"Büchlein der ewigen Weisheit"

Mittelalter-Schrift zurück in Nürnberg

Nürnberg - Eine verschollen geglaubte Handschrift aus dem Mittelalter ist nach Nürnberg zurückgekehrt. Das Dokument ist fast 600 Jahre alt.

Die Stadtbibliothek Nürnberg habe von einem schweizerischen Antiquariat eine frühe Abschrift des „Büchleins der ewigen Weisheit“ erworben, teilte die Kulturstiftung der Länder am Dienstag mit, die den Ankauf zusammen mit privaten Sponsoren ermöglichte.

Lektüre in Frauenklöstern

Das wertvolle Werk des Mystikers Heinrich Seuse (1295/97-1366) sei vor allem in süddeutschen Frauenklöstern gelesen worden. Es stammt ursprünglich aus dem Nürnberger Katharinenkloster, das im Jahr 1596 aufgelöst wurde. Die Nürnberger Stadtbibliothek verfügt über eine der größten Laienbibliotheken des späten Mittelalters.

Auch der Schreiber ist bekannt

Die Ausgabe ist nach Angaben der Kulturstiftung gut erhalten, lässt sich exakt auf das Jahr 1435 datieren und erwähnt ihren Schreiber, Johann Rosengart, namentlich. Die Handschrift gilt als besonders wertvoll für die weitere Erforschung der süddeutschen Schriften aus der Zeit vor der Erfindung des Buchdrucks. Außerdem findet sich auf einem eingeklebten Pergamentfragment eine Namensliste der Schwestern des Konvents. Handschriftliche Vermerke ließen zudem Rückschlüsse auf die Nutzung der Handschrift und die Organisation der Klosterbibliothek zu.

dpa/lby

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