Bessere Beratung bei Medikamenten gefordert

Rosenheim - Bessere Beratung und mehr Transparenz für Patienten forderten Arzneimittelexperten beim Bayerischen Apotheker-Tag in Rosenheim.

Am Freitag, 20. Mai, trafen sich Apotheker aus ganz Bayern zum Erfahrungsaustausch im Kultur- und Kongresszentrum. Am Samstag präsentierten sie sich der breiten Öffentlichkeit auf dem Ludwigsplatz. Dort sollte den Besuchern vor allem die Wichtigkeit von Bewegung und gesunder Ernährung nahegebracht werden.

Jeder sechste über 65-Jährige in Bayern hat im ersten Halbjahr 2010 mindestens ein Medikament verordnet bekommen, das gefährliche Nebenwirkungen wie Nierenschäden oder Magenblutungen hervorrufen kann, ergab eine Analyse der Techniker Krankenkasse unter ihren Versicherten. "Wir dürfen nicht nur Kosten dämpfen, sondern müssen vor allem die Arzneimitteltherapie verbessern", forderte darum Apotheker Tim Steimle beim Bayerischen Apothekertag. Patienten müssten ausführlicher beraten werden. Außerdem bedürfe es mehr Transparenz bezüglich der Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten.

"Viele Patienten sind verunsichert", ist sich Steimle sicher. 32 Prozent der Befragten in Bayern hätten wegen der Angst vor Nebenwirkungen schon einmal verschriebene Medikamente nicht eingenommen. "Dieser laxe Umgang mit Arzneimitteln birgt gesundheitliche Gefahren und verursacht enorme Kosten", ärgerte sich der Fachmann. Vermeiden ließen sich diese negativen Seiten nach seinen Worten, wenn Ärzte und Apotheker Patienten mehr in die Versorgung einbeziehen würden.

Einbezogen wurden die Besucher beim Aktionstag auf dem Ludwigsplatz. Apotheker standen für Fragen zur Verfügung und die Besucher hatten die Möglichkeit, sich über verschiedenste Gesundheitsprodukte ausführlich beraten zu lassen. In einem Informationszelt wurden kleine Geschenke und Proben verteilt. Wer wollte, konnte sich den Blutdruck messen oder seinen Blutzuckerwert ermitteln lassen. Für die sportliche Bestätigung stand sogar eine Kletterwand bereit, die besonders die kleinen Besucher anzog.

Mit luftigen Schaumgebilden am Himmel machten die Apotheker auf sich aufmerksam, außerdem mit dem Verteilen von Informationsmaterial in der Innenstadt.

Besonders wichtig war den Apothekern, für eine gesunde Lebensweise zu werben. "Uns geht es um Prävention. Die Menschen sollen erst gar nicht krank werden", erklärte dazu Thomas Metz, Pressesprecher des Bayerischen Apothekerverbandes.

Sport und gesunde Ernährung seien wichtig, um sich fit zu halten: "Man muss kein Hochleistungssportler sein. Aber wer nicht von seiner Couch aufkommt und ständig nur Schokolade futtert, muss sich nicht wundern, wenn er schon mit 30 Jahren krank wird".

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser