Am Watzmann von Wetterumschwung überrascht

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Die Bergretter mussten im rund 20 Zentimeter tiefen Schnee bis zur Biwakschachtel aufsteigen und die Bergsteiger dort für den Abtransport vorbereiten.

Berchtesgaden - Zwei Bergsteiger sind am Sonntag in den Morgenstunden an der Watzmann-Ostwand in Not geraten. Der Rettungshubschrauber Christoph 14 rückte zur Rettung an.

Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ mussten am Sonntagvormittag zwei in der Watzmann-Ostwand bei Neuschnee in Bergnot geratene Männer retten und mit dem sieben Meter kurzen Rettungstau nach Kühroint ausfliegen. Niederschlag, Wolken und teilweise sehr schlechte Sicht erschwerten den Einsatz und boten den Rettern ein nur sehr knappes Zeitfenster, um die beiden Bergsteiger in Sicherheit zu bringen. Seit Sonntagmittag läuft am Untersberg eine große Suchaktion nach einem seit Samstag vermissten Bergsteiger.

Während der erste Bergretter mit einem Geretteten am Tau aus der Wand geflogen wurde, verschlechterte sich das Wetter zunehmend und es fiel wieder Nebel ein. Der zweite Anflug gestaltete sich als Wettlauf gegen die Zeit: In letzter Sekunde und bei starkem Schneefall gelang es dem Piloten den zweiten Bergretter mit dem in Bergnot Geratenen am Tau auszufliegen.

Gegen 7.45 Uhr wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden von der LeitstelleTraunstein alarmiert. Zwei Kletterer aus dem Bereich Ulm hatten aus der tief verschneiten Watzmann-Ostwand einen Notruf abgesetzt. Sie seien unverletzt in der Biwakschachtel, kämen aber aufgrund des starken Schneefalls nicht mehr weiter. Die beiden 20- und 28-Jährigen waren am Vortag bei guten Wetterverhältnissen in die Ostwand eingestiegen und bis zum Abend bis zur Biwakschachtel in 2.384 Metern aufgestiegen. Mit dem nächtlichen Wettersturz begann es zu schneien, wodurch für die beiden kein Weiterkommen mehr möglich war. Da für den Tagesverlauf starke Niederschläge vorhergesagt und mit weiterem Schneefall zu rechnen war, entschied der Einsatzleiter, die beiden Kletterer möglichst rasch aus der Ostwand auszufliegen.

In einer kurzen Regen- und Schneepause wurde der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ aus Traunstein angefordert. Laut Niederschlagsradar war das Zeitfenster sehr eng und damit große Eile geboten. Der Pilot nahm am Tallandeplatz zwei Bergretter aus Berchtesgaden auf und setzte sie gegen 10.40 Uhr im Schwebeflug am Grat knapp unterhalb der Biwakschachtel ab. Die Bergretter mussten im rund 20 Zentimeter tiefen Schnee bis zur Biwakschachtel aufsteigen und die Bergsteiger dort für den Abtransport vorbereiten. In der Zwischenzeit landete „Christoph 14“ am Watzmannhaus, wo das sieben Meter kurze Rettungstau am Hubschrauber montiert wurde. Während der erste Bergretter mit einem Geretteten am Tau aus der Wand geflogen wurde, verschlechterte sich das Wetter zunehmend und es fiel wieder Nebel ein. Der zweite Anflug gestaltete sich als Wettlauf gegen die Zeit: In letzter Sekunde und bei starkem Schneefall gelang es dem Piloten den zweiten Bergretter mit dem in Bergnot Geratenen am Tau auszufliegen. Für den weiteren Sonntag waren für die Watzmann-Ostwand zusätzliche 50 Zentimeter Neuschnee und Sturmböen vorhergesagt.

Am Sonntag gegen 11.40 Uhr forderte die Polizei die Bergwacht Marktschellenberg und die Lawinenhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau zu einer großen Vermisstensuche am Untersberg an. Seit Samstag ist dort ein Bergsteiger vermisst; sein Auto wurde am Sonntagmittag auf dem Parkplatz zum Hochthron-Klettersteig gefunden. Suchmannschaften der Bergwacht und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei mussten das weitläufige Areal bei Neuschnee und Wind absuchen und wurden aus der Luft von der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 3“ mit Wärmebildkamera unterstützt. Die Suche blieb bis zum Sonntagabend trotz zunehmender Wetterbesserung am Nachmittag erfolglos und musste bei einsetzender Dunkelheit unterbrochen werden. Am Montagmorgen soll sie bei besserem Wetter fortgesetzt werden. Bisher gibt es keine genaueren Anhaltspunkte, wo der Mann unterwegs war und was mit ihm passiert ist.

Rettung an der Watzmann-Ostwand

Am Donnerstag gegen 12.30 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ zum Jenner ausrücken, einen verletzten Bergsteiger oberhalb des Gleitschirm-Startplatzes versorgen und zur Kreisklinik Bad Reichenhall fliegen. Am Freitag gegen 17.50 Uhr ging ein Notruf von einem Wanderer ein, der im Bereich der Gotzenalm ohne Licht unterwegs war. Die Bergwacht musste ihn suchen und per Fahrzeug ins Tal bringen. Am Samstag gegen 17.30 Uhr und am Sonntagmorgen gegen 1.45 Uhr wurden Lichtquellen aus der alten Westwand am Hohen Göll und vom Zwiesel gemeldet. Die alarmierten Bergwachten Berchtesgaden und Bad Reichenhall konnten aber rasch Entwarnung geben und mussten keinen vermeintlich in Not geratenen Bergsteigern helfen.

Quelle: BGland24.de

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