Benjis Traum erfüllt: Ein Rolli für die Berge

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Benji und sein Bruder Dominik heuer in St. Bartholomä
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Passau - Trotz Rollstuhl träumt Benji (12) von Touren um den Königssee. Nun hat er gebastelt, seine "Glücksbringer" verkauft und endlich das Geld für einen Offroad-Rolli beisammen!

Zwölf Jahre ist der tapfere Benji nun alt - allein das wäre eigentlich schon Freude genug. Wenige Monate nach der Geburt erkrankte er am Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, einem akuten Ausfall der Nebennieren, ausgelöst durch Meningokokken. Zehn Prozent Überlebenschance gaben ihm die Ärzte am Klinikum Passau - aber Benji hat es geschafft. Der rechte Unterschenkel starb jedoch ab, genauso wie die Haut auf den Beinen und dem Po - eine Amputation und Hauttransplantationen wurden nötig.

Der herkömmliche Rollstuhl wurde schnell zum Hindernis

Später brauchte der Kleine Prothesen, seit anderthalb Jahren sitzt Benji aus dem Raum Passau nun im Rollstuhl. Kraft tanken konnte Mutter Marketa und ihr Sohn am besten immer im Berchtesgadener Land: Mit dem Boot über den Königssee, zum Schwammerlsuchen an den Hintersee - dort blühte Benji auf. Der Rollstuhl wurde im Gelände aber schnell zum Hindernis. Die kleinen Räder scheiterten schon am Kies! Aus seinem Geländekinderwagen war Benji längst herausgewachsen, und um ihren Sohn zu tragen, dafür fehlte Mutter Marketa irgendwann die Kraft.

Die Versicherung sperrte sich gegen die Offroad-Rolli

Der kettenbetriebene fahrbare Untersatz für den Rollstuhl

Bei der Firma Pohlig in Traunstein machten die beiden schließlich die Entdeckung: Ein kettenbetriebener fahrbarer Untersatz für den Rollstuhl, extra für offenes Gelände. Diese "Rampe" kommt selbst durch Matsch und überwindet Steigungen bis zu 17 Prozent. Wie gemacht für die Gegend rund um den Königssee! Kosten: 8.000 Euro. Aber die Krankenkasse sperrte sich: "Die meinten, Benji braucht das nicht, das wäre Luxus. Sein Behinderungsgrad sei zu gering", so die Mutter im Gespräch mit BGLand24.de. Zumindest 2200 Euro steuerte die Kasse schließlich bei.

Also wurde gespart, gesammelt - und gebastelt. Örtliche Vereine spendeten zu Weihnachten 1740 Euro und Benji legte sich selbst ins Zeug: Er bemalte Steine und verkaufte sie als Glücksbringer für seinen ganz persönlichen guten Zweck. "Die Leute haben sich die Steine in den Garten gestellt oder sie sogar an die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen gebracht", erzählt Mutter Marketa - "so haben wir das restliche Geld zusammengekriegt."

Benji benötigt weitere Operationen

Nun steht den Ausflügen ins Berchtesgadener Land nichts mehr im Wege - Benjis Mutter atmet erleichtert auf, auch wenn der Leidensweg der beiden noch kein Ende hat: "Es stehen bald die nächsten Operationen an den Beinen an. Seine Knochen wachsen schief, er kann sein Bein nicht strecken und bekommt deshalb vielleicht eine Beinverlängerung und erneut eine Hauttransplantation."

Benjis selbstgestaltete Steine mit denen er sich seinen Offroad-Rolli selbst mitfinanzierte

Wenn der Zwölfjährige die Strapazen hinter sich hat haben die beiden wieder Großes vor: Ein Umzug wird notwendig. Im Haus befindet sich kein Aufzug und für einen Treppenlift ist die Stiege zu schmal. Wo soll es hingehen? "Runter ins Berchtesgadener Land am liebsten! Ich hoffe, wir werden was Bezahlbares finden."

Falls auch Sie Benji helfen wollen finden sie die Spendeninformationen und alles weitere um den Zwölfjährigen auf seinem Blog: http://tapferer-benji.blogspot.de/

xe

Quelle: rosenheim24.de

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