Um 13.000 Euro erleichtert

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Rosenheim - Immer mehr Menschen nutzen die Vorzüge von Online-Banking. Doch im Internet sollte man besonders vorsichtig sein. Diese Erfahrung musste ein 45-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim machen.

Er fiel auf Internet-Betrüger herein. 13.000 Euro wurden von seinen Konten abgebucht. Die Bank muss ihm nur einen Teil des Schadens ersetzen, entschied nun die Zivilkammer am Amtsgericht Rosenheim.

Als ein 45-jähriger Mann aus dem Landkreis im November 2008 seine Kontoauszüge studierte, staunte er nicht schlecht. Von einem seiner Girokonten waren 5.000 Euro abgebucht worden, von einem anderen sogar 8000 Euro. Der Mann, Kunde einer Bank im Landkreis, hatte die Überweisungen weder veranlasst noch genehmigt.

Der 45-Jährige nahm Kontakt mit seiner Bank auf, doch weil die 13.000 Euro in Richtung Slowakei verschwunden waren, konnte das Geld nicht mehr zurückgebucht werden. Die Bank wollte dem Geschädigten den Verlust aber nicht ersetzen, weil sie der Meinung war, der Kunde habe gegen wichtige Warnhinweise im Zusammenhang mit Online-Banking verstoßen.

Der 45-Jährige verklagte daraufhin seine Bank auf die Rückzahlung von wenigstens 5.000 Euro, weil er einen solchen Auftrag niemals gegeben hatte. Vor dem Zivilrichter beim Amtsgericht Rosenheim bekam er allerdings nur die Hälfte des verlangten Geldes zugesprochen. Der Grund: Er hätte zwar einen Anspruch auf Rückzahlung des überwiesenen Betrages. Jedoch habe er selber ein gerüttelt Maß Schuld daran, dass kriminelle Kräfte auf die Konten zugreifen konnten.

Der Kläger hatte sich nach Ansicht der Gerichts mehr als leichtfertig verhalten: Als der 45-Jährige im Mai 2008 auf die Website seiner Bank zugreifen wollte, öffnete sich auf seinem Computerbildschirm ein Fenster. Für eine angebliche „Sicherheitsabfra- ge“ verlangte man von ihm seine persönliche Identifikationsnummer (PIN) und zehn seiner Transaktionsnummern (TAN).

Richter Dr. Anton Burger entschied, dass er spätestens hier hätte stutzig werden müssen. Die Internet-Seiten von Banken verlangen bei verschiedenen Vorgängen eine Transaktionsnummer, aber niemals mehrere und auf gar keinen Fall die PIN, es sei denn zum direkten Einloggen.

Richter: Bank trägt Mitschuld

Im Internet-Banking-Vertrag weisen alle Banken ihre Kunden ausdrücklich darauf hin, mit Identifizierungs- und Legitimationsdaten sorgfältig umzugehen. Die Abfrage von zehn TANs hätte den Kunden misstrauisch machen müssen, so der Richter. Das Unternehmen konnte erwarten, dass er zumindest zeitnah bei seiner Bank rückfrage. Allerdings war der Richter auch der Meinung, dass die Bank auf ihrer Website nicht ausreichend vor der Gefahr dieser Ausspähangriffe gewarnt hätte. Deshalb wurden ihr 50 Prozent der Schuld am Missgeschick des Klägers zugesprochen. Die Bank muss demnach 2.500 Euro an den Kläger zahlen. Der bleibt damit auf einem Schaden von 10.500 Euro sitzen – mindestens. Denn die Bank ist nach wie vor der Meinung, ihr Kunde habe grob fahrlässig gehandelt, und hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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