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Im Blindflug unterwegs?

Schlechte Augen beim Autofahren sind gefährlich

Ab wann sollte ich den Führerschein abgeben? Das klären ältere Autofahrer am besten mit ihrem Arzt. Foto: Felix Kästle
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Ab wann sollte ich den Führerschein abgeben? Das klären ältere Autofahrer am besten mit ihrem Arzt.

Grüner Star oder altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bei älteren Menschen lässt oft die Sehkraft nach. Wann ist es Zeit den Führerschein abzugeben?

Es kann viele Gründe geben, warum das Sehvermögen abnimmt. Bei älteren Menschen sind Grüner Star oder Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) häufige Ursachen. Betroffene müssen laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) aber nicht unbedingt aufs Autofahren verzichten.

«Oftmals hilft es, nur noch tagsüber in bekanntem Umfeld zu fahren und auf Überholmanöver zu verzichten», rät Bernhard Lachenmayr, Vorsitzender der DOG-Verkehrskommission. Auch so einfache Maßnahmen wie die regelmäßige Reinigung von Brille und Windschutzscheibe helfen, das Unfallrisiko zu verringern.

Bei der AMD sind vor allem die Sehschärfe am Tag und das Sehvermögen in der Dämmerung beeinträchtigt, während am Grünen Star Erkrankte «blinde Flecken» im Sichtfeld haben können. «Das kann zur Folge haben, dass Fahrzeuge, Fußgänger oder Radfahrer komplett übersehen werden», so Lachenmayr. Betroffenen rät er, auch bei Tag mit Scheinwerferlicht zu fahren, damit sie besser von anderen Verkehrsteilnehmern und Fußgängern wahrgenommen werden, was wiederum deren Sicherheit erhöht.

Werden die Beeinträchtigungen zu groß, hilft allerdings nur noch ein Fahrverbot. Der behandelnde Arzt muss es laut Lachenmayr bei Gefahr im Verzug aussprechen. «Dem nachzukommen, fällt vielen Betroffenen schwer», berichtet Lachenmayr. Um die Einsicht zu fördern, müssten Angehörige gemeinsam mit dem Hausarzt oft viel Überzeugungsarbeit leisten. Weigern Betroffene sich dennoch, ihren Führerschein abzugeben, kann der Augenarzt bei der zuständigen Behörde ein Fahrverbot vorschlagen. Die kann dann den Entzug der Fahrerlaubnis veranlassen.

Die häufigsten Augenkrankheiten

Augen Krankheiten
Das Auge gehört für viele zum wichtigsten Sinnesorgan. Augenerkrankungen können das Sehvermögen mindern oder im schlimmsten Fall zerstören. Der Verlauf ist oft schleichend. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Katarakt
KATARAKT - GRAUER STAR: Die häufigste Form der Katarakt ist die altersbedingte Linsentrübung. Die ursprünglich klare Augenlinse verliert im Laufe des Lebens ganz allmählich an Transparenz. Erst im höheren Alter erreicht die Trübung eine Dichte, die das Sehen beeinträchtigt. Der Blick in die weit getropfte Pupille zeigt die ersten Anzeichen einer Katarakt: weiße strahlenförmige Trübungen und ebensolche Pünktchen im zentralen Bereich. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Grüner Star: Glaukom im fortgeschrittenen Stadium mit bereits schwer geschädigtem Sehnerv.
GLAUKOM - GRÜNER STAR: In der Mitte der Papille erkennt man eine extrem große weiße Ausbuchtung, der Sehnervenkopf hat fast keinen gesunden rosafarbenen Rand mehr. In diesem Stadium ist der Sehnerv bereits stark geschädigt. Die Beeinträchtigung kann nicht rückgängig gemacht, aber zumindest gestoppt werden, sobald sie erkannt wurde. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt.
Ab 40. sollten Männer und Frauen zur Vorsorgeuntersuchung bei Augenarzt (IGeL-Leistung). Patienten bemerken die Erkrankung im Frühstadium nicht. Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Eine gesunde Netzhaut Retina
RETINA: Eine gesunde Netzhaut wie der Augenarzt sie bei der Untersuchung des Augenhintergrundes sieht. Die Arterien und Venen treffen sich an der hellen Stelle, wo der Sehnerv ins Auge mündet, dem Sehnervenkopf. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
Die feuchte Form der altersabhängigen MAKULADEGENERATION (AMD) verläuft wesentlich aggressiver als die trockene AMD. In der Netzhaut bilden sich krankhafte Gefäße, die Flüssigkeit absondern und die empfindlichen Netzhautgefäße zerstören. Dem Augenarzt stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, weitere Gefäßneubildungen zu verhindern und den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen. Hier sind die Veränderungen der Netzhautmitte bereits deutlich zu erkennen. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
BINDEHAUTENTZÜNDUNG: Eine durch Viren verursachte Bindehautenzündung ist extrem ansteckend. Infizierte Patienten müssen den Kontakt zu anderen meiden. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Schirmer Test
TROCKENES AUGE: Mit dem sogenannten Schirmer Test bestimmt der Augenarzt die Menge der Tränenflüssigkeit. Trockene Augen entstehen, wenn Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Dabei hat der Patient häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben oder die Augen brennen und jucken. Feinstaub in der Luft steht unter Verdacht an der Enstehung eines Trockenen Auges mitverantwortlich zu sein. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)

dpa/tmn

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