Wendelinkapelle trotzt Wind und Wetter

Seit 300 Jahren standfest in 1.838 Metern Höhe auf dem Wendelstein

Das 300-jährige Bestehen der Wendelinkapelle wird am Sonntag,27. Mai, auf dem Gipfel des Wendelsteins gefeiert.
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Das 300-jährige Bestehen der Wendelinkapelle wird am Sonntag,27. Mai, auf dem Gipfel des Wendelsteins gefeiert.

Brannenburg - Mehrere Kriege, einige Besitzerwechsel und zahlreiche Restaurierungen: All das hat die Wendelinkapelle in den vergangenen 300 Jahren überstanden. Am Sonntag wird der Geburtstag des ältesten Gebäudes auf dem Wendelstein gefeiert.

Wind und Wetter hält sie stand in 1.838 Metern Höhe auf dem Wendelstein. Und das seit 300 Jahren. Deswegen wird die Wendelinkapelle am Sonntag mit einem Gedenkgottesdienst geehrt, wie die Wendelsteinbahn GmbH auf ihrer Internetseite mitteilt. 


Es ist im Jahr 1718 gewesen, als Georg Klarer - auch als Sixtenbauer aus Bayrischzell bekannt - zwei Jungrösser im Nebel verloren gegangen sind. Verzweifelt angesichts seines Verlustes hat er gelobt, auf dem Gipfel des Wendelsteins eine Kapelle zu erbauen und diese dem Heiligen Wendelin, dem Schutzpatron der Viehhirten, zu weihen - sollte er seine Tiere wohlbehalten wiederfinden.

Und so ist es geschehen, weshalb die Wendelinkapelle bis heute neben dem Gipfelkreuz auf dem Wendelstein thront. Laut der Bayrischzeller Chronik besteht sie aus Holz und zwei Bretterwänden, deren Zwischenräume mit Rosensteinen angefüllt und mit eisernen Reifen zusammengehalten werden. Eine Besonderheit der Kapelle ist, dass sie mit einem Blitzableiter versehen ist.


Wissenswertes

  • Neben der Wendelinkapelle gibt es noch das Wendelsteinkircherl auf dem Berg.
  • Sie gilt als Deutschlands höchstgelegene Kirche und befindet sich etwa 100 Höhenmeter unterhalb der Bergstation der Wendelsteinbahnen.
  • Im Sommer finden dort jeden Sonntag, um 11 Uhr, Gottesdienste statt. Am 27. Mai entfällt die Messe im Wendelsteinkircherl zugunsten des Gedenkgottesdienstes der Wendelinkapelle.

Bereits seit fast 200 Jahren - genauer gesagt seit 1822 - liegen dort auch Gästebücher aus. Bevor Zahnrad- und Seilbahn den Weg auf den Gipfel erleichtert haben, ist der Aufstieg über den sogenannten Stangensteig eher beschwerlich und gefährlich gewesen. Das hat die Menschen damals jedoch nicht davon abgehalten, den markanten Gipfel zu erklimmen. So hat sich Pfarrer Schauer von Elbach zum Beispiel am 22. Juli 1878 mit 300 Leitzachtalern bei herrlichem Wetter zu einem Bittgang auf den Wendelsteingipfel begeben. Oben angekommen hat er eine Messe gelesen - und damit wohl den ersten Gottesdienst überhaupt auf dem Wendelstein zelebriert. Was nach 1718 folgt, ist eine wechselhafte Geschichte - unterschiedliche Besitzer, mehrfache Restaurierungsarbeiten aufgrund des extremen Wetters auf dem Gipfel und zahlreiche Ereignisse in der deutschen Geschichte hinterlassen Spuren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Beispiel - etwa zur Zeit des Ersten Weltkrieges - ist die Kapelle komplett mit Blech ummantelt worden. Seit 1941 befindet sich das Observatorium auf dem Wendelstein, dessen Mitarbeiter ebenfalls eine zeitlang nachdem Rechten in der Kapellen gesehen haben. Vor fast dreißig Jahren - 1989 - ist das Wohl der Wendelinkapelle in die Hände der Gebirgsschützenkompanie Bayrischzell gelegt worden. Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalschutz ist daraufhin der ursprüngliche Zustand der Kapelle und deren hölzernes Antlitz wiederhergestellt worden.

Fernsicht vom Wendelstein

Am Sonntag, dem 27. Mai, soll anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Wendelinkapelle ein Gedenkgottesdienst am Wendelsteingipfel stattfinden - zelebriert von Pfarrer Josef Spitzhirn aus Bayrischzell, berichtet die Wendelsteinbahn GmbH. Der Beginn ist für 11.30 Uhr geplant. Bei schlechtem Wetter wird der Gottesdienst in die Münchner Stube des Wendelsteinhauses stattfinden. Bei schönem Wetter lädt die Musikkapelle Bayrischzell im Anschluss zu einem Standkonzert auf der Bergterrasse.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

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