Autist bekommt sein Stipendium 

Rührende Dankes-Botschaft von Paul-Christian 

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Nun strebt der Jugendliche den Realschul-Abschluss an. 
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Söchtenau - Wie von uns berichtet, bekommt der 16-jährige Asperger-Autist Paul-Christian sein Stipendium für die "Internetschule" Bochum. Es hat es tatsächlich geschafft, dank der 7118 Stimmen wird er nun von den Stadtwerken Bochum gefördert. Auch viele Leser unserer Portale haben für ihn gestimmt und dabei mitgeholfen. Nun richtet sich der Schüler an diese Tausenden Unterstützer:

"Natürlich möchte ich mich bei all denen bedanken, die mich unterstützt haben. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass so viele Menschen ihr Herz für mich öffnen und mir Herzen schenken. 

Ich, der eigentlich vor der Welt da draußen Angst hat, habe erfahre, dass es doch Menschen gibt, die einen verstehen und die für einen da sind, wenn man sie braucht. Jede einzelne Stimme hat dazu beigetragen, dass ich nun Besitzer eines Stipendiums bin. 

Jetzt werde ich mich noch mehr auf meine Ziele konzentrieren, denn ich will das in mich gesetzte Vertrauen keinesfalls enttäuschen. Als nächstes steht der Hauptschulabschluss an. 

Dank des Stipendiums schließt sich dem dann das Schuljahr zum Erreichen des Realschulabschlusses an. Danach will ich über das online-Gymnasium Bayern mein Abitur machen. Im Idealfall kann ich studieren. Gern würde ich mich in Richtung Germanistik oder Journalismus orientieren. Und ich möchte weiter Bücher schreiben, denn das ist meine wirkliche Leidenschaft. 

Während ich sprachlich gehemmt bin, kann ich mich schriftlich ausleben, ausdrücken und kreativ sein. Damit möchte ich auch gern den Menschen etwas zurückgeben, die immer an mich geglaubt haben und noch immer an mich glauben.

Ich freue mich aber auch, dass diese Aktion dazu geführt hat, dass die Menschen sich mit dem Asperger Autismus beschäftigt und begriffen haben, dass Asperger Autismus nicht gleichzusetzen ist mit dumm sein. 

Viele Antworten haben mir gezeigt, dass man verstanden hat, dass dieses anders sein auch etwas besonderes sein kann. 

Und am allerwichtigsten war mir die Freude, die ich miterleben konnte, nach dem fest stand, dass ich mein Stipendium bekomme. Jeder Einzelne hat sich mit mir gefreut, mir gratuliert und mir seine Glückwünsche geschickt. Das hat mich überwältigt. 

Ich bin dankbar und demütigt, denn ich weiß, dass ich das ohne all die Menschen da draußen nie geschafft hätte. Vielen lieben Dank. Ihr werdet weiter von mir hören, denn ich will, dass ihr stolz auf mich seid und immer sagen könnt: 'Das haben wir damals richtig gemacht. Der Junge hat es verdient.' 

Nochmals vielen lieben Dank. Ich habe verstanden, dass man auf die Kraft der Gemeinschaft vertrauen darf."

verfasst von Paul Christian Mühlfeld

Quelle: rosenheim24.de

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