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Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Verspätungen bis zum Mittag

Chaos nach Bahn-Streik in Bayern bleibt aus

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Leer ist ein Bahnsteig am 07.10.2014 im Hauptbahnhof in München (Bayern).

München - Ein Streik der Lokführer sorgt auch in Bayern für Zugausfälle und Verspätungen - noch Stunden nach dem Ende des Ausstands. Doch das ganz große Chaos blieb aus.

Der bundesweite Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL hat die Bahn auch in Bayern aus dem Takt gebracht: Pendler kamen am Mittwoch zu spät zur Arbeit, Reisende mussten umplanen. Auch nach dem Ende des neunstündigen Ausstands am frühen Morgen kam es noch zu Behinderungen - betroffen waren nach Bahnangaben vor allem Ballungsgebiete wie München. Das befürchtete Chaos an den Bahnhöfen blieb allerdings aus.

Viele Pendler hatten sich offenbar auf die Verspätungen eingestellt - zur Enttäuschung der Taxifahrer. „Die Leute und fahren selbst mit dem Auto“, sagt Taxifahrerin Margit Weber. Mit ihrem Kollegen Cem Koca steht sie schon länger am Augsburger Hauptbahnhof. Der 33-jährige Koca ist seit 4.00 Uhr unterwegs und „hatte gehofft, dass wegen der Streiks mehr los ist“. Es seien nicht mehr Fahrgäste als sonst gekommen, sagt auch ein Taxler, der am Münchner Hauptbahnhof wartet.

Am Vormittag normalisierte sich nach Angaben der Bahn die Lage bei S-Bahnen und im Regionalverkehr in Bayern. Im Fernverkehr könnte der Ausstand aber noch bis zum Mittwochabend für Behinderungen sorgen.

In München war nach Angaben eines Bahn-Sprechers am frühen Morgen jede zweite S-Bahn ausgefallen. Für Verspätungen in der Landeshauptstadt sorgte kurz nach dem Ende des Ausstands zudem eine 40-minutige Weichenstörung am Ostbahnhof. Gelassen nahm es etwa eine Pendlerin, die am Münchner Hauptbahnhof schon fast eine Stunde auf ihre S-Bahn nach Petershausen wartet. „Das ist nicht so tragisch, da man ja Bescheid wusste“, sagt sie. Andere kommen problemlos an ihr Ziel. „Es läuft gut. Man ist es ja gewohnt, dass es immer wieder Verspätungen von 10 bis 15 Minuten gibt“, sagt ein Pendler aus Landshut. Er habe bei der Hotline der Deutschen Bahn erfahren, dass sein Regionalzug nach München um kurz vor 5.00 Uhr abfahre. Auch eine Büroangestellte aus Olching ist ohne Probleme nach München gekommen. „Ich bin ein früher losgegangen. Hat super geklappt.“

In Nürnberg fuhr am frühen Morgen etwa ein Drittel der S-Bahnen nicht. Ähnlich sah es im Regionalverkehr aus.

Ausstand endete um 6 Uhr früh

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte den Ausstand um 6.00 Uhr für beendet erklärt. „Wir wissen auch, dass in der Nacht zwischen 80 und 90 Prozent Zugausfälle gewesen sind“, sagte der Vorsitzende Claus Weselsky im ARD-Morgenmagazin. „Aber die Leute haben reagiert, haben das Verkehrsmittel Eisenbahn gemieden, so dass wir am Ende des Tages einen guten Erfolg vermelden können.“

Weselsky sagte, man werde über weitere Streiks entscheiden, wenn die Bahn ihre Blockadehaltung nicht aufgebe. Einen unbefristeten Ausstand schloss er aber aus. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber nannte Streiks dagegen „überflüssig, verantwortungslos und ohne jedes Gespür für die derzeitige Situation“. Im Bayerischen Rundfunk kritisierte er die Haltung der Gewerkschaft: „Die GDL lehnt inzwischen jegliche Gespräche ab.“

Der Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, Andreas Nagel, forderte die Tarifparteien zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Dass dieser erste Streik einigermaßen gut abgelaufen ist, soll keine Einladung zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen sein“, sagte er.

Die Lokführer fordern unter anderem fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Zudem will die GDL auch für das übrige Personal im Zug verhandeln, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab.

dpa

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