Krampusse außer Rand und Band - Verletzte!

Landkreis - Das hat nichts mit Brauchtum zu tun: Im Berchtesgadener Land musste die Polizei mehrmals ausrücken, weil "wilde" Krampusse auf Bürger losgingen:

Nichts mit Brauchtum hatten Sicherheitsstörungen zu tun, welche die Polizei am Donnerstag, 5. Dezemer, ab den späten Nachmittagsstunden beschäftigten. Im Zeitraum von 14 Uhr bis 16.30 Uhr fand in Freilassing ein angemeldeter und genehmigter Krampuslauf mit einem Nikolaus und etwa 15 Krampussen statt. Die Krampusse waren allesamt nüchtern, trugen vorschriftsmäßig ihre Nummern und verhielten sich vorschriftsmäßig auf ihrer Laufstrecke. Die Route verlief vom Industriegebiet Nord in die Innenstadt. In der Fußgängerzone trafen die Teilnehmer der genehmigte Veranstaltung gegen 16 Uhr auf gewaltbereite, wilde Krampusse, die auch schon Personen innerhalb des Christkindlesmarktes über Maßen angingen. Da die Teilnehmer der offiziellen Veranstaltung nicht mit den anderen Passen und deren Ausschreitungen in einen Topf geworfen werden wollten, sprachen sie die „wilden“ Krampusse an und wollten ihnen die Rechtslage erklären. In der weiteren Folge kam es zu Übergriffen der wilden Krampusse, die in zwei Gruppen mit insgesamt 20 Personen unterwegs waren. Dabei bekam ein „genehmigter Krampus“ von einem 22-jährigen, wilden Krampus aus Anger in der Hauptstraße einen Kopfstoß und erlitt dadurch Gesichtsverletzungen. Die Polizei versuchte die Situation zu beruhigen, was aufgrund der alkoholbedingten Aggressivität und Uneinsichtigkeit der Teilnehmer des wilden Krampuslaufes nur schwer möglich war. Erst mit mehreren Streifen, darunter auch Kräften der Bereitschaftspolizei aus München, konnte um 18 Uhr die Ruhe wieder hergestellt werden. Die verschiedenen Passen hatten sich in Lokalitäten zurückgezogen. Die genehmigte Veranstaltung waren aufgrund der kritischen Situation schon vorzeitig beendet worden.

Eine Ainringer Passe hatte sich bereits gegen 12.45 Uhr vor der Mädchenrealschule positioniert und wartete dort auf den Schulschluss, um die Schülerinnen der fünften und sechsten Klasse zu erschrecken. Zuvor war die Gruppe von Zeugen in einem Lokal entlang der Laufener Straße beim „Mut-Antrinken“ gesehen worden. Als die Schülerinnen die Laufener Straße vor der Schule betraten, begannen die Krampusse wild auf die Schülerinnen einzuschlagen. Lehrkräfte kamen den Mädchen zu Hilfe und wurden ebenfalls geschlagen. Es kam zu mehreren verletzten Lehrkräften und Schülerinnen. Die Polizeiinspektion Freilassing hat hierzu die Ermittlungen aufgenommen und bittet zudem Zeugen, die Angaben zu diesem Tatgeschehen machen können, sich unter der Telefonnummer 08654 / 46180 zu melden.

Vermutlich die gleiche Passe ging dann später in der Fußgängerzone wieder die Realschülerinnen an, als diese Lose für ihre Schule verkauften. Auch dabei kam es wieder zu Übergriffen, die nichts mit Brauchtum zu tun haben.

Gegen 21.15 Uhr trafen in der Münchener Straße mehrerer Krampusse aufeinander. Ein 22-jähriger Krampus schubste seinen Kontrahenten gegen einen geparkten Pkw. Durch die Kuhglocken wurde der Pkw an der Beifahrerseite sowie am Kotflügel vorne links beschädigt. Der ermittelte Täter stammt ebenfalls aus Anger und hatte 2,5 Promille Alkohol in der Atemluft. Gegen ihn wird nun wegen versuchter Körperverletzung ermittelt. Zudem kommen Schadenersatzforderungen des Fahrzeughalters auf ihn zu, der einen Sachschaden von etwa 1000 Euro erlitt.

Auch in Teisendorf: Krampusunwesen durch Polizei aufgelöst

Am Donnerstag, den 5. Dezemver, gegen 16 Uhr, wurden die Beamten der Polizeiinspektion Freilassing nach Teisendorf gerufen, da dort sechs bis acht wilde Krampusse in der Marktstraße randalierten. Die erkennbar alkoholisierten Krampusse schlugen mit ihren Ruten auf vorbeifahrende Pkw, pöbelten Passanten an und postieren sich schließlich vor der Mittelschule Teisendorf. Dort warteten sie auf den Schulschluss. Da der Vorgang durch die Lehrer früh genug bemerkt worden war, erfolgte eine Mitteilung bei der Freilassinger Polizei. Die aggressiven Krampusse waren auch durch die Einsatzkräfte der Polizei nur schwer zu beruhigen und erst ein mehrfach ausgesprochener Platzverweis an die Gruppe veranlasste sie, sich zu entfernen. Die Krampusse waren teilweise so alkoholisiert, dass sie in Schlangenlinien gingen und von Freunden geführt werden mussten.

Pressemeldung Polizeiinspektion Freilassing

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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