Bilanz der Bergbahnen Kitzbühel für das Jahr 2012/13

"Maßvolle, aber gezielte Investitionspolitik"

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Die Bergbahn AG Kitzbühel verzeichnet zum wiederholten Mal Rekordumsätze
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Tirol - Trotz des durchwachsenen Winters mit mäßigen Schneehöhen, fällt die Bilanz für die Bergbahnen in Kitzbühel durchwegs positiv aus. Wie man das Ergebnis auch 2015 noch toppen will. 

"Einen historischen Höchstwerte", so der Vorstand der Bergbahn AG Kitzbühel, Dr. Josef Burger, habe man im vergangenen Winter 2012/13 im Skigebiet in Tirol erwirtschaften können. Bei einer deutlich gesteigerten Betriebsleistung auf aktuell 45,41 Millionen Euro und dabei nur leicht gestiegenem Betriebsaufwand um 1,5% zum Vorjahr von 39,64 Millionen Euro bleiben dem börsennotierten Unternehmen insgesamt 5,03 Millionen Euro vor Steuer. Das bedeutet einen Zuwachs von 150,8% im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011/12, so Josef Burger. Die Investitionen im vergangenen Winter betrugen dabei 22,28 Millionen Euro, mehr als 5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Und auch für das kommende Jahr kündigte der Aufsichtsratsvorsitzenden der Gesellschaft und Bürgermeister von Kitzbühel, Dr. Klaus Winkler, wieder eine "maßvolle, aber gezielte Investitionspolitik" an. Dabei seien laut Winkler bereits 7 Millionen Euro für die Revitalisierung von weiteren Pisten im Gebiet und neuen Beschneiungsanlagen reserviert, alleine auf der Bichlalm seien es dagegen rund 5 Millionen Euro. Insgesamt betrage das Investitionsvolumen für 2014/15 rund 17,5 Millionen Euro.

Konsum und Nachfrage im Wandel

(v.l.) Dr. Klaus Winkler, Dr. Josef Berger und Walter Astl auf der Bilanzpressekonferenz in Kitzbühel

Für den Erfolg des Skigebiets im Osten Tirols macht der Vorstand, Dr. Josef Burger, den vollständig vollzogenen Paradigmenwechsel in der Unternehmensstrategie verantwortlich. Musste man anfangs noch viel Disziplin bei der ergebnisorientierten Priorisierung, "dem verstärken der Stärken, vor der Beseitigung der Schwächen", aufbringen, konnte man sich mittlerweile "von der Bezirksliga in die Champions League" hocharbeiten, so Burger. Diesen Kurs wolle man auch in Zukunft weiter verfolgen. Man habe verstanden, dass sich das Konsum- und Nachfrageverhalten weltweit verändert habe. Zeitgleich stoße der Wintersport an seine Wachstumsgrenze. "Optimistisch gesehen haben wir Stagnation, pessimistisch betrachtet geht der Trend sogar nach unten", erklärt Josef Burger die aktuelle Situation. Man befinde sich nun nicht mehr nur in einem Konkurrenzkampf mit anderen Skigebieten, sondern auch generell im Wettbewerb mit anderen Branchen. "Heute steht der Kunde vor der Frage, ob er ein Wochenende bei uns verbringen will oder sich lieber ein neues Fahrrad oder einen Designeranzug anschafft," fasst Burger die momentane Lage zusammen. Diesem Dilemma aus Sicht der Bergbahnen, wirke nur ein weiteres Vordringen in die Nische für Spezialisten und eine noch offensivere Marketingstrategie entgegen.

Ein Blick in die Zukunft

Das neue Verwaltungsgebäude der Bergbahn AG Kitzbühel

Um sich auch künftig in dieser "Nische der Spezialisten" aufhalten, beziehungsweise weiter vergrößern zu können, wolle die Bergbahn AG Kitzbühel weiter verstärkt an der "Qualitätsschraube drehen". Neben dem Errichten komfortabler Bergbahnen, stehe der  Grundsatz der "Multioptionalität" dem Dasein als Spezialist keinesfalls im Weg, so Burger. "Unser Ziel ist es,jedem Familienmitglied qualitativ hochwertige Möglichkeiten während seines Aufenthalts bei uns zu bieten. Egal ob Genuss-Skifahren auf breiten und bestens präparierten Pisten, Powdern im Variantenbereich, Free Riden im Snow Park  oder Race Carven auf der Streif," erklärt Burger. Ein wichtiges Anliegen des Vorstands sei es jedoch auch, die Marke "Urlaub in den Alpen" über die Grenzen des Skigebiets in Kitzbühel hinaus weiter voranzutreiben. Man müsse sich auf das besinnen, was die Wintersportorte in Österreich groß gemacht habe, die Landschaft und die Menschen, die dort leben.

Neben dem sehr dominanten Wintersport in der Stadtgemeinde mit knapp über 8.000 Einwohnern, wandere der Fokus aber auch zunehmend auf die Sommergäste. Auch hier wurden im vergangenen Jahr einige Investitionen getätigt. Speziell im Bereich der Qualität der Wanderwege rund um die Bergbahnen in Kitzbühel, seien viele Verbesserungen vorgenommen worden und manche Bereiche gar erst neu erschlossen worden.

Impressionen aus Kitzbühel

Impressionen aus Kitzbühel

Die treuen Gäste aus Bayern

Besonders stolz sei man auf die treuen Gäste aus dem benachbarten Bayern, so Burger. Die verkauften Saisonkarten und Tageskarten machten bei den Umsätzen der Bergbahnen rund 40% der Umsätze aus. "Der Anteil der Nachbarn aus Bayern ist in diesen beiden Segmenten sehr hoch und das schon seit Jahren", erklärt Burger und zeigt sich dabei stolz für das in ihn und die Bergbahnen gesetzte Vertrauen. Ein Grund für die guten Zahlen könne auch die hohe Zahl an Zweitwohnsitzen der Bayern in Tirol sein. Denn: Die eigens eingerichteten Buslinien aus Bayern, erfreuten sich in der Vergangenheit keines besonders großen Zulaufs, so der Vorstand. Ungebrochen gut dagegen, werde der Ski-Zug aus der Landeshauptstadt München angenommen. Zwei Situationen, die sich nach der verhärteten Mautdiskussion im kommend Winter jedoch ändern könnten.

Quelle: rosenheim24.de

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