Prozess um Zugunglück von Bad Aibling

Experte: Keine technischen Mängel im Stellwerk

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Traunstein/Bad Aibling - Am Montagnachmittag sagte ein Unfallexperte aus, der die Ursachen des Zugunglücks untersuchte. 

Live-Ticker vom Prozess Zugunglück Bad Aibling

Der nächste Zeuge, der am Montagnachmittag aussagte, arbeitet bei der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (Eub),. Der Beamte untersucht Eisenbahnunfälle und deren Unfallursachen, um daraus Verbesserungen vorzunehmen. Seine Aufgabe liege nicht darin, die Haftungsfrage zu klären, sondern Verbesserungen herbeizuführen. "Wir beurteilen nicht die Schuldfrage." 

Im Nachgang gebe es dann immer einen Untersuchungsbericht. „Wir sind auch noch in der Untersuchung, haben diesbezüglich noch keine abschließenden Erkenntnisse“, so der Beamte.

Keine technischen Mängel im Stellwerk

Zunächst habe man eine Bestandsaufnahme im Stellwerk Bad Aibling gemacht. Im Stellwerk Bad Aibling sei er vom Unglückstag Dienstag, 9. Februar, bis Freitagnachmittag tätig gewesen. Am Sonntag darauf wurde dann das Stellwerk anhand der Prüfschritte durchgearbeitet. "Die Untersuchungen konzentrieren sich vorwiegend auf den Bereich Funktechnik und Betrieb, also ob Oberleitungsstörungen vorliegen etc." 

Zusammengefasst haben die Prüfungen keine technischen Mängel im Stellwerk und der Strecke ergeben. Ob es menschliches Versagen gewesen sei, könne der Zeuge noch nicht beurteilen, da der Bericht noch nicht abschließend ausgeführt wurde. 

Wieso gibt es zwei Notrufe? 

Warum wurde ein Notruf "Strecke" und nicht "Triebfahrzeugführer" getätigt? Das Regelwerk der Bahn für den Notruf ist nicht immer so einfach, erklärte der Zeuge darauf. "Die Regelwerke sind sehr eng gestrickt, es ist sehr schwierig diese umzuformulieren", so der Beamte. "Das ist historisch gewachsen." 

"Aus der Historie heraus gab es den Streckennotruf und den Zugnotruf". Über analoge Funkkästchen konnte der Zugführer früher die Fahrdenstleiter erreichen. Diese analogen Funkkästchen wurden dann abgeschafft, woraufhin von der Deutschen Bahn ein Streckennotruf beantragt wurde, dem das EBA stattgegeben habe. Man konnte also den Fahrdienstleiter von draußen heraus nach Einführung des Streckennotrufes wieder erreichen. 

Umgekehrt sei es jedoch unwahrscheinlich, dass der Fahrdienstleiter den Zugführer erreichen muss. Die Fahrdienstleiter können also alle Notrufe hören, die Triebfahrzeugführer jedoch nur die direkt an sie gerichteten Notrufe.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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