Bayern wollen Bayerinnen

+

Rosenheim – Statistiker vom Bayerischen Landesamt haben errechnet, dass seit Anfang der 1990er-Jahre mehr Männer als Frauen ausländischen Partnern ihr Ja-Wort gaben.

In Rosenheim sind Eheschließungen noch in rund 83,5 Prozent der Fälle eine rein deutsch-deutsche Angelegenheit. Weitere rund 12,2 Prozent sind deutsch- ausländische Verbindungen und in 4,2 Prozent der Fälle sind beide Partner Ausländer.

In Bayern liegt die Quote deutsch-deutscher Heiraten bei knapp 86 Prozent, wogegen binationale Verbindungen laut der Daten des Landesamtes für Statistik etwa 12 Prozent ausmachen.

Bayern wollen Bayerinnen

Interessant: Deutschlandweit benutzen immer mehr Menschen moderne Kommunikationsmittel und lernen so weltweit Fremde kennen, doch wenn es ans Heiraten geht, wählen bayernweit die meisten einen Partner aus dem eigenen Kulturkreis. Während im Jahr 2001 noch jede sechste Ehe zwischen einem deutschen und einem ausländischen Partner geschlossen wurde, war dies 2009 unter den insgesamt 58 812 Eheschließungen nur noch bei jeder achten Ehe der Fall.

Zudem haben die Statistiker vom Bayerischen Landesamt errechnet, dass seit Anfang der 1990er-Jahre zu beobachten ist, dass mehr Männer (4319 Eheschließungen) als Frauen (2979) ausländischen Partnern ihr Ja-Wort gaben. Deutsche Männer wählten vor allem Polinnen (384) und Österreicherinnen (349). Dahinter folgen Partnerinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Rumänien und der Türkei. Deutsche Frauen bevorzugten dagegen am häufigsten Männer mit türkischer (456) oder amerikanischer Staatsangehörigkeit (400). Auf Platz drei und vier folgten Eheschließungen mit Österreichern und Italienern.

In der Stadt Rosenheim heirateten 2009 insgesamt 29 deutsch-ausländische Paare. In 15 Fällen davon hatte die Frau die deutsche Staatsbürgerschaft. Was für die 198 deutsch-deutschen Hochzeitspaare in der Stadt einen größtenteils problemlosen Gang zum Standesamt bedeutete, brachte für die bi-nationalen Paare einigen Mehraufwand mit sich: Ab- gesehen von gesellschaftlichen Vorurteilen, hält die Bürokratie einige Hürden pa- rat – vor allem, wenn der Ehepartner aus dem außer-europäischen Ausland stammt.

Das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften kostet Nerven: Viele ausländi-sche Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. Das kann sich über Monate hinziehen.

An der standesamtlichen Trauung führt hierzulande aber kein Weg vorbei. Das gilt auch in Fällen, in denen beide Partner ausländische Staatsbürger sind: Zehnmal, also in 4,2 Prozent aller Eheschließungen im Jahr 2009, war dies in Rosenheim der Fall. Im Freistaat liegt dieser Anteil aktuell bei knapp zwei Prozent (1016 Eheschließungen), wobei laut der amtlichen Hochzeitsexperten am häufigsten türkische Staats-angehörige untereinander heirateten, gefolgt von Eheschließungen zwischen Italienerinnen und Italienern. Welche Paarung die stabilste ist, weiß aber keiner: Bei Scheidungen wird nicht mehr nach Nationalitäten oder Herkunftsländern unterschieden, heißt es beim Statistischen Landesamt.

zs/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser