Bayerische Rettungsmedaille für Matthes und Steiner

Regierungspräsident ehrt selbstlose Retter

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Am Freitag wurden insgesamt zehn Personen vom Regierungspräsidenten von Oberbayern für ihren selbstlosen Einsatz bei der Rettung Anderer ausgezeichnet.
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München - Verdiente Bürger erhielten heute die Bayerische Rettungsmedaille, darunter zwei Männer aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Die Geschichten hinter den Auszeichnungen:

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand händigte am Freitag insgesamt zehr Bürgerinnen und Bürgern die Bayerische Rettungsmedaille oder die Christopherusmedaille aus. Im großen Maximilian-Saal der Regierung von Oberbayern in München wurden dabei auch zwei Retter aus den heimischen Landkreisen ausgezeichnet. Die Bayerische Rettungsmedaille, die seit 1. November 1952 verliehen wird, erhält, wer zur "Abwendung von Lebensgefahr für Menschen oder zur Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr sein eigenes Leben einsetzt".

Nikolaus Steiner: Rettung aus brennender Wohnung

Zusammen mit drei weiteren Personen rettete Nikolaus Steiner bereits am 30. Dezember 2012 ein Ehepaar aus einer Wohnung. Korbinian Gall, Matthias Bauer und Stefan Hefter halfen dem Lebensretter dabei, die verletzten Personen mit Hilfe einer Rettungskette aus dem völlig verrauchten Zimmer zu befreien. Der Christbaum des bei Neubeuern lebenden Rentnerpaares hatte Feuer gefangen. Eine ungefähr 1,50 Meter hohe Flammensäule hatte die Rettung der eingeschlossenen Bewohner damals zusätzlich erschwert.

Bilder vom Brand in Neubeuern im Jahr 2012

Brand in Neubeuern

Dramatisch hörte sich damals die Meldung der anrückenden Einsatzkräfte aus Neubeuern, Raubling uns Rohrdorf an. "Da liegen zwei leblose Menschen im Vorgarten". Die Einsatzkräfte konnten zum damaligen Zeitpunkt nur feststellen, dass ein junger Mann das Ehepaar aus dem Haus gerettet hatte. Die Flammen konnten im Folgenden schnell eingedämmt werden. Neben den zwei Bewohnern des Einfamilienhauses erlitt auch der Retter eine Rauchgasvergiftung und wurde zusammen mit dem 89-jährigen Rentner ins Klinikum in Rosenheim eingeliefert. Wie wenig später bekannt wurde, erlag der Rentner im Krankenhaus seinen Verletzungen. Seine 87-jährige Ehefrau wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum nach Nürnberg verbracht, wo die Verbrennungen der schwerstverletzte Frau schließlich behandelt werden konnten.

Peter Matthes: Vater und Sohn aus Fluten gerettet

Unter Einsatz seines eigenen Lebens rettete Peter Matthes einen Vater und seinen 14-jährigen Sohn am 28. Juli 2013 aus der Weißbachschlucht bei Schneizlreuth. Zusammen mit Peter Raunecker konnte Matthes die zwei in Not geratenen Wanderer ungefähr zehn Meter vom Ufer entfernt aus einer geschätzten Wassertiefe von 2,5 Meter retten. Zuerst war der 14-Jährige bei einer Wanderung durch die Weißbachschlucht am Ufer ausgerutscht und in einen Strudel geraten. Sein Vater sprang hinterher und versuchte seinerseits den Jungen zu befreien, wurde aber ebenfalls von einem Strudel mitgerissen. Von Peter Matthes und Peter Raunecker gerettet, brachen die Wanderer dann schließlich am Ufer erschöpft und unterkühlt zusammen.

Bilder vom Einsatz in der Weißbachschlucht im Jahr 2013

Einsatz in Weißbachschlucht

Erst durch den Einsatz der Bergwacht Bad Reichenhall, die Schnell-Einsatz-Gruppen der BRK-Wasserwacht aus Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Freilassing, die gemeinsame Canyon-Rettungsgruppe von Berg- und Wasserwacht, die Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall und den Landrettungsdienst des Reichenhaller Roten Kreuzes mit Rettungswagen, konnten die in Not geratenen Personen versorgt werden. Die Retter mussten sich dabei zu Fuß vom Mauthäusl und der Wegscheid in Richtung des Unfallortes aufmachen. Aus der Luft wurden die Retter dabei vom Polizeihubschrauber "Edelweiß 7" unterstützt, der die beiden Wanderer später in Luftrettungssäcken abtransportieren konnte.

Peter Raunecker und Peter Matthes wurden aus diesem Grund bereits im August 2013 vom Leiter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall für ihre Zivilcourage ausgezeichnet. Polizeichef Wilhelm Bertlein dankte den beiden Lebensrettern bereits damals für ihren mutigen Einsatz unter eigener Lebensgefahr und freute sich über die gezeigte Zivilcourage, die bei Vater und Sohn bleibende Schäden oder das Schlimmste verhindert hatten.

Weiter wurden am Freitag auch Christopher Böhm aus Grasbrunn, Martin Illibauer aus München, Retzep Kournaz aus Farchant, Frau Lerchl-Goldermann aus Regensburg und Thomas Thiele aus München mit der Bayerischen Rettungsmedaille geehrt. Die Christopherusmedaille erhielten Dzhaner Chalashkan und Ertal Moustafa Oglou, beide aus München und Andres Schütze aus Buseck in Hessen.

Quelle: rosenheim24.de

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