So kam es zum Freibad-Unfall mit dem Buben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Freibad in Kolbermoor. Rechts im Bild die Rutsche, von der aus der Bub ins Wasser fiel.
  • schließen

Kolbermoor - Gute Nachrichten vom Kleinkind: Der Dreijährige wird den Unfall ohne bleibende Schäden überstehen! Er erzählte jetzt, wie er ins Wasser fiel:

UPDATE: 15. Juni

Wie die Polizeiinspektion Bad Aibling unserer Redaktion am Samstagmorgen mitteilte, sagte die Mutter den Beamten, dass es ihrem Jungen wieder weitaus besser geht. Er hat ohne bleibende gesundheitliche Schäden diesen Unfall überstanden.

In einem Gespräch mit ihrem dreijährigen Sohn, habe er ihr auch erklären können, wie er ins Wasser fiel. Nach dem er ihr ausbüxt war, kletterte er auf die Rutsche und glitt hinunter ins Wasser. Da er aber noch nicht schwimmen kann, konnte er sich im 1,30 Meter tiefen Wasser nicht oben halten.

Dem Jungen war nicht bekannt, dass er dort nicht stehen kann, weil er beim Rutschen sonst immer von seinem Vater aufgefangen wurde.

Meldung vom 14. Juni

Die gute Nachricht vorweg: Dem verunglückten Buben geht es Gott sei Dank besser. Er liegt zwar noch immer auf der Intensivstation einer Münchner Klinik, konnte aber aus dem künstlichen Koma aufgeweckt werden.

Der Dreijährige war am Donnerstag, 13.6.2013, am Nachmittag mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder (eineinhalb Jahre) im Schwimmbad gewesen. Gegen 17 Uhr etwa riss der aufgeweckt Bub der Mama aus. Während sie ihn verzweifelt suchte, lief er offenbar zum Nichtschwimmerbecken. Was dann dort passierte, ist noch unklar. "An diesem Tag waren rund 800 Menschen im Freibad, es hat nur so gewurlt", so ein Polizeisprecher gegenüber rosenheim24.de. In diesem Trubel muss der kleine Bub, der noch nicht schwimmen kann und auch keine Schwimmhilfe trug, nahe der Rutsche ins 1,30 Meter tiefe Wasser des Nichtschwimmerbeckens gestürzt sein. Dort bemerkte ihn gegen 17.30 Uhr eine anderer Junge, als er leblos auf dem Rücken liegend im Wasser trieb. Der Junge reagierte sofort und holte seine Mutter. Die Frau zog den Dreijährigen aus dem Wasser und alarmierte sofort den Bademeister.

Der Mann leitete mit einem Kollegen Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Mit Erfolg. Der Bub erbrach sich kurz darauf und war auch wieder ansprechbar. Dann aber sackte offenbar sein Kreislauf weg. Mit dem Hubschrauber wurde er in eine Klinik nach München gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. 

Service: So helfen Sie bei Badeunfällen richtig

Bei Kindern unter 15 Jahren ist das Ertrinken die zweithäufigste Todesursache bei Unfällen. Das Deutsche Rote Kreuz gibt Tipps, wie Sie bei Badeunfällen helfen können.

Tipp 1: Hilfe holen und nur von einem sicheren Standort aus selbst helfen
Bei einem Badeunfall sollten Sie in jedem Fall zunächst einen Notruf über die Nummer 112 veranlassen. Ein Ertrinkender gerät oft in Panik, schlägt unkontrolliert um sich und versucht, sich an jedem greifbaren Gegenstand festzuhalten – auch an seinem Retter. Wer nicht als Retter ausgebildet ist, sollte nicht ins Wasser gehen. Starten Sie eine Rettung wenn möglich immer vom Ufer aus. Werfen Sie dem Unfallopfer einen Rettungsring oder ein anderes schwimmfähiges Hilfsmittel zu.

Tipp 2: Unterkühlung stoppen und Atmung wiederherstellen
Um die Unterkühlung auch im Sommer zu stoppen, ziehen sie dem Unfallopfer vorsichtig und ohne große Bewegung die nasse Kleidung aus und decken Sie es mit der Rettungsdecke aus dem Verbandkasten zu (silberne Seite nach innen). Rufen Sie den Rettungsdienst. Bei Bewusstlosigkeit kontrollieren Sie, ob die Person atmet. Ist dies der Fall, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Beobachten Sie immer wieder die Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und nicht normaler Atmung beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie hier ausnahmsweise mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Ein Sprung ins seichte Wasser oder ein Sturz, beispielsweise an der Wasserrutsche, können Verletzungen an der Wirbelsäule zur Folge haben. Sollte die Person kein Gefühl in den Beinen haben, darf diese nicht bewegt werden. Warten Sie ab, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Tipp 3: Achten Sie besonders auf Kinder im Wasser!
Behalten Sie Kinder im Wasser besonders im Blick. Eine weithin sichtbare und auffällige Kopfbedeckung kann dabei helfen und bietet zusätzlichen Schutz vor Sonneneinstrahlung. Besonders bei kleinen Kindern kommt es vor, dass sie beispielsweise bei einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser einen Stimmritzenkrampf erleiden. Dabei können die Atemwege blockiert werden. Im Wasser kann dies zur Bewusstlosigkeit führen. Zeigt ein Kind keine Lebenszeichen, hat es einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Beginnen Sie dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Sobald das Kind wieder atmet, muss es in die stabile Seitenlage gebracht und warm gehalten werden. Bleiben Sie solange bei dem Kind, bis der Notarzt eintrifft.

ck/Pressemitteilung DRK

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser