BayWa-Wiese: Realisierung rückt näher

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Der neue Vorentwurf für die Bebauung der BayWa-Wiese: oben links der fünfgeschossige Turm, darunter das dreigeschossige Hotel-/Bürogebäude mit dem eingeschossigen Lebensmitteldiscounter zwischen den drei Flügeln.

Rosenheim - Das nächste Kapitel im Schicksal der BayWa-Wiese an der Ecke Miesbacher/Kufsteiner Straße: Der Bauausschuss bewertete einen überarbeiteten Vorentwurf als „in sich schlüssig".

Wenn schon die langwierigen, glücklich zu Ende gebrachten Verhandlungen um das Sportplatzgelände des SV Westerndorf St. Peter als „unendliche Geschichte“ apostrophiert wurde, wie ist dann das Schicksal der BayWa-Wiese an der Ecke Miesbacher/Kufsteiner Straße zu betiteln? 1977 wurde für das Gelände der Beschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst, zu einer Zeit, als manche Medienberichterstatter über den aktuellen Stand noch gar nicht geboren waren.

Nach mehrfach wechselnden Zielsetzungen und Planungen möchte der Investor jetzt ein gemischtes Nutzungskonzept realisieren. Ein erstes Konzept wurde 2009 vom Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss wegen der Größe der Einzelhandelsnutzungen und der damit verbundenen verkehrlichen Auswirkungen abgelehnt.

Jetzt lag dem Ausschuss ein überarbeiteter Vorentwurf des Münchner Architekturbüros Weickenmeier, Kunz und Partner zum „Panorama-Center“ vor. Die Verwaltung beurteilte das Konzept als „in sich schlüssig und eine deutliche Verbesserung der städtebaulichen Situation“. Der Entwurf müsse allerdings in einigen Punkten überarbeitet werden.

Entlang der Kufsteiner Straße sind zwei viergeschossige Gebäude mit Büros, gegebenenfalls einem Hotel und gewerblicher Nutzung geplant. Die Panorama-Kreuzung wird durch einen fünfgeschossigen Turm betont. Im Süden öffnet sich eine viergeschossige aufgelockerte Wohnbebauung mit Einzelbaukörpern zum östlichen Grüngelände.

Zur Nahversorgung sind 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche für einen Lebensmitteldiscounter vorgesehen; die Firma Aldi will aus dem beengten Standort an der Kufsteiner Straße dorthin umziehen. Dazu kommen soll ein Drogeriemarkt mit 700 Quadratmetern und 150 Quadratmetern kleinteiliger Ergänzungen wie Bäckerei oder Metzgerei.

„Das Konzept verspricht eine Superlösung im Bereich des Lärmschutzes“, würdigte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer den Vorentwurf. Auf jeden Fall sollte dort nochmal eine Bürgerversammlung einberufen werden.

Ein großes Fragezeichen, ob die Kreuzung an der Miesbacher/Happinger Straße den zusätzlichen Verkehr bewältigen könne, setzte Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP. Ein Hotel gehöre eher in die Innenstadt. Gabi Leicht, Fraktionsvorsitzende der SPD, verwies darauf, dass ein Hotel am Bahnhof geplant sei und kritisierte, die zweistöckige Bebauung an der Miesbacher Straße rücke zu nah an die Kaltenmühle und das geplante Bürgerhaus heran. Gebe es so viel Nachfrage nach Büroflächen, wollte sie von Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl wissen. Der bejahte das. Gerade hochwertige Büroflächen würden gesucht, da sie in der Innenstadt nicht ausreichend vorhanden seien. Auch Anfragen zum Hotelbetrieb lägen vor.

Dr. Thomas Huber von der CSU sah auch die verkehrliche Problematik und riet, die Maximalvorstellungen des Investors zu reduzieren. Während Hans Raß von den Republikanern das Projekt wegen der Verkehrsbelastung für nicht genehmigungsfähig hält, signalisierte Bärbel Thum von der Wählerinitiative WIR, dass sie das Konzept mittragen könne. Anna Rutz von den Grünen würdigte die Fußläufigkeit der Nahversorgung, riet aber auch zur Reduzierung der Bauflächen.

Der Ausschuss beschloss gegen die drei Stimmen von Josef Gasteiger, Burkl und Raß, die Verwaltung solle das Nutzungskonzept mit dem Planer so verfeinern, dass die negativen verkehrlichen Auswirkungen und die Bebauungsdichte reduziert werden.

hh

Quelle: rosenheim24.de

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