Tanken: Zeche prellen kann teuer werden

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Karlsruhe - Dass der Griff zum Zapfhahn dieser Tage ein teurer Spaß ist, erfahren mehrere Millionen Autofahrer täglich an Deutschlands Tankstellen. Wer allerdings vergisst zu zahlen, darf sich auf noch höhere Kosten einstellen.

Wer seine Tankrechnung nicht bezahlt, muss mit hohen Nachforderungen rechnen. Das hat der

Bundesgerichtshof

am Mittwoch in

Karlsruhe

entschieden. Dabei könne es durchaus zu unverhältnismäßigen Beträgen kommen, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Ball im Blick auf den vorliegenden Fall. Geklagt hatte ein Mann, der im bayerischen Kufstein für 10,01

Euro

getankt und nicht bezahlt hatte. In der Folge schickte ihm der

Pächter

eine Rechnung von mehr als 180

Euro

unter anderem für Detektiv- und Anwaltskosten.

“Wir haben mit der Entscheidung natürlich auch den Gedanken der Generalprävention im Blick gehabt“, sagte Ball. “Es darf nicht der Gedanke entstehen, dass man für geringe Beträge risikolos tanken kann ohne zu bezahlen.“ Da der Tankstellenpächter nur mit Hilfe eines Detektivbüros den säumigen Zahler ausfindig machen konnte, müsse dieser die Kosten dafür tragen.

Auf die im Verfahren erörterte Frage, ob der Kunde von sich aus an der Kasse erklären muss, dass er getankt hat, oder ob er die Nachfrage des Kassierers abwarten kann, gab das Gericht eine klare Antwort: Mit der Selbstbedienung an der Zapfsäule ist der Kunde in der Pflicht. Er muss nicht gesondert zur Zahlung ermahnt werden. Entfernt er sich mit seinem Auto vom Gelände, ohne seine Rechnung zu begleichen, ist er im Zahlungsverzug. Damit können ihm alle Kosten der Nachforschung aufgebürdet werden.

Das sind die nervigsten Autofahrer

Das sind die nervigsten Autofahrer

Autofahrer Verkehrssünder
Straßenrambos geben Gas oder drängeln, andere blockieren hartnäckig die Mittelspur. Hinterm Steuer bauen viele beruflichen und privaten Stress ab. Diese Autofahrer sind echt nervig: © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
1. Auffahrer: Obwohl ungenügender Sicherheitsabstand ein gravierendes Unfallrisiko ist, klebt der anderen immer an der Stoßstange. Im Crashtest bei Tempo 100 kann selbst ein Profi hinterm Steuer nicht mehr reagieren, wenn der Vordermann plötzlich bremst. Die Regel lautet: "Abstand = halber Tacho". © dpa
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2. Straßenrambo: Der Drängler gibt auf der Autobahn Vollgas. Mit Lichthupe kämpft er sich die linke Spur frei. Sie halten die linke Spur für eine reine Überholspur. © dpa
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3. Mittelspur-Blockierer: Die Mitttelspur ist ihre Heimat. Egal, ob die Autobahn frei ist oder das Tempo auf der rechten Spur höher ist. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
4. Blinkmuffel: Abbbiegen, wenn es einem gefällt. Vielleicht brennt ja ein Lämpchen durch, wenn man zuviel blinkt? Oder schont das Nicht-Blinken die Batterie? © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
5. Gehweg-Blockierer: Diese Autofahrer denken sie stehen in der Rangordnung des Straßenverkehrs an oberster Stelle. Fußgänger oder Radfahrer haben sich unterzuordnen. © dpa
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6. Parkplatz-Blockierer: Dem Parkplatz-Blockierer gehört scheinbar die ganze Welt oder möglichst viel Raum. Warum nur einen Parkplatz belegen, wenn man mindestens zwei haben kann? Markierungen auf dem Asphalt übersieht er gnadenlos. © dpa
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7. Einfädel-Ignorierer: Bis zum Ende der Spur durchfahren, dann einfädeln, so lautet die Regel. Auch wenn Stauexperten immer wieder und wieder dazu raten, stößt diese Empfehlung bei vielen Autofahrern auf taube Ohren. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
8. Musik-Mobil: Der Bass wummst und selbst bei geschlossenen Türen und Fenstern ist der Sound aus dem Auto unüberhörbar. Lautes Musikhören kennt übrigens keine Altersgrenzen. © dpa
Ampel
9. Der Farbenblinde: Die Ampel steht nur kurz auf grün, doch das stört den Farbenblinden kaum. Falls er dann endlich mal langsam über die Kreuzung rollt, ist er der Einzige. © dpa
Scheibenwischer
10. Scheibenwischer-Fans: Diese Autofahrer stehen auf einen klaren Durchblick. Die Wischanlage ist immer im Einsatz: bei Tempo 50 in der Stadt oder auf der Autobahn. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
11. Vorfahrt-Erzwinger: Kreuzungen in Wohngebieten sind ihr Revier. Sie schleichen sich freundlich an und setzten dann knallhart ihren Willen durch. © dpa

Der Kläger hatte angegeben, dass er im Tankstellenladen zwei Vignetten für Österreich und einen Schokoriegel gekauft und dann die Tankrechnung vergessen habe. Der Kassierer habe ihn auch nicht daran erinnert. Als er dann im Nachhinein die Rechnung über rund 180 Euro bekam, sei er erschrocken. Er sei bereit gewesen, die seiner Meinung nach angemessene Summe von 30 Euro für seine Vergesslichkeit zu bezahlen. Dies habe der Pächter jedoch abgelehnt.

Dass Tankrechnungen nicht beglichen werden - ob aus Nachlässigkeit oder Absicht - kommt häufig vor. Allein bei der Kufsteiner Tankstelle gibt es jeden Monat 25 bis 30 offene Rechnungen. Werden die Betroffenen ausfindig gemacht, zahlen sie meist anstandslos - samt Detektivkosten.

dpa

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