Ab 2012: „Rosenheim Hauptbahnhof“

Rosenheim - Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer stellte den Arbeitsbericht zur aktuellen Situation und zur Geschäftslage der Stadt vor.

Trotz spannender Champions-League-Spiele, so stellte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer fest, hatten sich rund 80 Bürger zur ersten Bürgerversammlung 2011 für den Stadtbereich Mitte-Südwest in der „Turneralm“ in Oberwöhr eingefunden, um aus erster Hand den Arbeitsbericht der Rathauschefin zur aktuellen Situation und zur Geschäftslage der Stadt entgegenzunehmen.

Ganz aktuell informierte die Oberbürgermeisterin, dass die durch die Sturmschäden und wolkenbruchartigen Niederschläge notwendig gewordene Chlorung des Trinkwassers in Übereinstimmung mit dem Gesundheitsamt nunmehr aufgehoben werden könne. In Zusammenhang mit der Trinkwassersituation hatte die Verwaltung so manche kuriose Anfrage besorgter Bürger zu beantworten, so beispielsweise, ob auch Hunde das Wasser trinken können oder ob das Wasser für die Zubereitung von Spaghetti vorher abgekocht werden müsse. Die Verwaltung, so leicht schmunzelnd die Oberbürgermeisterin, hätte die Situation „voll im Griff“ gehabt und alle Fragen zufriedenstellend beantworten können. Im ersten Teil legte Bauer die finanzielle Situation der Stadt dar, bezeichnete diese als „im Prinzip positiv“ und konnte sogar auf einen „kleinen Überschuss“ in Höhe von 1,7 Millionen Euro verweisen. Die im städtischen Haushalt angesetzten Investitionen umfassen heuer rund 33 Millionen Euro, die, wie bereits im letzten Haushaltsjahr, vorrangig in die Bereiche Bildung und Schulen sowie für Kinder und Jugend eingesetzt würden. Im Einzelnen nannte Bauer die abschließenden Sanierungsarbeiten einschließlich Brandschutzeinrichtungen in der Volksschule und Kindergarten Fürstätt, die sich laut Bauer als recht schwierig erwiesen hätten. Der „Vormarsch der Ganztagsschulen“ erfordere nicht nur neue zeitgemäße, pädagogische Konzepte, sondern auch weitere Räumlichkeiten.

„Großer Zuspruch zur Rieder-Realschule“

Für die „Mittelschule am Luitpoldpark“ sei eine Mensa geplant und mittels flächendeckender Förderprogramme solle die Jugendsozialarbeit an den Schulen forciert werden. Ebenso mache der große Zuspruch zur Johann-Rieder-Realschule deren Erweiterung erforderlich, und auch die Schaffung von immerhin 28 Kindergarten- und Krippengruppen sei sicherlich kein Pappenstiel, so die Bilanz der Oberbürgermeisterin. In der Kategorie „Bauen und Verkehr“ standen Gestaltungsfragen am Salzstadel, Arbeiten in Pang, die Sanierung der Hubertusstraße und Mangfallstraße sowie der Spatenstich für die Erschließung des Gewerbegebietes Oberfeld an. Erfreut erklärte Bauer, dass es der Stadt gelungen sei, die nördlichen Brachflächen am Bahnhof bis hin zum Brückenberg zu erwerben und somit eine „selbstbestimmende Konzeption“ der Stadt zu ermöglichen. Der Bahnhofsvorplatz werde in nächster Zeit im Mittelpunkt städtischer Planungen stehen. Die DB-Stationsschilder am Rosenheimer Bahnhof dürften bald ausgetauscht werden, denn mit der zugesagten Realisierung des DB-Haltepunkts Egarten für Herbst 2012 werde der jetzige Rosenheimer Bahnhof sicherlich zum „Hauptbahnhof“ aufgewertet. Wenig Erfreuliches konnte die Rathauschefin hingegen zum Zustand Rosenheimer Straßen vermelden, von denen einige – so die Ellmaierstraße in Richtung Kaiserstraße oder Bereiche der Prinzregentenstraße – eine neue Straßendecke erhalten sollen; vom Zustand der Mangfallstraße ganz zu schweigen. Traurig sei auch die „unendliche Geschichte“ der Westtangente, deren Kosten laut Planung sich zwischenzeitlich bereits auf 72 Millionen Euro belaufen und für die eine zehnjährige Bauzeit angesetzt ist. Die Hoffnung auf frei gewordene „Olympia-Gelder“ dürfte sich als trügerisch erweisen.

Skurrile Entwicklung bei Brennerzulauf

Die skurrile Entwicklung der Planungen für den Brennerzulauf der Bahn durch das bayerische Inntal treibe zwischenzeitlich seltsame Blüten und lasse Rosenheimer Bürger nur unruhig schlafen. Die Stadt, so die Oberbürgermeisterin, sei auch weiterhin an der Schiene interessiert. Ausführungen zum Energiekonzept der Stadtwerke und Hochwasserschutzmaßnahmen schlossen den allgemeinen Teil ab. Bürgeranfragen zum integrierten Umweltschutzkonzept und zum kommunalen Liegenschafts- und Energiekonzept wurden zwar angesprochen, aber der Ruf nach Verkehrsberuhigung im Allgemeinen und Lärmschutzmaßnahmen im Speziellen, aber besonders die „ungute Situation“ – so Bauer – an der Bahn-Unterführung Küpferlinger Straße beschäftige die Bürger derzeit wesentlich mehr. Nicht nur, dass an der Bahnunterführung schwer nachvollziehbare Baumängel in Form von Blasenbildungen aufgetreten sind und den Verkehr stark beeinträchtigen, auch die dortige Ampelregelung erregt die Gemüter. Dort seien Ampeln installiert, an denen jeder herumfummeln und ihm genehme Einstellungen vornehmen könne. „Solche Ampeln dürfen nicht aufgestellt werden, entschied die Oberbürgermeisterin kategorisch und ordnete schnelle Überprüfung an.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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