Bandendieb suchte neue Wege

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Rosenheim - Ein 35-jähriger Bauarbeiter aus Timisoara, der sich jetzt vor dem Rosenheimer Amtsgericht zu verantworten hatte, hat es zehn Jahre lang richtig krachen lassen.

In seiner Heimat Rumänien hat er mehrere Jahre Gefängnis wegen Diebstahl verbüßt und in Österreich und in Frankreich hat man ihn 2006 und 2007 ebenfalls wegen Bandendiebstahls verurteilt. In dieser Zeit haben er und seine Komplizen auch Oberbayern heimgesucht. In Rosenheim, Kolbermoor und Prien brachen sie Bauwagen, Rohbauten und Geschäftsräume auf und entwendeten verschiedenste Maschinen und Gerätschaften im Wert von rund 9000 Euro.

Ein minderjähriger Täter aus der Gruppe war bereits vor drei Jahren vom Jugendschöffengericht Rosenheim verurteilt worden.

Der nun Angeklagte hatte sich damals von der Gruppe abgesetzt und war in Schweden untergetaucht. Deshalb war man seiner lange nicht habhaft geworden. Dort hatte er ganz offensichtlich ein neues Leben begonnen. Von der Verteidigung vorgelegte Leumundszeugnisse belegten, dass der Mann von da an ein unbescholtenes Leben geführt hatte, und sich auch mit Sprache, Arbeit und sozialem Umfeld dort sehr positiv integriert hat. Bekannte aus der Nachbarschaft in seiner neuen Heimat stellten ihm sogar 8000 Euro zur Verfügung, damit er hier Schadenswiedergutmachung betreiben kann.

Schwerwiegendes Geständnis und Belege

Rechtsanwältin Ana Maria Filimon übergab dem Gericht die Belege. Des Weiteren kündigte sie an, dass ihr Mandant ein umfassendes Geständnis ablegen wird. Was umso schwerer wog, als man ihm die vorgeworfenen Taten per Beweismittel schwerlich würde nachweisen können. Der einzige Belastungszeuge, der damalige Mittäter ist längst in die Heimat entlassen und kaum noch als Zeuge beizubringen.

Der Vorsitzende Richter Heinrich Loeber stellte dem Angeklagten in Aussicht, dass er mit einer relativ milden Gesamtstrafe von zwei Jahren davon käme, die das Gericht darüber hinaus auch zur Bewährung aussetzen könne - - vorausgesetzt der Sachverhalt würde sich so bestätigen.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hielt die beschriebene Veränderung des Angeklagten zwar für möglich. Angesichts der Vielzahl der Straftaten und der vielen Vorahndungen quer durch Europa forderte sie dennoch eine Gefängnisstrafe von 30 Monaten, die dann allerding auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnten.

Die Verteidigerin unterstrich nochmals den hohen Wert des Geständnisses, die bereitgestellte Wiedergutmachung und die offensichtliche Kehrtwendung des früheren Übeltäters. Sie erbat für ihren Mandanten die zugesagte Strafobergrenze, um ihm den neuen Lebensweg auch weiterhin zu ermöglichen.

Das Gericht bestätigte die zugesagte Strafobergrenze, so dass der Mann nun unmittelbar nach Schweden zurück kehren kann. Fünf Jahre Bewährungszeit sollen ihn weiterhin auf dem rechten Weg halten.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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