Ethnologin wird erste Augsburger Uni-Präsidentin

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Sabine Doering-Manteuffel: leitet künftig die Augsburger Universität.  

Augsburg - Die künftige Augsburger Uni-Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel wird die erste Frau an der Spitze einer Landesuniversität in Bayern. Alles zur Wahl vom Mittwoch:  

Die künftige Augsburger Uni-Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel wird die erste Frau an der Spitze einer Landesuniversität in Bayern. Ihre Wahl ist ein wichtiges Signal - denn im Vergleich zu anderen Bundesländern gibt es in Bayern weniger Professorinnen.

Sabine Doering-Manteuffel hat es geschafft. Die 53-Jährige wird Präsidentin der Universität Augsburg - und damit auch zur ersten Frau an der Spitze einer bayerischen Landesuniversität. Nur die Bundeswehr-Uni in Neubiberg bei München hat mit Merith Niehuss seit rund sechs Jahren ebenfalls eine Präsidentin. Bundesweit gehört Doering-Manteuffel zu rund 40 Wissenschaftlerinnen, die es bis ganz nach oben geschafft haben.

“Der Anteil der Rektorinnen und Präsidentinnen macht bundesweit 11,3 Prozent aus“, sagtAndrea Löther, stellvertretende Leiterin des Bonner Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung. Neben dem generell niedrigen Anteil von Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen kommen Unterschiede zwischen den Bundesländern hinzu. Während beispielsweise in Berlin mehr als ein Viertel der Professoren Frauen sind, sind es in Bayern nur 14,5 Prozent. Dadurch gibt es im Freistaat statistisch auch weniger potenzielle Kandidatinnen für das Präsidentenamt an einer Hochschule.

Sabine Doering-Manteuffel hat es dennoch geschafft: Mit ihrer besonnenen und offenen Art hat die 53-Jährige sämtliche Klippen umschifft und sich auch gegen ihren Mitbewerber Alois Loidl durchgesetzt. Der 66-jährige Experimentalphysiker ist der dienstälteste Vizepräsident der Uni Augsburg und war seit dem plötzlichen Tod des bisherigen Präsidenten Wilfried Bottke im vergangenen August dessen Vertreter.

Doering-Manteuffel ist bereits seit 1995 Professorin in Augsburg. Sie hat Außereuropäische Ethnologie an der Universität Köln studiert, wo sie 1984 promovierte. Neun Jahre später habilitierte sie sich an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Die 53-Jährige ist zudem als Autorin bekannt: 2008 veröffentlichte sie ihr Buch “Das Okkulte - Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung von Gutenberg bis zum World Wide Web“, in dem sie sich unter anderem mit der Funktionsweise von Geheimlehren auseinandersetzte.

Auch die DDR-Geschichte nahm sie unter die Lupe und interviewte kurz nach der Wende rund 1000 Flüchtlinge. Aus dem Projekt entstand später das Buch “Grenzgeschichten - Berichte aus dem deutschen Niemandsland“. Damals hieß Sabine Doering-Manteuffel noch Künsting. Den Doppelnamen hat sie von ihrem Mann übernommen, dem Historiker Anselm Doering-Manteuffel. Er ist Direktor des Seminars für Zeitgeschichte an der Universität Tübingen. “Er hat ihn mitgebracht, den Doppelnamen. Ich wollte eigentlich keinen“, sagte die 53-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Seit 20 Jahren führen die Wissenschaftler eine Fernbeziehung. “Alle haben befürchtet, dass die Ehe so nur zwei oder drei Jahre hält“, erzählt die 53-Jährige. Aber wie auch bei der Wahl zur Augsburger Unipräsidentin konnte sie Zweiflern das Gegenteil beweisen.

Katia Rathsfeld

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