AOK-Chef wegen Datenmissbrauch angezeigt 

Nürnberg/München - Ein Ärztefunktionär hat den bayerischen AOK-Verwaltungsratsvorsitzenden Fritz Schösser wegen übler Nachrede und angeblichen Datenmissbrauchs angezeigt. Wie dieser darauf reagierte:

Das Vorstandsmitglied im Bayerischen Hausärzteverband, Anton Böhm, wirft Schösser vor, vertrauliche Abrechnungsdaten für seine Verbandsarbeit benutzt zu haben. Außerdem habe Schösser in einem Zeitungsinterview seine vermeintlichen Vermögensverhältnisse öffentlich gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bestätigte am Dienstag den Eingang der Anzeige. Es werde derzeit geprüft, ob eine Straftat vorliege, sagte Behördensprecherin Antje Gabriels-Gorsolke.

Ein AOK-Sprecher wies am Donnerstag die Vorwürfe zurück. “Die Ermittlungen werden im Sande verlaufen, weil Herr Schösser in keiner Weise den Datenschutz verletzt hat“, sagte der Sprecher der Kasse. Schösser habe bei einem Treffen mit Böhm vielmehr aus Hochrechnungen zitiert, die jedermann zugänglich seien. Zudem habe Herr Schösser an keiner Stelle gesagt, um welche Arztpraxis es sich handelt. “Das wird ausgehen, wie das Hornberger Schießen“, fügte der AOK-Sprecher hinzu.

dpa

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