Landratsamt Rosenheim zweifelt daran

Angeblich extrem giftige Spinne bei uns aufgetaucht

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Nußdorf am Inn - Die Dornfinger-Spinne wurde angeblich nun erstmals in Bayern entdeckt - am Heuberg! Das Landratsamt vermutet einen unbegründeten Hype um diese Spinnenart.

Die Meldung ist nichts für Menschen mit einer ausgeprägten Spinnen-Phobie: Angeblich wurde die Ammen-Dornfinger-Spinne (Cheiracanthium punctorium), eine der giftigsten Spinnen Europas, erstmals in unserer Region entdeckt! Das meldete das bayerische Nachrichtenportal idowa.de (Artikel nun entfernt). Die Meldung verbreitet sich derzeit auch rasant über die Sozialen Netzwerke.

Angeblich eine ganze Kolonie auf dem Heuberg 

Festgestellt wurde laut dem Medienbericht eine ganze Kolonie auf dem Heuberg bei Nußdorf am Inn im Landkreis Rosenheim. Das teilte die Naturschutzstation Kufstein mit - doch genau diese Quelle wirft Fragen auf.

Landratsamt kann Meldung nicht bestätigen

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte der Sprecher des Rosenheimer Landratsamtes, Michael Fischer, mit: "Wir kennen diese Naturschutzstation Kufstein nicht. Die Quelle ist unklar. Keine Ahnung, wer das in die Welt setzt."

Das Landratsamt hat sich mit der Meldung beschäftigt, kann sie aber nicht bestätigen. Fischer vermutet, dass es sich hierbei um einen Hype handelt, den es bereits im Sommer 2006 mal um diese Spinnenart gab. Damals titelte die BILD: "Invasion der Todesspinnen". Auch in Österreich sorgte das Auftauchen der Spinne für eine regelrechte Hysterie. Hunderte Menschen tauchten mit vermeintlichen Spinnenbissen in Notaufnahmen auf.

Kein Grund zur Panik

Der Biss des Dornfingers ist schmerzhaft, vergleichbar mit einem Wespenstich - aber nicht lebensgefährlich. Er kann allergischen Reaktionen, wie lokalen Lähmungserscheinungen, Schüttelfrost, Übelkeit, Kreislaufproblemen und Fieber auslösen. Betroffene sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn möglich sollte die Spinne mitgebracht werden, um sie zu identifizieren. 

Anders als die meisten einheimischen Spinnenarten kann der Ammen-Dornfinger mit seinen Giftklauen die menschliche Haut durchdringen. 

Gerüchte, wonach Hautstellen nach Bissen absterben (Nekrose), sind pauschal so nicht korrekt. Zwar ist das Gift gewebezersetzend, was zu einer starken Schwellung führt, die im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe führen kann - medizinisch bestätigt ist aber nur ein einziger Fall einer bohnengroßen Nekrose durch einen Spinnenbiss einer Ammen-Dornfinger-Spinne.

Die Spinnenart stammt eigentlich aus dem Mittelmeerraum und kommt aufgrund des Klimawandels vermehrt nun auch nach Mitteleuropa.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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