Ex-Polizeichef geht in Revision

Rosenheim/Traunstein - Weil er einen Schüler verprügelt hatte, wurde der Ex-Polizeichef zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Jetzt äußerte sich die Verteidigung zu einer Revision:

Alles zum Prozess:

Auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigte eine Mitarbeiterin des Verteidigers, Andreas von Máriássy, dass man Revision gegen das Urteil einlegen werde. Der vom Dienst suspendierte Rosenheimer Polizeichef wurde vor genau einer Woche wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Das Landgericht Traunstein sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige den gefesselten Jugendlichen auf der Wiesn-Wache des Rosenheimer Herbstfestes mehrfach mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen hatte. Darüber hinaus habe er dem Jungen auch einige Tritte verpasst und ihm Ohrfeigen gegeben. Der Schüler hatte bei der Gewalttat des leitenden Beamten im Herbst 2011 eine stark blutende Platzwunde an der Lippe davongetragen. Ein Schneidezahn brach, andere Zähne wurden geschädigt.

Der Schritt der Verteidigung überrascht insofern, da der ehemalige Polizeichef mit diesem Urteil seinen Beamtenstatus vorerst behalten durfte. Erst ab einer Freiheitsstrafe über einem Jahr wäre er automatisch seines Amtes enthoben worden. Im Prozess hatte der Verteidiger von Máriássy noch gesagt: "Ein Urteil über zwölf Monate wäre fatal, weil mein Mandant dann seinen Beamtenstatus verlieren würde und seine Karriere ruiniert wäre."

Die Staatsanwaltschaft hatte sich bereits am vergangenen Donnerstag dagegen entschieden, Revision einzulegen.

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red

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © ps/red

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