
20Kiel25-1
21Berlin232
22Augsburg200

Das Wichtigste zum Thema Stau

Meist sind es nur Sekunden, die plötzlich einen Mega-Stau verursachen. "Oft genug bremsen Autofahrer vor Autobahnwegweisern, weil sie sich unsicher sind oder doch nochmal hecktisch auf die Karte schauen", weiß Verkehrsforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Deswegen rät der Experte: Trotz Navigationssystem - vor Reisebeginn einen Blick auf die gute alte Straßenkarte zu werfen. © dpa
Nachtfahrten bieten Vorteile: "Es sind weniger Lkws auf den Straßen und viele Fahrer trauen sich in der Dunkelheit auch nicht zu fahren", weiß Schreckenberg. Wer mit den Kindern in den Urlaub fährt, könne sich nachts zudem über mehr Ruhe im Auto freuen. "Und die große Hitze bleibt einem auch erspart." Eine Nachtfahrt sei jedoch nur etwas für ausgeruhte Fahrer. © dpa
Vorausschauendes Fahren ist Trumpf: "Genügend Abstand zum Vordermann sorgt dafür, dass plötzliches Bremsen selten von Nöten ist", so der Stauforscher. Dadurch wird nicht nur Stillstand auf der Autobahn vermieden, das Auto verbraucht auch weniger Sprit. © dpa
Beim Thema "Reißverschlussverfahren" sind viele deutsche Autofahrer offenbar überfordert: "Als vor 40 Jahren das System eingeführt wurde, funktionierte es ganz gut. Aber mittlerweile haben es die Leute scheinbar wieder verlernt", bedauert der Verkehrsexperte. Wichtig sei es, bei Spurverengungen erst ganz zum Schluss die Fahrbahn zu wechseln, alles andere wirkt sich Schreckenbach zufolge kontraproduktiv aus. © dpa
Spurwechsel zwecklos: Laut Schreckenberg bringt es nichts, bei zähflüssigem Verkehr die Fahrbahn zu wechseln: "Es ist sogar absolut hinderlich für den Verkehrsfluss. Die Menschen haben immer das subjektive Gefühl, der restliche Verkehr sei stets schneller. Wir haben das ausführlich getestet: Als Kolonnenspringer hat man am Ende kaum eine Minute gewonnen und stattdessen erhöhten Stress." © dpa
Umfahrungen lohnen sich meist nicht: "Nur bei Vollsperrung sollte man von der Autobahn abzufahren. Stau hat immer noch eine bestimmte Geschwindigkeit, mit der man weiter voran kommt", so Schreckenberg. Navigationssysteme würden gerne übereifrig Ausweichrouten empfehlen, die dann genauso überlastet seien. "Folgen der Empfehlung ihres Navis nur 10 Prozent der Fahrer, kommt auch dort der Verkehr zum Erliegen." © dpa
Wer sich einem Stauende nähert, sollte umgehend den nachfolgenden Verkehr durch Einschalten der Warnblinkanlage aufmerksam machen. Nach einem Urteil des Landgerichts Memmingen kann dem Fahrer bis zu 25 Prozent Haftung auferlegt werden, sollte es im Stau zu einem Auffahrunfall wegen nicht eingeschaltetem Warnblinker kommen. © dpa
Kommt der Verkehr zum Erliegen, sollte rechtzeitig der Motor abgestellt werden. Der Umwelt zuliebe, und auch dem eigenen Auto: So vermeiden Sie, dass Ihr Wagen mit einem leeren Sprittank oder überhitzten Kühler selbst zum Verkehrshindernis und Stauverursacher wird. © dpa
"Autofahrer machen viel zu selten eine Pause. Im Urlaubsverkehr kommt es aber in der Regel nicht auf eine Stunde an", meint der Experte. Es gehe ja nicht darum, als Erster anzukommen, sondern entspannt an sein Reiseziel zu gelangen. Deswegen einfach mal Rasten. "Mit Stress auf der Straße versaut man sich nur gleich den Urlaubsstart." © dpa
Wenn nichts mehr vorwärts geht, müssen die Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Jede Hilfe sollte den Unfallort schnell erreichen können. Die Rettungsgasse ist immer zwischen der äußersten linken und der zweiten Spur von links zu bilden, ganz gleich wie viele Fahrstreifen vorhanden sind. In der Mitte liegt sie nur bei einer zweispurigen Fahrbahn. Der Standstreifen dient übrigens nur dazu, liegen gebliebene Fahrzeuge aufzunehmen. © dpa
An die sicherste Methode, um Stau und Stress mit dem Urlaubsauto zu umgehen, denken nur wenige Reisende: Mit dem Autoreisezug können viele hundert Kilometer zurückgelegt werden, ohne auch nur einen einzigen Stau zu erleben. Bucht man zu bestimmten Zeiten, ist die Kombination aus Straße und Gleis unter Umständen sogar günstiger. © dpa

dpa/ml

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