Aran-Café: Streit mit Lizenznehmern

Rosenheim - Gar nicht entspannt ging es in letzter Zeit innerhalb der Aran-Cafè-Kette zu. Ein Streit mit einigen Lizenznehmern wird jetzt wohl vor Gericht landen.

Vor zwei Monaten hatte die Marke Aran 20 Standorte, jetzt sind es nur noch elf. Insgesamt neun Franchisenehmer in Süddeutschland haben ihre Verträge mit dem Franchisegeber, der Firma "Aran Brotgenuss und Kaffeekult" in Rosenheim gekündigt. Die sieben Cafés in Konstanz, Ravensburg, Kempten, Garmisch-Partenkirchen, Ulm, Erding und am Flughafen München werden nun unter der neu gegründeten Marke Pano geführt, dem Esperanto-Wort für Brot. Das Konzept mit "edlem Kaffee und hochwertigen Brotaufstrichen" behalten die Betreiber aber bei. Daraufhin hat ihnen ihrerseits der Lizenzgeber gekündigt.

Hintergrund ist ein Streit um Einkaufspreise. Lizenzgeber Aran bezieht von externen Lieferanten Kaffee, Lebensmittel und andere Produkte, liefert sie den Lizenznehmern und stellt sie ihnen in Rechnung.

Der Vorwurf der ehemaligen Lizenznehmer: Preisnachlässe, die sich für Großabnehmer wie Aran ergeben, seien nicht wie "vorvertraglich vereinbart" an sie weitergereicht worden.

Im Gegenteil: Die Lizenznehmer hätten Preise bezahlt, die über den allgemeinen Einkaufspreisen von Einzelhändlern gelegen hätten. "Wir haben jetzt eine Klage eingereicht, um unseren finanziellen Schaden ersetzt zu bekommen", erklärt Alexander von Hagmann, der die Standorte in Erding und am Flughafen jetzt unter dem Namen Pano betreibt. Man habe sich schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen, nachdem in der bereits seit 2008 schwelenden Auseinandersetzung aufgrund der starren Haltung des Lizenzgebers keine gütliche Einigung möglich gewesen sei.

Jürgen F. Bauer führt nicht nur die beiden Aran-Cafés in Rosenheim, sondern hat auch Ende der 90er-Jahre das Konzept entwickelt und als Franchise-System auf den Markt gebracht. Innerhalb von neun Jahren entstanden 20 Standorte. Der Geschäftsführer von "Aran Brotgenuss und Kaffeekult" hält die Klage für unberechtigt. In seinen Augen ist die Diskussion um die Einkaufspreise nur vorgeschoben, zumal die Vorwürfe in keiner Weise belegt seien. "Es gibt elf Läden, die mit unserem Franchise-System sehr zufrieden sind und bleiben", führt Baur an.

Dass das Aran-Konzept stimme, zeige sich schon daran, dass die untreu gewordenen Lizenznehmer ihre Cafés unter dem neuen Markennamen mit weitgehend unverändertem Konzept fortführen. Dabei würden aber Bestimmungen der Lizenz-Verträge verletzt. Er kündigte deshalb seinerseits Klagen gegen die ehemaligen Lizenzpartner an: "Das müssen wir schon deshalb tun, um unsere Marke zu schützen."

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser