Ein Hund rettete die Bewohner

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Stephanskirchen - Einem vierbeinigen Übernachtungsgast ist es wohl zu verdanken, dass ein nächtlicher Brand in einem Schloßberger Mehrfamilienhaus nicht in einer Tragödie endete.

Der Dackelmischling weckte am Donnerstagmorgen, 13. Dezember, kurz nach 2 Uhr seinen Gastgeber auf. Als der nach dem Rechten sah, bemerkte er ein Feuer in seiner Küche. Der Mann alarmierte sofort seine Nachbarn, die sich alle in Sicherheit bringen konnten.

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Die Polizeimeldung

Bei -16 Grad: Feuer in Schloßberger Wohnhaus

Minus 16 Grad zeigte das Thermometer gestern Nacht, als gegen 2.20 Uhr die Alarmmeldung einging. Knapp 60 Feuerwehrleute aus Schloßberg, Stephanskirchen, Leonhardspfunzen und Rosenheim rückten an und konnten ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude verhindern. Für den Erstangriff hatten die Feuerwehrler 2000 Liter Wasser im Tank. Dank eines Oberflurhydranten auf dem nah gelegenen Schulgelände war die weitere Wasserversorgung trotz knackiger Minustemperaturen gesichert, wie Manfred Gerauer, Zweiter Kommandant der Schloßberger Feuerwehr, berichtet: "Bei Schnee und Kälte besteht sonst immer die Gefahr, dass die Unterflurhydranten von Schneehaufen bedeckt oder aber zugefroren sind."

Ausgebrochen war das Feuer im zweiten Stock. Von dort griff es auf das Dachgeschoss über. Die Wohnung, in der das Feuer entstand, wurde nach Angaben der Polizei durch das Feuer und die Löscharbeiten nahezu vollständig zerstört. Der Sachschaden wird auf mindestens 200 000 Euro geschätzt.

Die vier Hausbewohner hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits selbst in Sicherheit gebracht - dank des aufmerksamen Hundes. Drei Personen mussten wegen Rauchvergiftung ärztlich behandelt werden. Ein Nachbarehepaar, das im Hintergebäude wohnt, brachte die Hausbewohner in seinem warmen Büro unter und versorgte sie mit heißem Tee. "Der Mieter, in dessen Wohnung das Feuer entstanden ist, hat alles verloren", erzählt Nachbarin Gitta Beck - eine Versicherung habe er nicht. Dabei sei der Mann erst vor wenigen Monaten eingezogen und habe sich gerade fertig eingerichtet. "Mein Mann und ich haben beschlossen, auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten und ihm einen Gutschein zu schenken, damit er sich zumindest etwas zum Anziehen kaufen kann."

Die Salzburger Straße musste bis 6 Uhr gesperrt werden. Da das gefrierende Löschwasser die Fahrbahn in eine Eisfläche verwandelt hatte, rückte der Bauhof mit einer Extra-Portion Salz an.

Die Kripo hat nun die Ermittlungen übernommen. Noch ist unklar, ob das Feuer aufgrund eines technischen Defekts oder Fahrlässigkeit ausgebrochen ist. Brandstiftung und den in der Küche befindlichen Holzofen schlossen die Fahnder als Ursache aus.

kk/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Reisner

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