Altes Leichenhaus wird restauriert

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Restaurator Wolfgang Lauber (links) erläuterte der Runde zwei Varianten der geplanten Farbgebung des Hauptraumes.

Rosenheim - Derzeit wird das alte Leichenhaus im städtischen Friedhof restauriert und zu einem Kolumbarium umgebaut, in dem Urnen beigesetzt werden.

Bei einer Behördenbesprechung mit Christoph Scholter vom Landesamt für Denkmalpflege, Vertretern des Hochbauamtes und der Stadt stellten der Restaurator Wolfgang Lauber aus Bergham bei Bad Endorf, der hier mit seiner Tochter Daniela und Claudia Valenta aus Rosenheim tätig ist, zwei Farbvarianten für den Hauptraum vor.

Die Außenrenovierung des alten Leichenhauses ist schon weit fortgeschritten.

Stark heruntergekommen, besonders im Inneren, war die alte Aussegnungshalle im Friedhof. Sie diente als Lagerraum und Garage für die Kleinmaschinen für die Friedhofspflege. Der Halbrundbau mit Umgang aus dem Jahre 1860 wurde vor einigen Monaten mit Beginn der Sanierungsarbeiten aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und wird wieder in ein Kleinod des frühen Historismus verwandelt.

Christoph Scholter, der regional zuständige Referent des Landesamtes, wiegte nachdenklich den Kopf zu den von Wolfgang Lauber vorgestellten Fotomontagen zweier Farbvarianten des repräsentativen Hauptraumes, die sich an den Befund aus den untersuchten Farbschichten der Wände anlehnen, jedoch stark aufgehellt, im Kontrast zurückgenommen sind und deutlich weniger Schmuckbestandteile enthalten. Scholter erinnerte daran, dass bei ersten Beratungen grundsätzlich entweder eine Annäherung an den Ursprungszustand mit einer Wiederherstellung der ursprünglichen Lichtführung möglich sei oder eine gestalterische Neukonzeption.

Das "Testfeld" der aufgehellten Farbvariante.

Die jetzige Mischform zwischen der abgewandelten Interpretation des Befundes sei jedoch keine Neugestaltung, sondern eine Mischform und daher aus denkmalpflegerischer Sicht nicht überzeugend. Er empfahl der Stadt als Bauherrin, die ursprüngliche Farbigkeit laut Befund wiederherzustellen, da sie dann auch mit dem "kräftig" wirkenden originalen Bodenbelag eine stimmigere Wirkung ergäbe.

Im nördlichen Nebenraum ist bereits eine schlicht-moderne Urnenwand aufgestellt. Als neue Farbmuster für Wand und Decke wurde ein kräftiges Braunrot mit Linierung zur hellen Decke vorgeschlagen; zusätzlich als Variante eine Farbgebung in gebrochenem Weiß. Aufgrund der vollständigen Neukonzeption dieses Bereiches seien denkmalpflegerisch beide Varianten machbar, so Scholter. Er merkte an, dass die Farbgebung im Hauptraum gemäß dem Befund auch besser mit der hier geplanten kräftigen Farbgebung des Urnenbereichs harmonieren würde.

Bei einem kurzfristig anberaumten Folgetermin mit Denkmalpfleger Scholter und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer fand die Farbgebung im nördlichen Nebenraum Zustimmung.

Eine endgültige Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen. Die Experten wollen sich nochmal zusammensetzen, um den Restauratoren einen bindenden Bescheid für die farbliche Ausgestaltung des Hauptraumes geben zu können.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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