Meridian-Chaos: Bei BOB rollen jetzt Köpfe

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Axel Sondermann hielt es nur neun Monate in Holzkirchen.

München - Die Uhr bis zum Betriebsstart tickt, und die Probleme werden nicht weniger: Jetzt hat der neue Chef der Bayerischen Oberlandbahn, Axel Sondermann, seinen Posten geräumt!

Das Personaltableau bei der BOB dreht sich weiter. Ende 2012 hatte der BOB-Mutterkonzern Veolia überraschend den langjährigen Geschäftsführer Heino Seeger entlassen. Für ihn kam Axel Sondermann aus Berlin, ein Betriebswirt. Hintergrund des Wechsels war offenbar die Übernahme des E-Netzes Rosenheim. Diese wird von der BOB-Zentrale in Holzkirchen geplant. Ab Mitte Dezember dieses Jahres sollen statt der üblichen roten Züge der Deutschen Bahn 35 neue Triebzüge des Typs Flirts unter der Dachmarke „Meridian“ nach Rosenheim, Salzburg und Kufstein rollen.

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Veolia hatte den Bieterwettstreit gegen die DB gewonnen – und sich damit einen ganzen Haufen Probleme aufgehalst. Vom Personal über die noch nicht zugelassenen Fahrzeuge bis hin zu den Werkstätten ist bis zum heutigen Tag, knapp vier Monate vor dem geplanten Start, vieles unklar. Beispiel Werkstätten: Eigentlich sollen die Züge in München gewartet werden, doch das ist erst ab 2015 möglich. Nun soll es Ersatzwerkstätten in Freilassing und Regensburg geben – vor allem Regensburg, weit weg vom täglichen Einsatzort der Züge, könnte zu Problemen führen. Beispiel Züge: Noch immer hat Hersteller Stadler keine Zulassung für die Flirt-Triebzüge beantragt. Langsam wird es zeitlich eng.

Die Probleme sind Sondermann offenbar über den Kopf gewachsen. Nach Informationen der „tz“ wird er zum 1. September wieder nach Berlin wechseln. Er wird Leiter des Veolia-Busgeschäfts. Alleiniger Geschäftsführer ist dann der Bahnmanager Kai Müller-Eberstein, der erst im Juli vom Bahnunternehmen Agilis nach Holzkirchen gewechselt war. Im Gegensatz zu Sondermann ist Müller-Eberstein auch privat nach Holzkirchen umgezogen, was immerhin auf ein längerfristiges Engagement hindeutet. Doch ob er in der Lage ist, „Meridian“ pünktlich an den Start zu bringen, bezweifeln Kenner der Materie.

Dem bayerischen Verkehrsminister Martin Zeil war kürzlich der Kragen geplatzt wegen der Probleme bei der Bayerischen Oberlandbahn.

Aufgeschreckt durch Berichte der „tz“ hatte sich auch Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil nach dem Stand der Dinge erkundigt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die Zeil unterstellt ist, lud sogar Veolia Deutschland-Chef Stéphane Rambaud-Measson zu einem Inbetriebnahmegespräch ein, kassierte aber eine Absage. Schriftlich beruhigte der französische Manager: Er rechne mit einem „erfolgreichen Betriebsstart im Dezember“.

Bei der BEG schenkt man solchen Zusicherungen nicht umstandslos Glauben. Man sei „in großer Sorge“, heißt es.

Dirk Walter/Münchner Merkur

Quelle: rosenheim24.de

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