Der Arbeitskampf der Molkereien?

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Rosenheim - Aufgrund der gescheiterten Tarifverhandlungen für die bayerischen Molkereien wird nun über das Thema Streik offen gesprochen.

Es gärt in den oberbayerischen Molkereibetrieben: Auf Betriebs- und Abteilungsversammlungen wird in der Belegschaft nicht mehr nur von den Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern informiert und diskutiert, offen wird nun auch über Streiks und andere betriebliche Aktionen gesprochen.

Hintergrund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen für die bayerischen Molkereien. Die NGG-Tarifkommission fordert einen rechtsverbindlichen Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Die Arbeitgeber lehnten das ab.

„In den bayerischen Molkereien arbeiten die Beschäftigten hochflexibel. Die Arbeitsbelastung ist durch Schichtbetrieb und Wochenendarbeit enorm. Kaum eine Kollegin, kaum ein Kollege hält diese Belastung bis zur Rente aus,“ erklärt Georg Schneider, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Oberbayern. „Wir brauchen jetzt eine Möglichkeit, dass Kolleginnen und Kollegen vor Erreichen des Rentenalters aus dem Job ausscheiden können. Wir brauchen jetzt einen rechtsverbindlichen Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Das sehen laut einer Umfrage in den Betrieben auch 96% der Beschäftigten so.“

Wegen der Weigerung der Arbeitgeber hatte die NGG-Tarifkommission einstimmig das Scheitern der Verhandlungen erklärt und die Schlichtung angerufen. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Arbeitsgerichts München, Manfred Müller, soll am 7. Oktober nochmal eine Einigung versucht werden.

„Wir haben von unseren NGG-Mitgliedern einen klaren Auftrag bekommen. Jetzt haben es die Arbeitgeber in der Hand: Wenn sie in der Schlichtung am Freitag kein vernünftiges Angebot zur Altersteilzeit machen, drohen erstmals unbefristete Streiks bei den bayerischen Molkereien,“ kommentiert Georg Schneider, „auch die oberbayerischen Molkereien werden dann direkt vom Arbeitskampf betroffen sein.“

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Arbeitgeberverband der Bayrischen Ernährungswirtschaft e.V. (abe) konnten sich im diesjährigen Tarifkonflikt für die 14.000 Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft in freien Verhandlungen nicht einigen. Daher haben sich die Parteien auf den neutralen Schlichter Manfred Müller, Präsident des Arbeitsgerichts München, geeinigt. Die Schlichtungsverhandlung findet am Freitag, den 07. Oktober in Schwaig bei München statt.

Die NGG fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 %, die Übernahme der Auszubildenden nach der Ausbildung für 12 Monate und einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit. Bei einer Befragung der NGG sprachen sich 98,6 % der Molkereibeschäftigten für einen Tarifvertrag Altersteilzeit aus. Die NGG erklärte nach den Tarifverhandlungen am 12. September das Scheitern der freien Verhandlungen, da die Arbeitgeber nicht bereit waren, einen Tarifvertrag Altersteilzeit mit einem verbindlichen Rechtsanspruch für die Beschäftigten zu vereinbaren.

„Wir sehen die Schlichtung einerseits als letzte Chance, die Tarifverhandlungen mit einem Ergebnis ohne weitere Arbeitskampfmaßnahmen abzuschließen, aber andererseits auch beim Scheitern der Schlichtung den Weg frei für Streiks zu haben“, so Hans Hartl, Landesbezirksvorsitzender der NGG.

Pressemitteilungen Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten

Quelle: rosenheim24.de

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