Schmähvideo: Imame rufen zur Besonnenheit auf

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Penzbergs Imam Benjamin Idriz rät, dass Video zu ignorieren.

München - Angesichts der aufgeheizten Debatte um das Mohammed-Schmähvideo haben bayerische Imame die Muslime zur Besonnenheit aufgerufen.

Bayerns Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (CSU) hat gemeinsam mit Imamen aus dem Freistaat die Gewalt und Provokationen nach dem Mohammed-Schmähvideo verurteilt. In der verabschiedeten „Resolution für Bayern und seine Bürger“ heißt es: „Wir lassen nicht zu, dass gesellschaftliche Randgruppen oder auch Entwicklungen in anderen Ländern unseren gesellschaftlichen Frieden in Bayern nachhaltig gefährden.“ Auf die Verlautbarung einigten sich Neumeyer und muslimische Vorbeter aus 25 Gemeinden Bayerns am Donnerstag bei einem Treffen in München.

Die Imame sprachen sich nach der Veranstaltung für einen besonnenen Umgang mit den islamfeindlichen Provokationen aus: „Wir wollen Ruhe, die Welt braucht keine Diskussionen darüber“, sagte Benjamin Idriz von der islamischen Gemeinde Penzberg. „Morgen ist wieder Freitag, da werden wir wieder zeigen, dass wir nicht mit Gewalt agieren.“ Nach den traditionellen Freitagsgebeten der Muslime werden rund um den Globus erneute Krawalle befürchtet.

Eine mögliche Verschärfung der Gesetze zur Eindämmung weiterer Provokationen sah Neumeyer kritisch:„Es ist ein Teil unserer Gesellschaft, diese Meinungsfreiheit, und die muss für alle gelten.“ CSU-Chef Horst Seehofer hatte zuvor angekündigt, schärfere Gesetze gegen religiöse Verunglimpfung prüfen zu wollen.

dpa

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