Bergwacht hatte alle Hände voll zu tun

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Landkreis - Rettungseinsätze, Hubschrauberflüge, Erstversorgungen - Bergwacht und Rotes Kreuz hatten am Samstag im Berchtesgadener Land jede Menge Einsätze zu bewältigen.

Am Samstag waren bei herrlichem Herbstwetter besonders viele Menschen in den Berchtesgadener Bergen unterwegs, dementsprechend viel Arbeit hatten auch die heimischen Bergwachten, die Hubschrauber-Besatzungen und der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes. Zu insgesamt neun Berg-Einsätzen mussten sie allein am Samstag im Landkreis ausrücken.

Los ging es gegen 10.45 Uhr mit einem Forstunfall am Teisenberg. Gegen 11.45 Uhr ging dann ein Notruf von den Grundübelhörnern (Reiter Alpe) ein, wo ein 28-jähriger Kletterer aus dem Allgäu rund acht Meter tief ins Seil gestürzt war und sich dabei am Oberschenkel verletzt hatte. Die Zweier-Seilschaft konnte selbständig ein Stück von der Felswand weg absteigen, so dass der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ nach einer Zwischenlandung an der Halsalm zunächst den Verletzten und in einem zweiten Anflug den unverletzten Kletterpartner am 25 Meter langen Rettungstau ins Tal nach Ramsau fliegen konnte. Eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes brachte den 28-Jährigen dann zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Berchtesgaden.

Gleichzeitig zum Einsatz an der Reiter Alpe mussten die Bergwacht Marktschellenberg und der Landrettungsdienst des Berchtesgadener Roten Kreuzes zu zwei Notfällen auf der Südseite des Untersbergs ausrücken. Ein 48-jähriger Wanderer aus dem Ruhrgebiet war am Talgrabenweg zwischen Vorderettenberg und Almbachklamm mit einer Nierenkolik zusammengebrochen. Die Besatzung des Rettungswagens, die Bergwacht Marktschellenberg und der Bergwacht-Notarzt gingen zu Fuß zum Patienten, versorgten ihn und konnten ihn dann zum Rettungswagen nach Vorderettenberg bringen; von dort aus wurde er zur Kreisklinik Berchtesgaden gefahren.

Zur selben Zeit musste eine zweite Mannschaft der Bergwacht Marktschellenberg eine 48-jährige Wanderin aus der Nähe von Salzburg versorgen, die sich am Gatterlweg schwer am Sprunggelenk verletzt hatte. Die Einsatzkräfte versorgten die Frau und brachten sie dann nach Vorderettenberg. Die Rettungswagen-Besatzung lieferte sie anschließend ins Salzburger Unfallkrankenhaus ein.

Gegen 14.15 Uhr ging ein weiterer Notruf ein: Zwischen dem Kleinen Watzmann und dem Mooslahnerkopf hatte sich ein 25-jähriger Bergsteiger aus Mittelfranken am Bein verletzt. „Christoph 14“ und die Bergwacht Ramsau, darunter auch der Bergwacht-Notarzt versorgten den Mann und flogen ihn per Rettungstau aus. Der Verletzte wurde anschließend vom Tallandeplatz in Ramsau mit dem Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert.

Gegen 15 Uhr wurde ein Herzinfarkt beim Gasthaus Söldenköpfl gemeldet; gleichzeitig ging ein Notruf vom Mandlgrat zwischen Kehlstein und Hohem Göll ein, wo sich ein 27-jähriger Bergsteiger aus dem Tennengau schwer an der Schulter verletzt hatte. Ebenfalls nahezu zeitgleich brach eine 83-jährige Frau aus München mit Kreislaufproblemen an der Mitterkaseralm am Jenner zusammen.

Rettungseinsatz am Mannlgrad:

Rettungseinsatz am Mannlgrad

„Christoph 14“ setzte zwei Berchtesgadener Bergwachtmänner im Schwebeflug in der Nähe des Unfallorts am Mandlgrat ab, die dann zum Verletzten gingen, der von Ersthelfern bereits in Richtung Kehlsteinhaus geführt wurde. Trotz umherziehender Nebelschwaden schaffte es der Pilot, den Verletzten zusammen mit dem Berchtesgadener Bergwacht-Notarzt am sieben Meter kurzen Rettungstau aufzunehmen und ins Tal zum Schneewinkl-Landeplatz zu fliegen, von wo aus eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes den weiteren Transport zur Kreisklinik Bad Reichenhall übernahm. Der zweite Bergretter fuhr mit dem Aufzug des Kehlsteinhauses bis zur Buswendeplatte und dann mit dem Linienbus nach Obersalzberg, wo er von seinen Kameraden abgeholt wurde.

Gleichzeitig versorgte die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ den Patienten mit Herzinfarkt am Söldenköpfl; ebenfalls gleichzeitig kümmerte sich eine zweite Mannschaft der Bergwacht Berchtesgaden um die Frau mit Kreislaufbeschwerden am Jenner und brachte sie per Geländefahrzeug zur Vorderbrandstraße, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und dann in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte.

Gegen 18.50 Uhr ging bei der Leitstelle Traunstein ein Notruf aus der Südwand des Hohen Gerstfelds (Reiter Alpe) ein, wo sich drei Kletterer nach Durchstieg der Route „Strada del Sole“ (bis zu VII) verhaut hatten und den richtigen Abstieg nicht finden konnten. „Christoph 14“ fand die Einsatzstelle, da die Kletterer mit Lichtzeichen auf sich aufmerksam machten und setzte dann einen Ramsauer Bergwachtmann am Gipfelgrat ab, der zu den Verstiegenen hinabging und sie über Schrofengelände zu einer günstigen Stelle am Grat brachte. Dort konnte der Pilot die insgesamt vier Leute in zwei Anflügen schwebend einsteigen lassen und im letzten Tageslicht ins Tal fliegen. Der bereits vorbestellte nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber wurde nicht mehr benötigt.

Einsatz am Hohen Gerstfeld:

Einsatz am Hohen Gerstfeld

Da ein Hubschrauber-Einsatz auf den anderen folgte, mussten die Bergwachten aus Berchtesgaden und Traunstein „Christoph 14“ mit ihren beiden Kerosinanhängern mehrmals nachtanken.

Pressemeldung BRK BGL

Quelle: BGland24.de

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