Von Rockmusik, Blues und Jazz zur Countrymusic

"Wir wollten eigentlich nur spielen"

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Heidi Vogl
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Ramsau - Newcomer Award, Internationaler Country Music Award - das Jahr 2016 endet für die Berchtesgadener Heidi Vogl und ihre Bandkollegen mehr als nur erfolgreich:

Gerade einmal ein knappes halbes Jahr stehen die sechs Musiker von der „Saltriver Band“ aus Berchtesgaden und Salzburg gemeinsam auf der Bühne und schon haben sie ihre ersten Preise eingeheimst. Beim 16. Internationalen Country Music Award in Pullman City erreichten sie den 1. Platz in der Kategorie „Traditional“ und dazu noch den „Newcomer Award“. 30 Bands, Trios und Duos nahmen an dem Wettbewerb teil und insgesamt 138 Musiker aus sieben Nationen standen auf der Bühne. "Eine sauguade Performance“, so Juror und Moderator Maurice Diltz aus Hallein über die Leistung von Heidi Vogl und ihre Bandmitglieder. 

"Das wir gleich gewinnen, hätten wir nie gedacht"

„Wir sind hergefahren, weil wir spielen und von einem Publikum gehört werden wollten. Dass wir gleich gewinnen, hätten wir nie gedacht“, so Heidi Vogl und Jürgen Holzinger nach der Siegerehrung. „Wir wollten ursprünglich gar nicht bis zur Siegerehrung bleiben, da wir uns als absolut neue Band unter all den Profis natürlich nichts ausgerechnet hatten. Aber ich wollte unbedingt die Gewinnerband filmen. Als sie dann beim 1. Platz unseren Namen sagten, viel mir vor Schreck das Handy aus der Hand“ so die Berchtesgadener Sängerin Heidi Vogl. Vogl ist seit vielen Jahren in der Musikbranche aktiv. Von Rockmusik bis Blues und von Unterhaltungsmusik bis Jazz. Mit der Countrymusik hat sie sich nun einen Kindheitstraum erfüllt. "

Es hat einige  Jahre gedauert, bis wir uns gefunden haben. Da alle unsere Bandmitglieder an der Salzach wohnen, bzw. im Salzbergwerk (Heilstollen) arbeiten, haben wir den Namen 'Saltriver' für unsere Band gewählt.

BGLand24.de hat Heidi Vogl nach ihrem Erfolg interviewt:

Heidi, du bist nicht die einzige Deiner Familie, die gerne auf der Bühne steht

Mein Geburtsname ist Löffler, mein Großvater war Sepp Löffler, Schauspieler am Berchtesgadener Bauerntheater. Er wirkte bei zahlreichen Ludwig Ganghofer Filmen mit und war nebenbei Volksmusikant und Sänger. Zusammen mit Franz Hafner und anderen Sängern und Musikern nahmen sie damals in Salzburg zusammen die Bauernmesse auf. 

Ich war natürlich Anfang der 70iger als kleines Mädel gerne und oft bei seinen Auftritten dabei und wusste daher auch sehr bald, dass ich ebenfalls auf der Bühne stehen wollte. 

Wann hast Du begonnen Musik zu machen?

Mit 4 Jahren bekam ich von meinen Eltern die erste Heimorgel (Vorläufer vom Keyboard) und spielte nach Gehör alle bekannten Songs nach. Mit 8 Jahren gewann ich im Panoramapark einen Weihnachtswettbewerb mit meiner kleinen Orgel. Leider kann ich aber bis heute noch nicht Noten lesen und spiele und komponiere meine Songs nach wie vor nach Gehör. 

Spielen allein war irgendwann aber für mich zu langweilig, da aber die Lehrer in der Schule sagten, dass ich nicht singen kann, bin ich erst gar nicht auf den Gedanken gekommen, jemanden etwas vor zu singen. Eigentlich waren es dann meine Freundinnen die dann meinten, dass es sich doch gar nicht so schlecht anhört.

Wann begann Deine eigentliche musikalische Karriere? 

Mit 16 oder 17 fing ich dann bei der Blaueisgletscher Band zu singen an. Wir machten bei diversen kleineren Wettbewerben mit. Ob wir damals Preise gewonnen haben, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. In all den Jahren habe ich tolle Musiker kennen gelernt, mit einigen habe ich bis heute einen guten Kontakt. 

Aber erst als ich musikalisch nach Salzburg ging haben sich für mich Türen geöffnet. Bei Josh und die Emotionen stieg ich als Backroundsängerin ein. Das war eine Band, die nur aus Profimusikern bestand. Es spielte u.a. auch Wolfgang Maier am Schlagzeug, der dann zu Hubert von Goisern wechselte. Damals konnte ich sehr viel lernen. 

Wir waren u.a. mit Opus, Ostbahnkurti und Toni Vegas on Tour. Auch im Wiener Prater Stadion konnten wir als Vorband von Brian Adams auftreten. Als der Plattenvertrag für Josh kam, war ich gerade bei Rusty Franx eingestiegen. Ich tourte mit beiden Bands zur gleichen Zeit. 

Mit Rusty Franx machten wir unsere eigene Musik wobei mein Song „She ́s gone“ sehr erfolgreich war und wir daraufhin auch einen Plattenvertrag bekamen. Es kamen die ersten Fernseh- und Radioauftritte. Innerhalb kürzerster Zeit haben wir neben der Arbeit an die 50ig Auftritte gehabt. 

Und dann war erst einmal Pause, richtig?

Ja, wie so oft bei jungen Bands, stieg uns der Erfolg zu Kopf. Ich wollte mehr komponieren, aber der Gründer der Band wollte sein eigenes Ding durchziehen. Die Plattenfirma wollte, dass wir uns von unseren Partnern trennen und unsere Arbeit kündigen. Ich stieg aus. 

Mich verbiegen, dass konnte ich nie lange. Es wurde geheiratet und erst einmal eine Familie gegründet, auf die ich sehr stolz bin. Ich suchte nebenbei nach Musikern, die mich als Sängerin und Komponistin gleichermaßen ernst nahmen. 

Einer dieser Musiker ist Roland Jelinek mit dem ich nunmehr seit 23 Jahren in den verschiedensten Bands zusammen spiele. Aber eine Band alleine war mir immer zu langweilig. Ich wollte nie nur einen Stil singen. So sang ich im Laufe der Zeit nicht nur bei Rockbands (Low Budget Band, Atrium, Frantic, Begnadigte Pädagogen) sondern auch Blues (Blues Unlimited) und Unterhaltungsmusik (Tornados, Niederalmer, Nockherberger,). Mit den Niederalmern und den Nockherbergern sang ich auch auf dem Münchner Oktoberfest (ca. 5 Jahre) und auf dem Nockherberg.

Was hast Du die letzten Jahre vor der Gründung Deiner Band gemacht?

In den letzten 5 Jahren war ich mit der Gruppe Gastein unterwegs, die nicht nur in Österreich bekannt war. Wir waren in der Schweiz, Lichtenstein, Hamburg, Norderney, Hannover, Bremen usw. Wir spielten jedes Jahr das Oktoberfest in Oradea (Rumänien) und in Miami (USA), waren praktisch den ganzen Herbst im Ausland. Das wurde mir im Laufe der Zeit, nebst Familie und arbeiten wirklich zu viel. 

Seit 2 Jahren singe ich auch Jazzstandarts zusammen mit Marco Govorcin. Jazz und Soul liegt meiner Stimme wesentlich besser als Schlager und Volkstümliche Musik. Das war auch ein Grund, warum ich bei den Gasteinern aufgehört habe. Ich kann mich einfach nicht lange verbiegen und volkstümlich ist für mich das Schlimmste, das man mir antun kann. Wir haben aber zusammen eine sehr schöne Weihnachts-CD aufgenommen auf der ebenfalls ein Song von mir drauf ist. Wir hatten richtig viel Spaß und die Gruppe Gastein ist weiterhin erfolgreich auf der ganzen Welt unterwegs. Sie kamen gerade aus Afrika zurück.

In der Zwischenzeit habe ich auch sehr viel für andere Künstler in Musikstudios eingesungen. Unter Anderem sang ich auch die Backroundstimmen auf der Solo- CD, die Jürgen Stranzinger (Gittarrist bei Hubert von Goisern) in Wien und Freising aufgenommen hat. An viele Sachen kann ich mich echt nicht mehr erinnern. Aber daran, das Hubert von Goisern uns mit Frantic anbot, bei ihm im Studio kostenlos unsere CD aufzunehmen. Natürlich mit seinem hauseigenen Techniker Wolfgang Spannberger, den ich bereits vom Josh her kannte. Es war eine spannende Zeit.

Auch mit Atrium haben wir vor ein paar Jahren eine CD mit eigenen Songs heraus gebracht. Es müssten 7 CD ́s sein (Rusty Franx, 2 x Frantic, Atrium, Blues Unlimited, Begnadigte Pädagogen, Gruppe Gastein) auf denen ich als Solosängerin singe und an die 20ig CDs wo meine Stimme für andere Künstler zu hören ist. Coole Aufnahmen auf Kassetten gibt es noch mit der Blaueisgletscher Band und mit der Low Budged Band. Die Kassetten habe ich immer noch.

Wie es dazu kam, dass Heidi Vogl die Band Saltriver gründete, lesen Sie morgen in Teil 2 unseres Interviews mit Heidi Vogl auf BGLand24.de

Quelle: BGland24.de

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