Arbeitsgemeinschaft Berchtesgaden hilft Rumänien e.V.

"Wir unterstützen die alten Deutschen und die armen Kinder"

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Rumänienhilfe Berchtesgaden e.V.
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Bischofswiesen - Alles begann im Februar 1990, mit einem ersten Hilfstransport nach Bakowa im Banat/Rumänien. Seitdem kamen Spenden von über 1 Million Euro zusammen, davon knapp 500.000,- Euro in bar, die hauptsächlich für alte Menschen und Kinder verwendet werden:

Arbeitsgemeinschaft Rumänienhilfe

"Wir unterstützen die alten Deutschen und die bedürftigen Kinder", so zählt Arnold Eder im Gespräch mit BGLand24.de. Und ergänzt: "Und mindestens einmal im Jahr fahren wir immer noch persönlich nach Bakowa. Vor Ort werden wir u.a. von Anni und Helmut Weinschrott tatkräftig unterstützt, die 2016 zum 25-jährigen Bestehen des Altersheimes von unserem Verein den Ehrenvorsitz verliehen bekommen haben". Auch Arnold Eder und seine Frau Herta wurden erst kürzlich in Bischofswiesen geehrt.Und zwar mit der Silbernen Bürgermedaille der Gemeinde Bischofswiesen für ihr außerordentliches humanitäres Engagement.

Aber was ist die Rumänienhilfe überhaupt und wie ist diese entstanden? 

BGLand24.de hat Hertha und Arnold Eder zum Interview getroffen

Was ist die Rumänienhilfe eigentlich?

Ihren Ursprung hatte die Rumänienhilfe mit einem ersten Hilfstransport nach Bakowa im Februar 1990. Damals fuhren drei LKW und Sattelschlepper, begleitet von insgesamt 12 Personen das erste Mal dort hin. Transportiert haben wir damals 225 Baby-Pakete, 564 Lebensmittelpakete sowie Medikamente, Bekleidung und medizinische Geräte. Außerdem war für jedes Haus in Bakowa ein Paket dabei, fast alle mit einem persönlichen Brief des Absenders versehen. 

Gut zwei Monate später, im Mai 1990 folgte bereits die zweite Hilfslieferung, die auch zu den größten und umfangreichsten Lieferungen gehört, denn damals fuhren insgesamt sieben Fahrzeugen nach Bakowa, darunter fünf Lkw. Außerdem ein komplett ausgestatteter Krankenwagen, zwei Röntgenstationen, Krankenhausbetten und Krankenhausmobiliar für das Krankenhaus in Busiasch und das Waisenhaus in Gavodija sowie erneut Medikamente und Lebensmittelpakete für Bakowa. 

Im April 91 organisierten wir zum Beispiel einen Hilfstransport mit einem LKW und zwei Begleitpersonen, bei dem wir 3,1t Lebensmittel für das Altenheim, zwei komplette Zahnarztbehandlungseinheiten (Zahnarztstühle) und Medikamente im Wert von insgesamt 150.000 DM transportiert haben. 

Seitdem folgen immer wieder kleinere und größere Transporte und mittlerweile liegt der Schwerpunkt auf Geldspenden, bzw. Patenschaften. Beim Beladen der Transporte vor Ort unterstützte uns von Anfang die 4. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 in der Strub. Seit Beginn der Aktion im Februar 1990, wurden die Transportfahrzeuge stets von den Soldaten dieser Kompanie beladen.

Wie sind Sie gerade auf diese Region gekommen?

1989, kurz vor Weihnachten, kam in den Nachrichten, dass die rumänische Polizei und die rumänische Armee zahlreiche Mitglieder eines Demonstrationszuges in Temeswar brutal niedergeschossen und zum Teil getötet haben. Pfarrer Dr. Wolfgang Höhne hat damals zusammen mit Pfarrer Dr. Walter Brugger und Landrat Martin Seidl beschlossen den Menschen in Rumänien zu helfen. 

Gemeinsam haben wir dann den ersten Hilfstransport organisiert und sind auch selber mit ins Banat gefahren.  Zu sehen, welches Elend und welche Verlorenheit in diesem Land herrschte, war für die Berchtesgadener erschreckend. Nach der Revolution siedelten die Deutschen in die BRD aus. Später verließen immer mehr junge Leute das Land, um woanders eine Arbeitsstätte zu finden. Viele Waisenkinder, die im Heim lebten weil sie von ihren eigenen Eltern in der Not dort abgegeben wurden, sowie all die alten Leute lebten in großer Armut. 

Wir wussten, dass wir hier helfen mussten und so sind aus unserem ersten Hilfstransport regelmäßige Lieferungen geworden und viele persönliche Bindungen von Ort zu Ort entstanden. Bis zum 31. Dezember 2000 war die Rumänienhilfe eine kirchliche Hilfsorganisation, Seit dem 1. Januar 2001 ist die Arbeitsgemeinschaft ein eingetragener Verein. 

Das Führungsteam besteht aus insgesamt elf Personen aus fast dem kompletten Berchtesgadener Talkessel.

Wie kamen Sie überhaupt auf diese Region?

Bakowa war bis 1990 ein rein deutsches Dorf, dann siedelte man rumänische Familien an. Meine Frau ist eine Banater Schwäbin und stammt aus Bakowa.

Wie oft waren Sie schon vor Ort?

Bestimmt schon über 50x, in den ersten Jahren waren wir zum Beispiel fast 4x pro Jahr vor Ort.

Sind Sie während der Transporte oder vor Ort selber schon mal in eine Krisensituation gekommen? 

Direkt bei der ersten Fahrt, im Februar 1990 waren die Kanaldeckel auf der Straße in Arad entfernt worden. Vorgewarnt wurden wir in Ungarn. In den Öffnungen steckten als Warnung Tannenbäume. Wir mussten dann mit dem Konvoi Slalomfahren, damit wir nicht in die Löcher hineinfahren und das ist mit einem LKW-Konvoi gar nicht so einfach. Vor allem im Dunklen.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de, was mit den Waren und Spenden vor Ort geschieht, wie  es dort ausschaut und was es mit den Patenschaften vor Ort auf sich hat.

Quelle: BGland24.de

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