Bürgerinitiative empört: "Reine Augenwischerei"

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Breitbrunn - Die Bürgerinitiative gegen Bohrungen unter dem Langbürgner See prangert die nicht eingelösten Versprechen der RAG an:

Die Stellungnahme der Bürgerinitiative im Wortlaut:

Durch die aktuellen Aussagen der RAG wird der Anschein vermittelt, die neue Entwicklung in Sachen Erdgasbohrung Langbürgner See, seien mit der Bürgerinitiative Breitbrunn abgesprochen. Dem müssen wir entschieden widersprechen und Folgendes klarstellen:

Mit Erstaunen hat die Bürgerinitiative Breitbrunn die Presseinfo der RAG vom 31.10.12 gelesen, in der die RAG angibt im Einvernehmen mit Bürgervertretern zu einer guten Lösung gekommen zu sein. Dies ist keineswegs der Fall!

Diese Stellungnahme bezieht sich auf das Schreiben der RAG vom 31. Oktober:

Wunschziel 2013: Start der Bohrung

Der letzte Bürgerdialog mit der RAG fand im Mai diesen Jahres bei einem Runden Tisch im Landratsamt Rosenheim statt. Dort wurde von der RAG der Vorschlag gemacht, die BI solle zusammen mit der RAG auf neue Standortsuche gehen, ansonsten werde das Genehmigungsverfahren für den bisherigen Standort in Breitbrunn wieder aufgenommen. Die Bürgerinitiative hatte vehement eine Unterstützung bei der Alternativsuche abgelehnt, zumal der Standort in Breitbrunn aus vertragsrechtlichen Gründen für die RAG derzeit nicht zur Verfügung steht, was auch zur Aussetzung des Genehmigungsverfahrens führte. Leider konnte man die RAG nicht daran hindern, sich eigenständig auf die Suche nach einem neuen Standort zu machen. Ende Juli versicherte uns die Bohrfirma noch, sofort über Neuigkeiten bezüglich eines möglichen Standortes zu informieren. Ein viertel Jahr später jedoch erfahren wir nur wieder aus der Presse, dass eine neue Bohrlokation gefunden sei und auch schon vertragsrechtlich unter Dach und Fach ist, das Genehmigungsverfahren werde in Kürze eingeleitet. Beim jüngsten Gespräch im Landratsamt Rosenheim, bei dem der neue Standort vorgestellt und besprochen wurde, hat man uns als Bürgervertreter gezielt außenvorgelassen. Bis dato hat die RAG der Bürgerinitiative den genauen Standort der neuen Bohrstelle nicht genannt. Was ist das für ein offener Bürgerdialog! Dem nicht genug, so soll der sog. „Dialog“ nur noch einseitig über eine Informationsplattform im Internet stattfinden.

Die RAG stellt sich jetzt in ein schönes Licht und spricht vom Einlösen eines Versprechens, weil nach deren Aussage ein Platz gefunden werden sollte, der weniger "gefährlich" oder gelinde gesagt, weniger beeinträchtigend für das Naturschutz- und Trinkwasserschutzgebiet sei. Wir sehen das als reine Augenwischerei!

Erdgasbohrungen: Endorfer wehren sich!

Demonstration gegen Erdgasbohrungen am Langbürgner See

Zu keiner Zeit forderte die BI Breitbrunn einen neuen Standort, sondern stets die Aufgabe des Bohrprojektes „Erdgasbohrung unter Langbürgner See“. Wir wollen keine Bohrung ins Naturschutzgebiet! Die Bohrlokation ist nicht der Knackpunkt, sondern das Bohrziel! Die Risiken und die damit befürchteten Auswirkungen auf Natur und Trinkwasser bleiben stets die gleichen! Es ist richtig, dass es in der Nähe der neuen Bohrlokation früher schon eine Bohrung gab, diese war allerdings fehlgeschlagen. Keine der früheren Bohrungen führte jemals ins Naturschutzgebiet!

Unser Standpunkt ist nach wie vor: Kein Erdgas aus dem Naturschutzgebiet! Für unsere BI ist der neu gefundene Bohrplatz in Bad Endorf/Mauerkirchen keineswegs ein Erfolg! Im Gegenteil, es ist eine große Enttäuschung, wenn selbst nach einem Jahr Aufklärungsarbeit noch Personen gefunden werden, die einen Vertrag mit der RAG unterzeichnen.

Wir werden weiter Öffentlichkeitsarbeit betreiben und auf die Politik zugehen, um unser Ziel zu erreichen, dass das Bergrecht geändert wird und Regelungen geschaffen werden, damit künftig empfindliche, schützenswerte Gebiete - wie hier unser Naturschutz- und FFH-Gebiet „Eggstätt-Hemhofer Seenplatte“ - großräumig von bergbaulichen Maßnahmen generell ausgespart werden.

Hätte niemand mehr seinen Grund und Boden der RAG zur Verfügung gestellt, wäre unserer Meinung nach das Bohrvorhaben aufgegeben worden! Aber nun kann nur noch über die Öffentlichkeit und Politik eine Abwendung erreicht werden, indem jetzt alle Gemeinden und Bürger rund um die Seenplatte zusammenhalten und dagegen aufstehen. Gerne unterstützt die BI Breitbrunn weitere engagierte Bürger beim Aufbau einer eigenen BI, so aktuell in Rimsting am Donnerstag diese Woche (20 Uhr, Lokalität steht noch nicht fest). Die Zusammenarbeit mit den schon aktiven Bürgerinitiativen in Bad Endorf und Hemhof wird weiter gefestigt.

Pressemitteilung Bürgerinitiative Breitbrunn - Gegen Gasbohrungen unter dem Langbürgner See

Quelle: rosenheim24.de

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