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Rennsemmel und Alltagstauo

VW Golf R im Test: Ausfahrt mit dem großen bösen Golf

Golf R blau  Front Rennstrecke
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Der Golf R ist eine echte Rennmaschine. Kein Wunder, dass er auf der Nürburgring Nordschleife einen neuen Rekord aufgestellt hat.

Er ist der stärkste (Serien-)Golf aller Zeiten. Der Golf R bringt 320 PS auf die Straße. Und so fühlt sich das auch an.

  • Das Spitzenmodell leistet jetzt 320 PS und rennt 270 km/h schnell.
  • Mit diesem Fahrwerk kommt der Nürburgring auf die Straße.
  • Punkteabzug bei Sprachsteuerung und autonomen Assistenten.

Es war einmal ein großer böser Wolf. Geboren wurde er in Wolfsburg. Manche sprechen auch von Golfsburg, weil das gleichnamige Auto von hier aus zu einem wahren Siegeszug antrat. Über 35 Millionen Mal hat sich der VW Golf* verkauft, die scharfe Variante als GTI wurde zur Legende – aber erst der Golf R setzte der Erfolgsstory die Krone auf. Der stärkste Golf aller Zeiten – ein modernes Märchen auf vier Rädern.

Zwar kostet die Akrapovic-Auspuffanlage mit den perforierten Rohren 4000 Euro Aufpreis. Beim Golf R gehört sie aber fast dazu.

Titan-Abgasanlage von Akrapovic für 4000 Euro

Warum hast du so große Auspuffrohre, fragt sich der geneigte Passant, wenn er auf die vier perforierten Endschalldämpfer schaut. „Damit Du mich besser hören kannst“, antwortet der große böse Golf im schwarzen Blechkleid. Denn die Akrapovic-Klappenanlage aus Titan (knapp 4.000 Euro Aufpreis) sieht nicht nur gut aus, sie hört sich auch gut an. Man muss allerdings einen ausgeprägten Hang zu einer gewissen Extrovertiertheit haben. Das Bollern und Krachen passt nicht zu jedermann, ist vielleicht auch nicht mehr so ganz zeitgemäß und erinnert an die Zeiten, als der Golf GTI die Herzen der Hobby-Rennfahrer auf dem flachen Land eroberte. Als die Sitze noch kariert waren und die Hosenträgergurte knallrot.

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VW Golf R: Wer auf puren Sound steht, der muss diesen Trick wissen

Egal, wer auf präpotenten Sound der 80ger Jahre steht, der ist beim Golf R genau richtig. Und wer nur die schiere Power und das perfekt ausbalancierte Fahrwerk genießen will, kann über die Wahl der Fahrmodi auch die Aufdringlichkeit des akustischen Auftritts fein steuern. Kleiner Tipp am Rande für all diejenigen, die sich den Spaß leisten wollen: Wer auf puren Sound steht, der sollte im Untermenü den Sound-Aktuator ausschalten. Also die künstliche Motor-Musik, die zugespielt wird. Klingt gleich viel ehrlicher und realistischer. Und nicht nur nach Märchen vom großen bösen Golf.

320 PS holt der Golf R aus dem Zweiliter Turbo-Benziner. So viel Power wie noch nie.

Leistungsgewicht von 4,85 PS pro Kilogramm

Die verschiedenen Fahrmodi, mit denen Gasansprechverhalten, Fahrwerk, Antrieb und Lenkung modifiziert werden, sind neben dem Motor der Hauptspaßbringer bei diesem Golf. Aber zunächst ein paar Worte zum Zwei-Liter-Turbobenziner, der im R-Modell 320 PS leistet. Der lauffreudige Vierzylinder steht jederzeit bereit. Das zeigt alleine schon die Drehmomentkurve, die früh einsetzt und die Leistung lange hält. Zwischen 2100 - 5350 Umdrehungen bringt der Motor satte 420 Nm Drehmoment auf die Straße. Und zwar auf alle vier Räder. Dabei wird die Kraft nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse verschoben, sondern auch zwischen den Rädern auf der Hinterachse. Torque Vectoring nennt sich die feine Technik, die durch das Abbremsen des kurveninneren Rades bei gleichzeitiger Beschleunigung des äußeren Reifens, die Trägheit der Masse besiegt und den Golf R in den Kurven tanzen lässt. Apropos Gewicht: Mit 1554 Kilogramm liegt der Chef des Golfrudels schon ziemlich gut. Das ergibt ein Leistungsgewicht von 4,85 Kilogramm pro PS. Damit liegt der Golf R auf Augenhöhe mit der allseits gefeierten japanischen Rennsemmel Toyota GR Yaris.

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Die Farbe blau ist beim Innenlicht allgegenwärtig. Wenn man f Race oder Nürburgring umstellt sieht das Display Rot.

Mit diesem Fahrmodus darf man nicht auf die Straße

Bei den Fahrmodi leistet sich Volkswagen für ihr Spitzenmodell gleich sechs unterschiedlich Einstellungen. Comfort, Sport, Race und Individual – das kennt man ja von anderen Sportwagen. Dabei vernetzt bei VW ein so genannter Fahrdynamik-Manager die relevanten Fahrsysteme: Progressivlenkung, elektronische Dämpfer sowie den Allradantrieb mit der elektronischen Hinterachssperre und stellt je nach Fahrsituation den optimalen Zustand her. Beim Golf R gibt es noch den Drift-Modus, der nur auf abgesperrten Strecken hergenommen werden darf und dessen Name eigentlich schon alles sagt.

Das verbirgt sich hinter der Einstellung „Nürburgring“

Und dann wäre da noch die Einstellung Special. Schon auf der Kachel im Display ahnt man, worum es geht. Der Schriftzug „Special“ wird von einer feinen Linie umrahmt – es ist der Verlauf der Nürburgring Nordschleife. Alle Einstellungen sind optimal auf die Anforderungen von Deutschlands berühmtester Rennstrecke eingestellt. Hier hat der neue Golf R auch eine neue Bestmarke aufgestellt. Mit 7:51 Minuten durchbricht er zum ersten Mal die 8-Minuten-Schallmauer und schlägt seinen Vorgänger damit um ganze 17 Sekunden. Das nachzumachen ist für Normalos natürlich nicht empfehlenswert – ein Ausflug zur Nordschleife mit ein zwei Proberunden rentiert sich mit dem Golf R jedoch allemal für Auto-Enthusiasten.

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Das geschwungene R im Heckkleid, vier Auspufftöpfe und ein Dachspoiler. Daran erkennt man einen Golf R von hinten.

So wird aus dem Tankwart ein guter Freund

Sonst gilt für den Golf R. was für alle Modelle seit 1974 gilt: Ein Golf ist ein Golf. Auf der Stellung Comfort und Sport kommt man gut und unspektakulär durch den Alltag. Vielleicht mal abgesehen von den Passanten, die sich den großen Dachspoiler oder die Titan-Endrohre etwas genauer ansehen wollen. Der R ist genauso praktisch wie das Basismodell, nur beim Verbrauch muss man für so viel Leistung seinen Tribut zollen. Auch wenn man es nicht krachen lässt, die Acht steht auf alle Fälle vor dem Komma, die zehn bei flotter Fahrweise und auch die Zwölf ist nicht unbedingt selten. Bei 55 Liter Gesamtvolumen sieht man seinen Tankwart damit häufiger als man will.

Das hat uns beim Golf R leider nicht gefallen

Ein Wort zu den Assistenzsystemen. Hier ist nicht alles Gold was im Prospekt glänzt. Das ist aber nicht Golf R spezifisch, sondern gilt für alle Modelle, in der die entsprechenden Techniken eingebaut sind. Speziell haben wir uns auf den Testfahrten mit dem Sprachassistenten auseinandergesetzt und mit den Funktionen des teilautonomen Fahrens. Bei ersterem müssen wir leider sagen: Wir haben uns nicht wirklich gut verstanden. Schon alleine beim Einstellen des Navis auf ein Ziel in Österreich wurde aus einem Kurzbefehl ein längerer Dialog mit der Computerstimme. Immerhin mussten wir nicht am Straßenrand stehen bleiben, irgendwann war der Rathausplatz in Wien tatsächlich im System und es konnte weitergehen. Das teilautonome Fahren funktioniert so lange perfekt, wenn es nur um Abstand und Geschwindigkeit geht. Beim Spurwechsel muss man schon sehr aufpassen, weil das Auto nicht immer alles sieht und dem Vordermann so manches Mal gefährlich nahekommt. Da muss der Mensch schon energisch eingreifen. Bei Baustellen mahnt der Assistent, dass man sein Auto doch auf der Mitte der Fahrbahn bewegen soll und wer sein Steuerrad nicht umklammert wie einen Gehstock, wird relativ schnell akustisch und optisch ermahnt, doch die Lenkung wieder zu übernehmen. Gerade bei längerer Autobahnfahrt kann das nervig sein.

Bequem, trotzdem viel Seitenhalt. Die Sportsitze des Golf R bewältigen Alltag und Rennstrecke recht ordentlich.

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Unser Fazit zum Chef des Golfrudels

Nach über 1.000 Testkilometern steigen wir aber trotzdem nur ungern aus diesem Golf aus. Fahrwerk und Performance gepaart mit absoluter Alltagstauglichkeit bereiten großes Vergnügen. Galt der GTI wegen seiner karierten Sitzbezüge immer als das schnellste Karo der Welt, so hat ihm das R-Modell den Titel längst abgejagt. Mit 4,7 Sekunden von 0 auf 100 und einer Spitzengeschwindigkeit von 270 km/h (nur mit Performance-Paket) ist der Golf R ein echtes Hochleistungsgerät. Freilich nicht unbedingt zum Schnäppchenpreis. Zwar startet der Golf R bei knapp 50.000 Euro, wer zu lange mit dem Konfigurator spielt, landet jedoch auch schnell bei 70.000 Euro.

Technische Daten VW Golf R

  • Motor: 2,0-Liter Turbo-Benziner, Vierzylinder
  • Hubraum: 1.948 ccm
  • Leistung: 235 kW/320 PS bei 6.500 U/min
  • Drehmoment: 420 Nm bei 2100 - 5350 U/min
  • Antrieb: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG
  • 0-100 km/h: 4,7 Sekunden  
  • Spitze: 250 km/h
  • Normverbrauch: 7,7 l/100 km
  • CO2-Emission: 176 g/km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,29 / 1,79 / 1,46 Meter
  • Kofferraum: 374 – 1230 l
  • Leergewicht: 1554 / 476 kg
  • Preis: ab 49.400 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

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