Gleisarbeiten bei Bernau im Video

So fressen sich die Maschinen durch 15.000 Tonnen Schotter

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Schotter und das darunter liegende Sand-Kies-Gemisch abtragen, Schienen anheben, Schotter waschen und austauschen, neuen Sand auftragen, Schotter einfügen - all das erledigen Arbeiter und Maschinen hier in einem Zug.
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Bernau - Einen Kilometer lang ist allein die Anlage, mit der die Bahn derzeit das Gleisbett südlich des Chiemsees erneuert: Im Schneckentempo bewegt man sich fort - doch es werden enorme Massen an Schotter bewegt. 

Was glauben Sie, wie viel wiegen die Schottersteine auf einem Meter im Gleisbett? Es sind 3,5 Tonnen! Wenn die Deutsche Bahn ihre Arbeiten zwischen Prien und Übersee beendet hat, werden also rund 15.000 Tonnen Schotter durch die Maschinen gelaufen sein, gearbeitet wird auf 4,3 Kilometern.

Fotos: Austausch von Schotter im Gleisbett zwischen Prien und Übersee

Laut ist es entlang der Strecke momentan: Mit rund 100 Dezibel gräbt sich das Monster - von den Arbeitern liebevoll "Schotterschlange" genannt - durch das Gleisbett. Das zweite Gleis bleibt für den Zugverkehr frei, eine Alarmanlage mit wiederum 120 Dezibel warnt die Männer vor durchfahrenden Zügen. "Wir wissen, dass das für die Anwohner störend sein kann, aber in der Disco oder im Bierzelt ist es lauter. Und der Alarm muss natürlich lauter sein als die Maschine", so Bauleiter Hanno Große am Donnerstag in Bernau. 

So arbeitet die "Schotterschlange"

Zuerst werden die Schottersteine abgetragen, anschließend gesiebt. Zu kleine Steine fallen durch ein Raster und werden aussortiert. Anschließend wird das Gleis mitsamt den Schwellen angehoben, auch das Sand-Kies-Gemisch aus der Unterschicht wird abgetragen. Allein eine Schwelle wiegt schon 360 Kilogramm. 

Im nächsten Schritt wird frischer Sand nachgefüllt und festgeklopft. Gleise und Schwellen werden wieder abgelegt, die gesiebten und gewaschenen Granitsteine kommen wieder an ihren alten Platz. 400 Meter schaffen Arbeiter und Maschinen so am Tag. Es ist die einzige Maschine ihrer Art in Deutschland, die derzeit zwischen Prien und Übersee im Einsatz ist.

Am 14. August wird man fertig sein

1000 Meter lang ist die "Schotterschlange" - vor allem deshalb, weil am Ende der Arbeitskette Abraumwagen warten: Sie nehmen die ausgesiebten Steine und das alte Sand-Kies-Gemisch aus dem Gleisbett auf. 160 Tonnen Material kann ein Wagen aufnehmen, anschließend kommt es zur Entsorgung. Auch der neu verbaute Sand im Gleisbett wiegt allein 24.000 Tonnen!

Ist man damit fertig, werden im zweiten Schritt Gleise, Schwellen und Oberleitungen erneuert. Bis zum 14. August wird der Streckenabschnitt also praktisch wie neu sein. Allein auf der Strecke zwischen Prien und Übersee hat die Bahn damit 8,7 Millionen Euro investiert. Alle 25 Jahre muss das Gleisbett wiederaufbereitet werden, ein Schienenwechsel ist alle zwölf Jahre fällig. 

xe

Quelle: rosenheim24.de

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