Video: Kollegah-Prozess wurde eingestellt

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Traunstein - Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich Rapper Kollegah am Montag erneut vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde nun eingestellt. Was sein Anwalt dazu sagt:

UPDATE 13.05 Uhr: Prozess eingestellt

Bei einem Rechtsgespräch verständigten sich die Parteien jetzt auf vorläufige Einstellung des Verfahrens nach §153 A, Absatz 2. Demnach muss Kollegah 40.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen. Die beiden Geschädigten bekommen je 3.000 Euro von dem Rapper. Die Staatsanwaltschaft hatte zuerst eine sechsstellige Summe gefordert, zeigte sich aber mit den insgesamt 46.000 Euro letztlich einverstanden. Bis zum 1. Juli hat der Angeklagte nun Zeit, die Zahlungen zu leisten. Wenn das geschieht, ist das Verfahren endgültig eingestellt.

UPDATE 12.05 Uhr: Kollegah verpasste Faustschläge

Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Disko machte ebenfalls am Vormittag seine Aussage. Er war an dem Abend des Konzerts für die Sicherheit von Kollegah und seiner Entourage zuständig.

Auf dem Weg vom VIP-Bereich zum Ausgang sei die Gruppe an der Raucherlounge vorbeigekommen. Dabei habe jemand gerufen "Kollegah, du Hurensohn". Der Rapper sei, zusammen mit seinen zwei Begleitern, anschließend in den Raucherbereich gestürmt. "

Ich habe dann noch Flaschen klirren gehört und bin hinterher in die Lounge. Dort habe ich gesehen, wie Kollegah auf einen jungen Mann, der auf einem Stuhl saß, mit der Faust eingeschlagen hat."

Als er versucht habe, dazwischen zugehen, habe ihn der Bodyguard des 30-Jährigen davon abgehalten. Auf den Rapper habe niemand eingeschlagen.

UPDATE 10.25 Uhr: Zeuge will sich an nichts mehr erinnern können

Auch der nächste Zeuge, ein 21-jähriger Disco-Besucher, konnte nicht mehr Licht in die Angelegenheit bringen.

Nach eigener Aussage könne er sich nicht mehr an die Ereignisse der Tatnacht erinnern: "Ich hatte Alkohol pur intus!" Zudem sei er seitdem einmal auf sein Gesicht gefallen und habe eine Flasche auf den Kopf bekommen: "Das hat meine Erinnerung nicht besser gemacht..." 

Die Vorsitzende Richterin bohrte aber weiter nach. "Sie haben drei Tage nach der Tat genaue Angaben bei der Polizei gemacht. Haben sie da gelogen?" Der Zeuge verneinte dies, konnte aber auch keine weiteren Angaben dazu machen.

UPDATE 10.05 Uhr: Gericht zweifelt Zeugenaussagen an

Am Montagvormittag ging es weiter mit den Zeugenvernehmungen im Berufungsprozess gegen den Rapper Kollegah.

Zu Anfang wurde erneut die polizeiliche Aussage seines Bodyguards unter die Lupe genommen. Dort hatte er angegeben, dass Kollegah nach seinem Auftritt als "Hurensohn" und "Missgeburt" beschimpft wurde.

Die Vorsitzende Richterin hielt ihm allerdings vor, dass "Missgeburt" sonst von keinem anderen Zeugen wahrgenommen wurde. Zudem habe er bei der Polizei ausgesagt, dass Kollegah von einer Flasche getroffen wurde. Auch dies zweifelte das Gericht an, weil der Rapper nachweislich keine Flasche abbekommen habe. 

Bei der Polizei habe er außerdem ausgesagt, dass er auf einer Treppe gewesen sei, als die Schlägerei losging. Das Problem daran: Auf den Fotos vom Ort des Geschehens gibt es keine Treppe!

Kollegah versuchte die Missverständnisse mit den schlechten Deutschkentnissen des Zeugen zu erklären - doch auch dass erschien dem Gericht wenig glaubwürdig.

Erstmeldung: Berufungsprozess nach Freispurch

Rapper Kollegah, mit bürgerlichem Namen Felix Antoine Blume, muss sich wegen einer Disco-Schlägerei erneut vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, nach seinem Konzert 2013 in Freilassing, zwei Gäste geschlagen und getreten zu haben. Die beiden mutmaßlich Opfer sollen Platzwunden, Prellungen und einen Nasenbeinbruch davongetragen haben. Die Attacke soll dadurch provoziert worden sein, dass den Rapper vorher jemand als "Hurensohn" beschimpft habe.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Laufen den 30-Jährigen freigesprochen. Der vorsitzende Richter erklärte damals, dass "die Hauptverhandlung keinen ausreichenden Schuldnachweis für eine Verurteilung erbracht hat". In seinem Schlusswort hatte Kollegah darauf beharrt, dass er seine Karriere nicht wegen einer Disco-Schlägerei aufs Spiel setzen würde: "Ich wurde angegriffen und musste mich verteidigen".

Die Staatsanwaltschaft schenkte seinen Unschuldsbekundungen allerdings keinen Glauben und legte Berufung gegen das Urteil ein. Auch die Aussagen seiner Entlastungszeugen zweifelte Staatsanwältin Monika Veiglhuber an: Deswegen wolle sie auch ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage gegen die sechs Zeugen einleiten.

In dem Berufungs-Prozess gegen Kollegah wird das Urteil für diesen Montag erwartet. Chiemgau24.de ist für Sie vor Ort und berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

Aus dem Videoarchiv

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © ps

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