Bahn: Mit alten Zügen in die Zukunft

Mühldorf - Schlechte Nachricht für Bahn-Pendler: Obwohl das Streckennetz in Südostbayern öffentlich ausgeschrieben wird, dürfte sich wenig ändern. Vor allem gibt es keine neuen Züge.

Auf der Strecke der Südostbayernbahn (SOB) zwischen Mühldorf, Dorfen und München wird das Diesel-Zeitalter noch lange nicht vorbei sein, berichtet der Münchener Merkur. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Zugverkehr im Auftrag des Wirtschaftsministeriums bestellt, hat soeben europaweit die Ausschreibung der Strecken angekündigt. Ab 1. Januar 2017 soll es für den Betrieb des so genannten Linien-Stern Mühldorf einen neuen Vertrag geben. Er umfasst auch zahlreiche Nebenlinien, beispielsweise Mühldorf-Freilassing-Salzburg, Mühldorf-Passau, Traunstein-Waging, München-Ost-Grafing-Wasserburg, Prien-Aschau und Garching (Alz)-Traunstein.

Bahnkunden werden den Ausschreibungs-Bedingungen zufolge bis mindestens 2020 mit dem leben müssen, was heute schon da ist: zum Teil altertümliche Wagen und röhrende Dieselloks. Der Bahnkritiker Michael Wengler aus Mühldorf fasst die aus seiner Sicht wenig erbaulichen Nachrichten wie folgt zusammen: „Keine neuen Züge, keine Nachrüstung von Klimaanlagen, keine stärkeren Züge, die schneller beschleunigen und bremsen können.“ Sogar die Toiletten müssten nicht erneuert werden.

Einzige mögliche Verbesserung: Auf manchen Strecken könnte es eine Taktverdichtung geben – zum Beispiel einen Ein-Stunden-Takt zwischen Mühldorf und Salzburg. Auch ist schon fest versprochen, dass die 24 Dieselloks, die die SOB fährt, zum Teil durch abgasarme und bis zu 160 km/h schnelle neue Loks ersetzt werden: Ab Mitte 2014 kommen acht Dieselloks des Typs Traxx von Bombardier zum Einsatz.

Doch pocht die BEG nicht darauf, dass Bewerber neue Fahrzeuge stellen. Auf der Hauptstrecke München-Mühldorf dürfen Dieselloks mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h eingesetzt werden, 20 Prozent der Fahrten können auch mit Dieseltriebwagen mit 120 km/h geleistet werden. 80 Prozent der Wagen sollen Klimaanlagen haben. Eine Altersbegrenzung von Dieselloks ist nicht Teil der Ausschreibung, nur für die Nebenstrecken gibt es eine Einschränkung: Hier sollen die Diesel-Züge nicht älter als 20 Jahre sein.

Den vollständigen Bericht lesen Sie bei merkur-online.de.

Dirk Walter/Münchener Merkur

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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