Bayerischer Benediktiner kämpft gegen AIDS

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Pater Gerhard Lagleder sorgt sich um Aidskranke und gibt Kindern, deren Eltern an der Immunschwächekrankheit starben ein neues Zuhause. Am Mittwoch, 24. Juli um 19 Uhr berichtete Lagleder bei einem Vortrag im Malteser-Haus in Traunstein, Schaumburger Str. 31 über seine Arbeit.

Chiemgau - Den Kampf gegen Aids trägt Pater Gerhard Lagleder aus Traunstein Tag für Tag aufs Neue aus. Seit beinahe 30 Jahren tritt er gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner an. Seine Geschichte:

Mit großer Ausdauer und seit beinahe 30 Jahren tritt er gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner, gegen die Immunschwächekrankheit, vor allem aber dessen verheerende Folgen an.

Lagleders Kampf ist ein mühsamer Kampf, der keineswegs nur mit Erfolg gekrönt ist. Das unermüdliche Engagement des Benediktinerpaters, dessen Mutter aus Traunstein stammt, wird aber auch belohnt – mit der Dankbarkeit und dem Lachen von Kindern, die der Aidshölle entflohen sind und die mit Lagleders Hilfe und Hilfsprojekten eine Zukunft haben.

Zurzeit ist Pater Gerhard in seiner bayerischen Heimat auf Urlaub um neue Kräfte zu sammeln, vor allem aber, um Spenden und Sponsoren für die Unterstützung seiner wertvollen Arbeit in Südafrika zu gewinnen. Bei einem Vortrag am Mittwoch (24.7.) um 19 Uhr im Malteser-Haus in Traunstein, Schaumburger Straße 31 stellt Lagleder seine Arbeit und seinen Einsatz gegen Aids sowie die Hilfsprojekte der südafrikanischen Malteser vor. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Der Benediktiner hat in Mandeni, im Osten Südafrikas ein Hilfsprojekt aufgebaut, das täglich Hunderten von Menschen im Kampf gegen Krankheit und Tod zur Seite steht. Es umfasst das größte Hospiz Südafrikas, eine Sozialstation für Aidspatienten, eine Klinik für unterernährte Kleinkinder und ein Waisenhaus. Um diese Aufgabe zu bewältigen wurde eine eigene Hilfsorganisation gegründet: „Brotherhood of Blessed Gérard“ – die Bruderschaft des Seligen Gerhard, benannt nach dem Ordensgründer des Malteser Hilfsdienst.

In der Region Mandeni sind zwei Drittel der Menschen HIV-infiziert. Intensive und umfangreiche Aufklärungsarbeit konnte die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit bisher nicht eindämmen: „Die Rate der Infizierten steigt nach weiter an“, sagt der Benediktpater.

Obwohl Lagleder den Kampf gegen Aids nicht gewinnen kann, erzielt er viele kleine Siege, die ihn und seine 80 hauptamtlichen und rund 1000 ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht mutlos werden lassen. Durch die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten sind viele Infizierte in guter körperlicher Verfassung. „Wenn ich durch die Reihen schaue und weiß, dass alle längst tot wären, wenn sie nicht bei uns in Behandlung sein könnten – dann steigen einem schon Tränen in die Augen.“

Welche Dynamik Pater Gerhards Arbeit in der Gemeinde Mandeni mit den Jahren bekommen hat, war 1987, als er als Missionsbenediktiner nach Südafrika entsandt wurde, nicht abzusehen. Aids, die schreckliche Infektionskrankheit, ist der Grund dafür. Diese erreichte erst Mitte der 90er Jahre in größerem Ausmaß das Land. Seither rafft die Seuche die Menschen dahin. „Darauf musste ich reagieren: „Wenn die Leute während der Predigt sterben, hilft die beste Predigt nichts", bringt es Lagleder auf den Punkt.

Der Ausgangspunkt der vielen Projekte des Benediktinerpaters war die Hospizarbeit. „Wir haben uns um Menschen gekümmert, um die sich sonst keiner gekümmert hat.“ Denn die Zulu glauben, dass Krankheiten die Folge eines bösen Zaubers sind. In der Region um Mandeni hat Aids dramatische Ausmaße erreicht: Mindestens zwei Drittel der Bevölkerung ist HIV infiziert. Manchmal sterben an einem einzigen Tag fünf Menschen im Hospiz des „Care Centre“ und manchmal „belegen wir ein Bett neu, dass noch gar nicht ganz kalt ist“, berichtet Pater Gerhard.

Am dringendsten benötigt wird Geld, um das so genannte „HAART-Programm“ aufzustocken. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die „Hoch-Aktive-Anti-Retrovirale-Therapie.“ Pro Monat kostet es umgerechnet 150 Euro, um einen Aidskranken mit Medikamenten zu versorgen und medizinisch zu betreuen. Diese Kosten muss das Care-Center der Bruderschaft tragen und versuchen Spender, Sponsoren und Fördermitglieder als Unterstützer zu gewinnen. Die wenigsten Kranken und Infizierten, die in Pater Gerhards Sozialstation Hilfe suchen, haben eine Krankenversicherung.

„Das können sich in Afrika nur die Reichen leisten.“Mandeni ist für den Oberpfälzer zur neuen Heimat geworden, auch wenn Lagleder zurzeit in Bayern auf Heimaturlaub ist, um Kräfte zu tanken, aber auch um Spenden für sein Sozialzentrum und die damit verbundenen Projekte zu sammeln.Die Malteser im Landkreis Traunstein verbindet seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit P ater Gerhard Lagleder und den südafrikanischen Maltesern – der Brotherhood of Blessed Gérard. Die Kreisgliederung leistet finanzielle Unterstützung für die Projekte des Benediktinerpaters und seinen Kampf gegen Aids. 

Am Mittwoch um 19 Uhr berichtet Lagleder im Malteser-Haus in Traunstein, Schaumburger Str. 31 Uhr über seine vielfältige karitative Arbeit und seine Projekte für HIV-Infizierte. Und er erklärt, wie die Spendengelder aus Deutschland verwendet werden.

Pater Gerhard ist aber auch in seine Heimat gekommen, um „Danke“ für die Unterstützung der Malteser und der Spender und Förderer aus der Region zu sagen. Das Spendenkonto der Bruderschaft des Seligen Gerhard: Sparkasse Neuburg-Rain, Bankleitzahl 721 520 70, Kontonummer 12021.

Die Projekte der Bruderschaft wird auch im Internet vorgestellt: www.bbg.org.za (deutschsprachige Version vorhanden). Weitere Informationen gibt die Kreisgeschäftsstelle der Malteser in Traunstein, Tel. 0861-986600.

Peter Volk

Quelle: chiemgau24.de

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