Mindestens 163 Schulen droht Schließung

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Altötting - Mehr Schulen denn je stehen vor dem Aus. Auch Mittelschulen im Landkreis Altötting sind betroffen. Landtagsabgeordneter Günther Knoblauch macht sich für die Erhaltung stark.

Mindestens 163 Standorte von Mittelschulen (frühere Hauptschule) sind in Bayern derzeit von der Schließung bedroht. Das ergibt eine Untersuchung der SPD-Landtagsfraktion in Zusammenarbeit mit dem renommierten Bildungswissenschaftler Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund. Die Daten sind auch vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) weitgehend bestätigt worden.

20 der betroffenen Schulen sind formal zwar noch nicht geschlossen, haben aber keine Schüler mehr. 57 Mittelschulen sind nur noch sogenannte „Zahnlückenschulen“, das heißt, sie haben nicht mehr in allen Jahrgangsstufen eine Klasse. Hierzu zählt beispielsweise auch die Mittelschule Kirchweidach im Landkreis Altötting. Der Rest, also 86 Schulen, sind hart an der Einzügigkeit. Dies bedeutet, dass sie in jedem Jahrgang nur noch eine Klasse haben mit teilweise nur noch 12 und 13 Kindern. Zu dieser Kategorie zählen die Mittelschulen in Reischach und Winhöring.

Der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD) macht sich für die Erhaltung der Schulen stark: „Wir müssen den ländlichen Raum stärken und dafür sorgen, dass hier keine Schulen wegbrechen. Wir ersparen unseren Kindern dadurch nicht nur lange und teils mühselige Wege im Schulbus – Schulen vor Ort sind auch wichtige Standortfaktoren.“

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Landtags, Martin Güll (SPD), setzt zusammen mit Kommunalpolitikern von CSU und SPD auf die Einführung von Gemeinschaftsschulen an den gefährdeten Standorten. Er bedauert jedoch, dass das Kultusministerium selbst einzelne Schulversuche verbietet – obwohl die Gemeinderäte und die Eltern vor Ort mit über Zwei-Drittel-Mehrheit dafür sind.

An den Gemeinschaftsschulen sollen Kinder der Jahrgangsstufen 5 bis 10 unterrichtet werden, bevor sie im Anschluss zum Beispiel an ein Gymnasium oder in eine Berufsausbildung wechseln. Bildungsforscher Rösner warnt: „Es spielt sich ein Drama ab in den dünn besiedelten Regionen Bayerns. Dort brechen die Schulen weg. Wir müssen dem entgegensteuern mit kleinen, leistungsfähigen und vollständigen Schulen – und zwar wohnortnah.“

Fast unbemerkt und überlagert von der alles beherrschenden G8/G9-Diskussion erteilte Kultusminister Spaenle den beiden Gemeinden Denkendorf und Kipfenberg im oberbayerischen Altmühltal (Landkreis Eichstätt) mitten in den Osterfeiertagen eine Absage für die Etablierung einer Gemeinschaftsschule.

SPD-Bildungsexperte Güll betonte: „Die Staatsregierung muss ihre ideologischen Scheuklappen endlich ablegen. Wir wollen die Gemeinschaftsschule nicht flächendeckend in Bayern einführen, sondern nur dort, wo sich die Schule vor Ort nicht anders retten lässt. Die SPD-Fraktion bietet betroffenen Kommunen ihre Hilfe an, bei der Analyse der Situation, der wissenschaftlichen Prognose der Schülerzahlentwicklung und der Antragstellung ans Ministerium.“

Pressemeldung des Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser