Strafverteidiger zeigt sich überrascht

Feuerwehrmann in Augsburg getötet:  Verdächtige doch wieder in Haft

Augsburg - Ein Feuerwehrmann (49) wurde am 6. Dezember von einer Gruppe Jugendlichen brutal niedergeschlagen und schlussendlich getötet. Sieben Verdächtige saßen in U-Haft, doch die Jugendkammer des Augsburger Landgericht ließ sechs von ihnen vor Weihnachten frei. Jetzt sitzen sie aber wieder ein. 

Update, 27. Dezember: Jugendliche wieder in Haft

"Das Oberlandesgericht München hat alle sechs Beschuldigten wieder verhaften lassen", erklärte Strafverteidiger Klaus Rödl, der das mit 20 Jahren älteste Mitglied der siebenköpfigen Gruppe vertritt, gegenüber focus.de. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt.


Klaus Rödl zeigte sich von der Entscheidung irritiert. Die Entscheidung müsse "entweder auf neu vorgelegten Beweisen beruhen oder aufgrund einer von der Auffassung des Landgerichts abweichenden Bewertung der tatsächlichen Sach- oder Rechtslage, was diesseits nicht nachvollziehbar wäre.

Am 23. Dezember hatte die Jugendkammer des Landgerichts die Haftbefehle gegen die Verdächtigen aufgehoben. Sie verneinten einen Verdacht auf Beihilfe zum Totschlag. Der 17-jährige Hauptverdächtige blieb aber weiter in Untersuchungshaft. Dieser soll den tödlichen Schlag gegen den Kopf des Feuerwehrmannes gesetzt haben. 


Erstmeldung:

Die Ereignisse am Nikolaustag in Augsburg erschütterten ganz Deutschland. Am Freitagabend, den 6. Dezember, wurde ein Feuerwehrmann bei einem gewaltsamen Streit in der Innenstadt getötet. Eine Gruppe von sieben jungen Erwachsenen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren gerieten mit dem 49-jährigen Mann in Streit. Wenig später folgte ein Schlag gegen den Kopf des Mannes, er ging zu Boden. Kurz darauf verstarb er in einem Rettungswagen.

Wie jetzt bekannt wurde, sind sechs der sieben Verdächtigen aus der U-Haft entlassen worden. Das beschloss die Jugendkammer des Augsburger Landgerichts. Nur der Haupttäter bleibt weiterhin im Gefängnis, wie unser Partnerportal merkur.de berichtet. Den sechs freigelassenen Tatverdächtigen wird Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen.

Der Streit zwischen dem Feuerwehrmann und der Gruppe brach offenbar aus, weil der 49-Jährige die Gruppe dazu aufforderte leiser zu sein. Sie waren durch ihre Lautstärke aufgefallen. Wenig später folgte ein tödlicher Schlag gegen den Kopf des älteren Mannes.

Feuerwehrleute aus ganz Deutschland und aus unserer Region zeigten daraufhin große Anteilnahme mit dem Augsburger Kollegen. „Unser Beruf ist etwas Besonderes, der Zusammenhalt und die Kollegialität sind über die Grenzen unserer Feuer- und Rettungswachen hinaus bekannt. Wir sind in unterschiedlichen Städten tätig, aber uns verbindet der Beruf“, teilte die Deutschen Feuerwehr-Gesellschaf in einer Pressemitteilung daraufhin mit.

ma

Quelle: rosenheim24.de

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