Es begann mit einem Wunder

Warum Altötting ein beliebtes Ziel ist: Ursprung und Geschichte der Wallfahrt

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Tausende Pilger am Kapellplatz in Altötting

Altötting - Jedes Jahr bildet die Zeit um Ostern traditionell den Beginn des Altöttinger Wallfahrtsjahr. Doch warum etwa eine Million Menschen jährlich ausgerechnet zur "Schwarzen Madonna" pilgern, ist selbst einigen Einheimischen nicht ganz bewusst. innsalzach24.de klärt auf:

Jedes Jahr pilgern viele Gläubige nach Altötting. Der Ursprung liegt dabei schon knapp 1.200 Jahre zurück. Im Jahr 865 verlegte der damalige König von Bayern Karlmann, Neffe Karl des Großens, seinen Königssitz nach Altötting und sorgte für eine Aufwertung der Stadt. Im Zuge der Umsiedlung des Regierungssitzes spendete der Regent einen Kirchenschatz, in dem sich auch eine Armreliquie des heiligen Apostels Philippus befand. Somit wurde Altötting bereits vor langer Zeit ein Wallfahrtsziel, an denen Apostelreliquien verehrt wurden.

Wunder Auslöser für Boom

Die "Schwarze Madonna" ist der Hauptgrund für viele Pilger nach Altötting zu kommen

Doch einen regelgerechten Boom sollte die Stadt erst Ende des 15. Jahrhundert erleben. Im Jahr 1489 fiel ein dreijähriges Kind in den durch Altötting fließenden Mörnbach. Die Mutter brachte ihren leblosen Sohn in die der Muttergottes geweihten Kapelle St. Maria, heute besser bekannt als Gnadenkapelle. Die Mutter und andere Gläubige beteten für die Rettung des Kindes und hatten Hoffnung auf Maria, die bekanntermaßen weiß, wie es sich anfühlt ein Kind zu verlieren. Und die Gebete fanden Gehör, denn kurze Zeit später war das Kind wieder lebendig.

Die „Schwarze Madonna“, eine 65 Zentimeter hohe Figur aus Lindenholz geschnitzt und seit ca. 1330 in Altötting, soll im Laufe der Jahre noch einige weitere Wunder vollbracht haben. Seit diesen Ereignissen ist die kleine Stadt ein beliebtes Ziel der Marienwallfahrt. Bereits 1497 war die Erweiterung durch das Langhaus mit seinem Pilgerumgang und Türmchen fertig, um den Ansturm gerecht zu werden. Viele Menschen suchten aufgrund der Erzählungen Schutz und Hilfe bei der Muttergottes von Altötting.

Über 50.000 Opfergaben

Wer schon mal selbst vor Ort war, dem sind bestimmt die sogenannten Votiftafeln im Rundgang der Kapelle aufgefallen. Knapp 2.000 solcher Opfergaben sind dort zu finden, auf denen die Pilger Dank aussprechen für Heilung und Gnade, für Versöhnung und Vergebung. Es wird angenommen, dass seit Beginn der Wallfahrt in Altötting über 50.000 solcher Tafeln gestiftet worden sind. Die älteste Votiftafel ist aus dem Jahr 1501 und berichtet über die Heilung einer schweren Krankheit.

Eine Million Besucher pro Jahr und drei Päpste

Knapp eine Million Menschen kommen laut Stadt Altötting heutzutage jährlich in das beschauliche Städtchen, das gerade einmal 13.000 Einwohner hat, um ihre Gebete oder Danksagungen zu hinterlassen. Während der letzten Jahrhunderte kamen neben dem einfachen Volk auch Kaiser und Könige sowie drei Päpste nach Altötting, um die Gnadenkapelle zu besuchen. Papst Pius VI war 1782 vor Ort, Papst Johannes Paul II besichtigte 1980 den Wallfahrtsort und Papst Benedikt XVI, der im nur paar Kilometer entfernten Marktl geboren wurde, machte 2006 in seiner Heimat Station.

Der damalige Papst Benedikt XVI bei seinem Besuch 2006 in Altötting

Altötting ist neben München die einzige Stadt in Bayern, die diese Anzahl an Papstbesuchen verzeichnen kann. Allein diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung der Wallfahrt für die Region. Altötting ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte im deutschsprachigen Raum. Wer sich auch einmal auf die Reise machen will, findet auf der Tourismus-Homepage der Stadt Altötting alle Infos und Termine zur Wallfahrt.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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