Angeklagter bestreitet Kindesmissbrauch

Nürnberg - Ein wegen Pädophilie vorbestrafter 34-Jähriger hat vor Gericht Vorwürfe zurückgewiesen, er habe erneut einen Jungen sexuell missbraucht.

Es sei zwar richtig, dass er trotz eines Kontaktverbots regelmäßig mit einer Gruppe Jugendlicher Fußball gespielt habe, räumte er am Freitag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ein. Er habe auch einige von ihnen im Auto mitgenommen oder sei mit ihnen im Schwimmbad gewesen. Doch die Übergriffe an einem damals 13-Jährigen, die ihm die Staatsanwaltschaft nun vorwirft, seien nur Spaß gewesen hätten und keinen sexuellen Hintergrund gehabt.

Die Anklage sieht das anders: Sie wirft dem Mann nicht nur Verstöße gegen seine Auflagen nach der Haftentlassung vor, sondern auch fünf Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch, drei davon schwer. So habe der Angeklagte auf den 13-Jährigen beim Chatten mit obszönen Sprüchen eingewirkt und ihm in den Schritt gegriffen.

Der Junge wurde zum Prozessbeginn unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Seine Stiefmutter sagte im Zeugenstand, ihr sei das Verhältnis des Buben zu seinem väterlichen Freund zunehmend seltsam vorgekommen, weshalb sie sich dessen Facebook-Account habe zeigen lassen. Dort stieß sie auf die obszönen Dialoge und informierte die Polizei.

dpa

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