Schnelles Internet für Landgemeinden

Landkreis - Breitband für jeden Weiler? Nicht ganz, aber schnelleres Internet in vielen Gemeinden soll kräftig gefördert werden. So auch in Rosenheim und im Chiemgau.

Einen kräftigen Ausbau der Datenautobahn hat die Bayerische Staatsregierung Ende April beschlossen: Ziel des neuen Förderprogramms ist der Ausbau von Breitbandnetzen der nächsten Generation mit Übertragungsbandbreiten von mindestens 50 Mbit/s in Gewerbegebieten und sogenannten Kumulationsgebieten mit mindestens fünf Unternehmen. Die Erschließung von Privathaushalten und kommunalen Einrichtungen (wie etwa Schulen und Behörden) ist auch unterhalb der genannten Mindestübertragungsrate förderfähig. Der Förderhöchstbetrag beläuft sich auf 500.000 Euro. Der Fördersatz für Räume mit besonderem Handlungsbedarf beträgt 80 Prozent. Die Fördersätze für die übrigen Regionen Bayerns betragen 40, 50 oder 60 Prozent, je nach der Finanzkraft der Gemeinden. Das Programm muss aber noch von der EU-Kommission überprüft werden. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hofft auf einen Start der Fördermaßnahme im Sommer 2012.

Wolfgang Berthaler, Bürgermeister von Flintsbach am Inn und Sprecher der Rosenheimer Bürgermeister, begrüßt die neue Förderung: "Als Gemeinde muss man in die Zukunft schauen. Meine Kollegen und Ich sehen das sehr positiv."

Karte: Breitbandförderung in Bayern

Zwar sei zu befürchten, dass ein größerer Brocken der Finanzierung an den Kommunen "hängen bleibt", aber an einer besseren Internet-Versorgung führe kein Weg vorbei, so Berthaler im Gespräch mit rosenheim24. Die Voraussetzungen im Lankreis seien sehr unterschiedlich, so sei Flintsbach "mit wenigen Weilern gesegnet", während bei anderen Gemeinden die Situation schwieriger ist.

Lesen Sie auch:

Über 850 neue DSL-Anschlüsse für Raubling

Schnelleres Internet für Bruckmühl

Breitbandversorgung: Söchtenau "steht" Modell

Ähnlich sieht das auch die Staatsregierung: "Mit dem Förderprogramm sollen in allen Teilen Bayerns Hochgeschwindigkeitsversorgungen entstehen. Angesichts der Kosten einer Glasfaservollversorgung Bayerns von bis zu 20 Milliarden Euro muss uns allerdings auch klar sein, dass eine flächendeckende Versorgung aller Haushalte mit der Zielbandbreite nicht darstellbar ist. Hier können wir mit unserem freiwilligen Förderprogramm nicht den kompletten Ausbau des schnellen Internets auffangen, für den grundgesetzlich der Bund zuständig ist", meinen Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Zeil in einer Presseaussendung der Bayerischen Staatsregierung. 

Wie der Breitband-Zugang im Landkreis Rosenheim im Detail aussieht lässt sich nicht sagen: "Wir wissen, dass viele Gemeinden in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen haben. Es gibt aber keine Statistik über die Internet-Versorgung", erklärt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim, auf Anfrage von rosenheim24.

Die Situation im Chiemgau

Der Landkreis Traunstein war 2009 oberbayernweit die erste Region, die im Rahmen der Breit­bandinitiative Bayern eine landkreisweite Planungs- und Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht hat. Die Koordination hatte die Wirtschaftsförderung für alle 35 Städte und Gemeinden übernom­men.

Lesen Sie auch:

Frabertsham kämpft für Breitband

Breitbandausbau in Grabenstätt besiegelt

Ziel dieser Studie war es, den Kommunen und dem Landkreis entsprechende Planungsunterlagen bereit zustellen, um langfristig eine flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigen Internetzu­gängen im gesamten Landkreis zu unterstützen. Ende 2009 wurden die Detailergebnisse der Stu­die in 21 Stadt- und Gemeinderatssitzungen vorgestellt. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterstützt seitdem weiterhin aktiv die Städte und Gemeinden bei Ihren Umsetzungsmaßnahmen.

Im Jahr 2011 wurden die Aktivitäten der Wirtschaftsförderung im Hinblick auf die Unterstützung der Städte und Gemeinden nochmals stark forciert; Hintergrund war die Tatsache, dass am 31.12.2011 die Breitbandförderung für die Städte und Gemeinden endete. Im Rahmen von Bür­germeisterdienstbesprechungen wurden die Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden des Landkreises auf das Auslaufen des Förderprogramms aufmerksam gemacht. Nahezu alle Städte und Gemeinden im Landkreis haben bis Ende des Jahres 2011 einen Zuschussantrag für die Umsetzung von Breit­banderschließungsmaßnahmen gestellt.

Auf Anfrage von chiemgau24.de meinte Harald Schwarzbach, Dipl.-Betriebswirt vom Landratsamt Traunstein: "Es ist sehr erfreulich, dass insgesamt etwa 4,3 Million Euro an Gesamtinvestitionen zur Verbesserung der Breitbandversorgung von den Städten und Gemeinden im Landkreis investiert wurden. Die Regierung von Oberbayern leistete hierzu etwa 2,1 Million Euro Zuschuss."

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung gäbe es aber weiterhin Handlungsbedarf, um die rasant wachsenden Anforderungen an eine leistungsfähige Breitbandversorgung im ländlichen Raum zu schaffen. Dies sei jedoch von den Kommunen nicht ohne entsprechende Zuschüsse zu leisten. "Insofern bleibt zu hoffen, dass die von der Staatsregierung auf den Weg gebrachte Förderung für den Breitbandausbau im ländlichen Raum möglichst rasch umgesetzt wird", so Schwarzbach abschließend.

cs/ps/red/Presseaussendung Bayerische Staatsregierung

Video der Bayerischen Staatsregierung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser