Bereits 2014 verurteilt

Wieder Ermittlungen gegen Haarfetischisten

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Altötting - In sozialen Netzwerken schrillen die Alarmglocken. Hat ein Haarfetischist aus dem Landkreis Altötting schon wieder zugeschlagen? Die Polizei ermittelt.

Auf Facebook kursieren zum wiederholten Mal Meldungen über einen mutmaßlichen Haarfetischisten. Junge Frauen warnen in dem sozialen Netzwerk vor dem 34-Jährigen. Dieser habe ihnen über Facebook Geld angeboten, wenn er ihnen die Haare abschneiden dürfe - mal hunderte, mal sogar tausende Euro. Dabei gibt der Mann vor, die Aktion diene einem "Haarshooting".

Zwei Models 30.000 Euro versprochen

Mit dieser Masche ist der 34-Jährige in der Vergangenheit immer wieder aufgefallen. Teilweise hatte er bei den Frauen Erfolg. Zwei Models rasierte er eine Glatze, als Gegenleistung hatte der Mann mit deren Modelagentur ein Honorar von 15.000 Euro pro Model vereinbart. Weil die Agentur anschließend keinen Cent sah, verurteilte ein Richter am Amtsgericht Altötting den 34-Jährigen vergangenen Sommer wegen Betrugs zu 15 Monaten Haft auf Bewährung. Eine der Bewährungsauflagen war, dass der 34-Jährige eine Therapie macht.

Bereits im Herbst letzten Jahres kontaktierte der Mann offenbar erneut Frauen in sozialen Netzwerken. Die Polizei verschickte über eine Pressemitteilung eine entsprechende Warnung. Auch die aktuellen Aktivitäten des 34-Jährigen sind der Polizei nicht unbemerkt geblieben. Wie die Polizeiinspektion Altötting auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt, laufen derzeit Ermittlungen gegen den Mann. Zur Frage, ob bislang lediglich Frauen kontaktiert, oder bereits geschädigt wurden, gibt es von der Polizei aktuell keine Auskunft.

Die Altöttinger Polizei warnt Frauen davor, auf derartig dubiose Angebote zum Haareschneiden einzugehen - mag die versprochene Bezahlung auch noch so hoch sein.

Fetischismus war offenbar Tathintergrund

In der Gerichtsverhandlung im Juli 2014 hat der damals 33-Jährige bestritten, dass ihn Haareschneiden oder Haare an sich sexuell erregen. Auf eine Frage des Richters, was ihm solche Aktionen dann bringen, meinte er nur: "Gar nichts, das ist ein Blödsinn gewesen."

Licht ins Dunkel brachte ein psychiatrischer Gutachter. Während dessen Aussage war die Öffentlichkeit zwar von der Verhandlung ausgeschlossen, Richter und Staatsanwalt griffen die Einschätzung des Experten allerdings im Anschluss auf. Der Richter erklärte, dass für den Gutachter ein Fetischismus der Hintergrund der Tat gewesen sei. "Es hat sich eine sexuelle Abweichung ergeben, der er nichts entgegenzusetzen hat", sagte der Staatsanwalt.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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