Prozess am Landgericht

Haftstrafen für einen brutalen Überfall

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Die Angeklagten.
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Traunstein/Kolbermoor - Für den brutalen Überfall auf einen 53-jährigen Kolbermoorer wurden jetzt die beiden Haupttäter zu langen Haftstrafen verurteilt. Das Urteil:

Zu dritt haben die Angeklagten einen 53-jährigen Kolbermoorer im Juni vergangenen Jahres überfallen, ihn misshandelt und ihm lebensgefährlichen Verletzungen zugefügt. Die beiden Haupttäter - ein 28-jähriger Wirt und ein 45-jähriger Koch - wurden jetzt wegen des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen zu neun Jahren Haft verurteilt. Weil der dritte Angeklagte nach Ansicht des Gerichts nur geringfügig zur Tat beigetragen hat, bekam er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung.

Die Tat

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An einem Abend im Juni 2013 hatten sich die drei Angeklagten in ihrer Stammkneipe in Kolbermoor getroffen und kamen dabei auf die Idee, dem 53-Jährigen eine "Abreibung" zu verpassen, wie der 28-jährige Wirt am erstenVerhandlungstag erklärte. Motiv sei ein Gerangel - rund zwei Wochen vor der Tat - zwischen einer Kellnerin in der Bar und dem Geschädigten gewesen. Der 53-jährige erstatte daraufhin Anzeige gegen die Frau. Am Tatabend sollen die beiden Haupttäter dann den 39-jährigen Lebensgefährten der Kellnerin angestachelt haben, etwas gegen die Anzeige zu unternehmen. Zu dritt gingen sie daraufhin zur Wohnung des Geschädigten, wobei der 45-jährige Koch dem Opfer gleich beim Öffnen der Tür einen Schlag ins Gesicht verpasste. Danach folgten weitere Faustschläge und Fußtritt, bevor sich der Koch anschließend ein Messer aus der Küche holte und versuchte, dem Opfer einen Finger abzuschneiden. "Der 45-Jährige hat mich vor die Alternative gestellt: 'Finger ab oder Messer ins Herz'. Ich habe mich dann für den Finger entschieden", erklärte das Opfer bei seiner Aussage am zweiten Verhandlungstag. Die drei Angeklagten verließen anschließend die Wohnung wieder. Der Koch und der Wirt kamen aber rund eine Stunde später wieder zurück und setzten ihre Folterungen mit heißem Wasser, das sie über die Wunden des 53-Jährigen gossen, fort. Der 28-Jährige packte sich dann ein Messer und rammte es dem Geschädigten so tief in den Bauch, dass sein Dünndarm an sechs Stellen perforiert und seine Beckenschlagader verletzt wurde. Zum Schluss trat der 45-Jährige dem am Boden liegenden Opfer noch ins Gesicht.

Der Anwalt des Kochs, Christoph Michel, kündigte nach der Urteilsverkündung sofort Revision an. Der Verteidiger des 28-Jährigen, Harald Baumgärtl, wolle sich noch mit seinem Mandanten beraten.

Quelle: chiemgau24.de

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