Zusammenschluss der Kreiskliniken von Altötting und Mühldorf

Klinik-Fusion-Konzept: Die Landräte im Interview

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Die Landräte von Altötting und Mühldorf am Inn, Erwin Schneider und Georg Huber.
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Altötting/Mühldorf am Inn/Töging - Die Landräte der Kreise Altötting und Mühldorf, Erwin Schneider (CSU) und Georg Huber (CSU) stellten am Samstag bei einer Pressekonferenz das medizinische Konzept des gemeinsamen Klinikunternehmns vor. Sie bezeichneten es als "Gewinn für beide Landkreise".

Update, 17.15 Uhr: Die Landräte im Interview

"Das ist jetzt kein neues Konzept. Sondern es wurde das schon vorhandene weiter ausgearbeitet", betont Mühldorfs Landrat Georg Huber im Interview mit innsalzach24.de. "Dies in die Richtung, dass beide Landkreise im grundsätzlichen mit den herausgearbeiteten Schwerpunkten die Häuser weiterführen können. Diese Schwerpunkte werden in der Zukunft sicher noch weiter ausdifferenziert. Aber das ist dann die Aufgabe der Vorstände beziehungsweise ärztlichen Chefs."

"Auch wir sind sehr zufrieden mit der Schwerpunktbildung", so auch Altöttings Landrat Erwin Schneider. Auch er legt Wert darauf, dass die wirkliche Arbeit erst zu Beginn des kommenden Jahres in Angriff genommen werden könne. Beide Landräte betonen, durch die Fusion falle die bisherige Konkurrenzsituation weg und würde beide Häuser zukunftsfähig machen.

Das Interview im Video:

"Das entscheidende ist, dass am Ende die Bürgerinnen und Bürger eine bessere Versorgung bekommen", so Schneider weiter. "Diese war zwar bisher schon nicht schlecht. Doch langfristig betrachtet waren die jeweiligen Einzugsgebiete mit 100.000 Einwohnern viel zu gering. Bei den dann 200.000 Einwohnern im Einzugsgebiet wird es eindeutig zu einer Qualitätssteigerung kommen."

Dies sei der wichtigste Punkt. "Gleich gefolgt davon, dass den Mitarbeitern ein sicherer und guter Arbeitsplatz geboten wird. Dann kommen erst die finanziellen Erwägungen", schließt Schneider. "Die Servicegesellschaft KMS wird aufgelöst", geht Huber außerdem auf den Hauptkritikpunkt von Arbeitnehmervertretern bei der Fusion ein. "Das ist sicher. Unsere Anwälte verhandeln jetzt mit Betriebs- und Personalrat. Dabei geht es nur noch um Kleinigkeiten. Wir gehen davon aus, dass das dann bis spätestens Mittwoch in trockenen Tüchern ist!".

Das Konzept sei nun die Grundlage für die weiteren Schritte hin zum Ziel des gemeinsamen Unternehmens ab dem 1. Januar 2020. Die nächsten Schritte seien nun die Vorstellung und Beratung des weiteren Vorgehens in beiden Kreistagen. Zunächst am 25. November in den Kreisausschüssen und dann parallel am 28. November in den Kreistagssitzungen.

Update, 9. November, 14 Uhr: "Gewinn für beide Landkreise"

Die Landräte von Altötting und Mühldorf am Inn, Erwin Schneider und Georg Huber bei der Vorstellung des neuen Klinikkonzepts.

Nach intensiven Verhandlungen hätten sich die Expertengruppen unter ihrer Führung auf ein tragfähiges medizinisches Konzept einigen können, berichteten die Beiden. "Wir sind uns darüber einig, dass die künftige fusionierte Klinik durch das Konzept bestens gerüstet ist", betonten sie, "Unser oberstes Ziel ist eine hervorragende und hochmoderne medizinische Versorgung der Patienten in ihrer Heimatregion zu gewährleisten."

Die wesentlichen Kriterien des medizinischen Konzepts:

  • In beiden Landkreisen erfolgt eine hochwertige und nachhaltige stationäre medizinische Versorgung.
  • Alle vier Klinikstandort in Altötting, Mühldorf, Burghause und Haag bleiben erhalten.
  • Die internistische, neurologische und chirurgische Notfallversorgung bleibt in beiden Landkreisen gesichert.
  • An den Standorten Altötting und Mühldorf am Inn wird weiterhin eine Geburtshilfe vorgehalten.
  • Die Umsetzung des medizinischen Konzepts erfolgt so, dass der Grundversorgungs- und Schwerpunktversorgungsstatus der Kliniken nicht gefährdet wird.

"Nach unserer Überzeugung stehen die Kliniken damit auf der Gewinnerseite", betonten beide Landräte.

7. November: Landräte von Altötting und Mühldorf einigen sich bei Klinikfusion

"Die Verhandlungen bezüglich einer Fusion der Kreiskliniken Altötting-Burghausen und der Kliniken Kreis Mühldorf a. Inn haben zum Erfolg geführt", teilen die Landratsämter beider Landkreise in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.Bereits am Montag war verlautbart worden, die Gespräche würden gut voranschreiten.

Einigung auf medizinisches Konzept

"Die Verhandlungsgruppen mit den Landräten Erwin Schneider (Altötting) und Georg Huber (Mühldorf) an der Spitze, konnten sich auf ein gemeinsames medizinisches Konzept einigen, das, nach übereinstimmender Meinung der Landräte, ein Gewinn für beide Seiten ist", heißt es nun. 

Durch sinnvolle Schwerpunktbildungen solle dieses medizinische Konzept dazu führen, Doppelvorhaltungen aufzulösen und die vier Häuser in Altötting, Burghausen, Mühldorf und Haag für die Zukunft stärken."Die internistische, neurologische und chirurgische Notfallversorgung soll auf dem derzeitigen Stand gesichert werden."

Einigung bei Servicegesellschaft zeichnet sich ab

Die Gewerkschaft ver.di warnte vor einer Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern in einer Servicegesellschaft nach der Fusion. Daher wurde in Altötting ...

Bezüglich der Mühldorfer Servicegesellschaft "KMS GmbH" zeichne sich im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine für beide Seiten tragfähige Lösung ab. Seitens der Gewerkschaft ver.di hatte es massive Kritik und Warnungen vor einer möglichen weiteren Beschäftigung in dieser beziehungsweise der Überführung von Mitarbeitern in sie gegeben. Es gab sogar Demonstrationen vor den Landratsämtern von Altötting und Mühldorf, während dort beraten wurde.

"Aufgrund der noch laufenden Verhandlungen können dazu derzeit keine weiteren Details bekanntgegeben werden", so die Landratsämter. "Wir sind auf einem guten Weg, aber es muss noch ausverhandelt werden", erklärte auch ver.di-Sekretär Win Windisch gegenüber innsalzach24.de.

Weitere Informationen auf Pressekonferenz

.. und Mühldorf am Inn demonstriert.

Die Beschäftigten der Kreiskliniken Altötting-Burghausen und der Kliniken Kreis Mühldorf am Inn seien am Donnerstagvormittag zeitgleich über den aktuellen Stand der Fusion informiert worden. Eine Pressekonferenz mit einer ausführlichen Vorstellung des medizinischen Konzepts ist für Samstag in Töging anberaumt.

hs/Pressemittelung Landratsämter Altötting und Mühldorf am Inn

Quelle: innsalzach24.de

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