Rundgangsleiter in der Dokumentation Obersalzberg

Doku: ab nächster Woche wieder Führungen

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Einigung am Obersalzberg

Berchtesgaden - Nachdem 21 Rundgangsleitern der Dokumentation Obersalzberg gekündigt wurde, ist es jetzt zu einer neuen Vereinbarung gekommen. Zwölf Rundgangsleiter haben bereits zugestimmt.

Die Berchtesgadener Landesstiftung stellt mit einem neuen Konzept die Organisation der Besucherführungen in der Dokumentation Obersalzberg auf eine neue rechtssichere Basis. Zwölf Rundgangsleiter haben den entsprechenden Vereinbarungen bereits zugestimmt. Damit können auch in Zukunft - voraussichtlich ab nächster Woche - kompetente Führungen in ausreichender Zahl in der Dokumentation Obersalzberg - ein Museum, das sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt - angeboten werden. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat sich der Neuorganisation angenommen, weil zwischen Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern und dem eigentlich zuständigen Institut für Zeitgeschichte (IfZ), das die Rundgänge bisher organisiert hatte, keine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich ist.

Bis 31. Oktober 2013 wurden die Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter der Dokumentation Obersalzberg vom Institut für Zeitgeschichte in München im Rahmen ihrer fachlichen Zuständigkeit beauftragt und eingeteilt.

Klage eingereicht

Die Berchtesgadener Landesstiftung erfuhr aus der Presse, dass das Institut für Zeitgeschichte die Zusammenarbeit mit den 21 Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern gekündigt habe. Gegen diese Kündigungen haben zwölf der 21 Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter beim Arbeitsgericht Klagen eingereicht.

Auf Grund der Vorgehensweise des Instituts für Zeitgeschichte hat die Berchtesgadener Landesstiftung beschlossen, dass künftig die Organisation der Rundgangsführungen in der Dokumentation Obersalzberg unter der Federführung der Berchtesgadener Landesstiftung, deren Vorsitzender Landrat Georg Grabner ist, erfolgen soll. "Wir hätten auch sagen können, alles was geschehen ist, geht uns nichts an", so Grabner. "wir wollten den Rundgangsleitern aber helfen."

In der Stiftungsratssitzung am 5. Dezember 2013 wurde deshalb die Stiftungsverwaltung beauftragt, unter Hinzuziehung rechtsanwaltlicher Beratung ein Modell zu entwickeln, um den Besuchern der Dokumentation Obersalzberg auch weiterhin qualifizierte und der Nachfrage entsprechende Führungen anbieten zu können.

Landrat Georg Grabner ist mit der neuen Vereinbarung für die Rundgangsleiter der Dokumentation Obersalzberg zufrieden.

Bereits mit Schreiben vom 10. Dezember 2013 hatte Stiftungsratsvorsitzender und Landrat Georg Grabner alle Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter darüber informiert und eine künftige Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Landesstiftung in Aussicht gestellt.

Im Februar 2014 hatte Landrat Grabner als Vorsitzender der Stiftung in einer gemeinsamen Besprechung den Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern das neue Konzept vorgestellt.

Der Stiftungsrat der Berchtesgadener Landesstiftung hat in seiner Sitzung vom 1. April einem neuen Konzept zur Organisation der Besucherführungen in der Dokumentation Obersalzberg zugestimmt.

Die Berchtesgadener Landesstiftung liegt daran, zum einen den bisherigen Rundgangsleitern, die auf Basis einer selbstständigen Tätigkeit weiterarbeiten wollen, dies zu ermöglichen und andererseits sicherzustellen, dass weiterhin bedarfsgerechte Führungen stattfinden. In der Dokumentation Obersalzberg sollen auch in diesem Jahr qualifizierte und bedarfsgerechte Führungen angeboten werden können. "Wir haben auch eine Festanstellung der Rundgangsleiter geprüft", erklärt der Landrat. "Aber auf die unterschiedlichen Nachfragen müssen wir flexibel reagieren."

Neues Konzept, "alte" Expertise

Die Berchtesgadener Landesstiftung möchte den zu einer Kooperation bereiten Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern eine Perspektive bieten, ihre Erfahrung und Expertise im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit in der Dokumentation Obersalzberg einzubringen.

Das neue Konzept sieht die Zusammenarbeit weiterhin auf freiberuflicher Basis zu verbesserten Bedingungen für die Rundgangsleiter vor. Die stark schwankende Nachfrage nach Führungen, insgesamt ca. 750 im Jahr, kann nur mit einer ausreichenden Zahl selbstständig Tätiger sinnvoll organisiert werden. Damit wird auch dem Anliegen der Mehrzahl der Rundgangsleiter entsprochen, frei darüber zu entscheiden, ob sie die nachgefragten Führungen übernehmen wollen oder nicht.

Der Berchtesgadener Landesstiftung ist an einer rechtssicheren und transparenten Lösung gelegen. Deshalb sollen die ausgearbeiteten Rahmenvereinbarungen im Einvernehmen mit den Rundgangsleitern der Deutschen Rentenversicherung zur Überprüfung vorgelegt werden.

Das Angebot der Stiftung ist insgesamt auf positive Resonanz gestoßen. Insgesamt haben sich zwölf Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter ausdrücklich dazu bereit erklärt, mit der Berchtesgadener Landesstiftung auf Basis der neuen Rahmenvereinbarung zusammenzuarbeiten. Ihnen wurden die vom Stiftungsratsvorsitzenden unterschriebenen Vereinbarungen bereits zugesandt. Diese Zahl an Rundgangsleitern ist ausreichend um die Nachfrage nach Führungen, auch in der Hauptsaison abzudecken.

Fünf Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern halten ihre Klagen gegen das Institut für Zeitgeschichte aufrecht. Vier bisherige Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleiter haben aus persönlichen Gründen ihre Tätigkeit beendet.

Die Berchtesgadener Landesstiftung dankt den Rundgangsleiterinnen und Rundgangsleitern für ihre zum Ausdruck gebrachte Bereitschaft, sich inder Dokumentation Obersalzberg bei der Betreuung von Besuchern durch Führungen, Workshops und Seminare zu engagieren.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

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