Feuer in einem Reifen- und Altöllager

So erlebten die Anwohner den Großbrand

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Der hintere Bereich des Altöttinger Autohauses, das Areal rund um das Reifenlager, war am Montagnachmittag von dem Feuer betroffen. Mehrere Autos wurden in Mitleidenschaft gezogen.
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Altötting - Ein lauter Knall und schon war alles voller Rauch und Feuer. Die Anwohner kamen bei dem Brand eines Reifen- und Altöllagers mit dem Schrecken davon.

1,5 Millionen Euro - auf diese Summe beziffert die Polizei in einer ersten Schätzung den möglichen Schaden des Großbrandes im Reifen- und Altöllager eines Altöttinger Autohauses. Das Lager selbst sowie mehrere Neu- und Gebrauchtwagen wurden von den Flammen zum Teil stark beschädigt, manche Autos sind gar vollständig ausgebrannt. Doch anders als die riesige Rauchwolke, die gestern Nachmittag über Altötting stand, vielleicht vermuten lässt, hat das Feuer offenbar nur in einem sehr begrenzten Gebiet gewütet. Die umstehenden Häuser mit zahlreichen Wohnungen blieben verschont, die Anwohner sind mit dem Schrecken davon gekommen.

Video: Das Autohaus nach dem Großbrand

"Es war so heiß"

"Ich war auf dem Balkon und habe Zeitung gelesen. Auf einmal hat's geknallt", erzählt eine Anwohnerin unserer Redaktion. Zuerst habe sie sich nichts dabei gedacht, schließlich passiere dies öfter. "Doch dann knallt es wieder und auf einmal war da eine riesige schwarze Wolke. Da bin ich gerannt und habe die Fenster zu gemacht." Auch im Treppenhaus haben die Nachbarn schnell reagiert und alle Fenster geschlossen. Ein kleines Holzhäuschen, das von den Bewohnern genutzt wird und direkt an das Grundstück des Autohauses grenzt, ist unbeschädigt geblieben. "Da ist gar nichts passiert. Dabei hat das Feuer direkt hinter der Holzwand geflackert", erzählt die Frau.

Die Anwohnerin hat wegen des Feuers nur einen verschwindend kleinen Verlust zu beklagen. Vor der Haustür stand ihr Fahrrad. "Ich habe schon daran gedacht, aber da war es schon zu spät. Es war so heiß." Weil die Frau sich eine Folie für ihr Fahrrad besorgt hatte - als Schutz vor Regen - ist dem Gefährt nichts passiert. "Das ist eine große Folie, die geht ganz runter", erzählt die Anwohnerin. Die Folie selbst ist nun - verrußt und völlig durchlöchert - nicht mehr zu gebrauchen. Ersatz hat die Anwohnerin aber schon besorgt - falls es mal wieder regnet.

"Wie kann so etwas passieren?"

Eine Nachbarin, eine ältere Dame, wollte sich gerade ein wenig ausruhen, als sie von einem Knall aus dem Schlaf gerissen wurde. "Ich war im Zimmer, da hat es auf einmal geschossen. Dann war schon der Rauch neben dem Balkon." Eine Nachbarin kam der Dame zu Hilfe, um so schnell wie möglich die Fenster zu schließen. Noch immer ist die Anwohnerin sichtlich aufgeregt, wenn sie über die Ereignisse von Montagnachmittag denkt: "Da war überall Feuer und Rauch. Es war schrecklich. Wie kann so etwas passieren?"

Ein anderer Bewohner wiederum nimmt es sehr gelassen. Er habe einfach die Fenster zugemacht und gewartet. "Es ist schon Schlimmeres passiert", findet der Mann.

Über die Ursache des Unglücks ist derzeit noch nichts bekannt. Nachdem zunächst Beamte des Kriminaldauerdienstes (KDD) am Montagnachmittag die Ermittlungen aufgenommen hatten, liegt der Fall nun in der Zuständigkeit der Brandfahnder der Kripo Mühldorf. Nach Angaben der Polizei sind für Aussagen zur Brandursache in den nächsten Tagen weitere Ermittlungen notwendig.

Das Autohaus am Tag nach dem Großbrand

Das Autohaus nach dem Großbrand

Der Feuerwehreinsatz am Montagnachmittag

Quelle: innsalzach24.de

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